Veranstaltungen

Das Referat für Frauenfragen und Chancengerechtigkeit initiiert, begleitet und fördert Veranstaltungen zum Thema Gleichberechtigung, gleiche Bezahlung, Chancengerechtigkeit am Arbeitsmarkt, Chancengerechtigkeit für Frauen, Mädchen, Jungen und Männer.

Das Referat für Frauenfragen und Chancengerechtigkeit führt Veranstaltungen meist in Kooperation mit verschiedenen Institutionen und Kooperationspartner/-innen durch. Dazu gehören auch regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen zu den Themengebieten häusliche Gewalt, Gewalt an Frauen, Unterstützung für Frauen, Kinder und Familien u.a.

22. Juni 2021. - Die meisten Vergewaltigungen werden nicht angezeigt. Es ist leider traurige Realität, dass Betroffene aus Angst vor einer Anzeige nicht die notwendige medizinische Versorgung und psychologische Nachbetreuung erhalten, da sie das Ereignis aus Scham lieber für sich behalten.

Oftmals sind die Frauen direkt nach der Tat nicht in der Lage, solche wichtigen Entscheidungen zu treffen. Sollten sie sich vertraulich an jemanden im persönlichen Umfeld wenden, wird aus Unkenntnis leider ebenfalls der ein oder andere falsche Rat gegeben. Sexuelle Übergriffe durch Partner, Bekanntschaften oder im Familienumfeld erschweren vielen Frauen in besonderem Maße, sich anzuvertrauen. Nicht selten wird gerade hier die Situation verharmlost oder falsch eingeschätzt. Es ist bekannt, dass etwa 90 Prozent der Täter aus dem direkten Umfeld kommen.

Eine kreisweite Kampagne im Öffentlichen Nahverkehr soll dieses Thema in den nächsten Wochen fokussieren. In den Bussen der Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) Main-Kinzig und der Hanauer Straßenbahn GmbH (HSB) werden eingängige Plakatmotive gezeigt, die auf die Hilfsangebote aufmerksam machen. „Gehen Sie zum Arzt – und nicht zum Alltag über“ – so lautet die Botschaft der Aktion, auf die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky aufmerksam machen.

Die Einschätzung, dass es sich tatsächlich um eine Vergewaltigung handelt, wird von den Opfern nicht immer als solche wahrgenommen, so die Erfahrungen der Fachleute in den Beratungsstellen. Da ist schnell mal die Rede von einem „irgendwie doofen Abend“.

Nach Übergriffen mit so genannten K.O.-Tropfen wissen manche Frauen gar nicht, ob eine Vergewaltigung stattgefunden hat. Auch hier sollten sie immer daran denken, dass Spuren gesichert werden und sie selbst medizinisch und therapeutisch versorgt werden. „Wir stellen die medizinische Versorgung und die Unterstützung zur Bewältigung der Tat in den Vordergrund“, erklärt Claus Kaminsky. Und Susanne Simmler ergänzt: „Jede Frau soll sich ernst genommen fühlen, und zwar in ihrer individuellen Lage, auf Wunsch anonym, ohne Angst haben zu müssen, dass es zwingend zu einer Anzeige kommen muss.“ Dafür sind die örtlichen Kliniken – die Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen, das Klinikum Hanau und das St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau rund um die Uhr erste Anlaufstelle.

Das Projekt „Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“ existiert bereits seit 2015 im Main-Kinzig-Kreis dank der Beratungsstelle Frauennotruf in Frankfurt. Dort hat das Projekt seine Wurzeln und liefert nicht nur Materialien, sondern auch wertvolle Erfahrungen. „Gerade in den zurückliegenden Monaten beherrschte die Corona-Pandemie sehr stark die Krankenhäuser. Es ist anzunehmen, dass Frauen größere Scheu hatten, eine Notaufnahme aufzusuchen, obwohl dies dringend angeraten wäre“, betont Susanne Simmler. „Hier soll die Plakataktion dafür werben, diesen Schritt zu gehen, auch wenn es schwer fällt“, ergänzt Claus Kaminsky.

Die Koordinatorinnen des Referates für Frauenfragen und Chancengleichheit beim Main- Kinzig-Kreis und der Stabsstelle Prävention, Sicherheit und Sauberkeit der Stadt Hanau, Grit Ciani und Andrea Pillmann, berichten davon, dass Anfang dieses Jahres über den Frauennotruf Frankfurt eine umfangreiche ärztliche Fortbildung stattgefunden hat: „Die zentralen Notaufnahmen, Pflegekräfte und gynäkologischen Fachabteilungen sind gut geschult. Sie erkennen die Situation auch, wenn eine Frau nicht ganz genau artikuliert, weswegen sie in die Klinik kommt.“

Ein zentraler Bestandteil der Versorgung ist das Angebot, Spuren zu sichern. So kann die Betroffene auch später noch in Ruhe über eine Anzeige nachdenken. Sie hat dann auch Zeit, erst einmal Kontakt zu einer Beratungsstelle aufzunehmen und das Erlebte zu besprechen, um zunächst einmal den notwendigen psychologischen Beistand zu erhalten, bevor sie weitere Schritte unternimmt. Dies ist deshalb wichtig, da ohne gesicherte Spuren ein eventuelles späteres Strafverfahren eingestellt werden könnte.

Susanne Simmler und Claus Kaminsky bedanken sich insbesondere bei den jeweiligen Geschäftsführungen beider Verkehrsunternehmen, Rüdiger Krenkel (KVG) und Thomas Schulte (HSB), sowie der Bürgerstiftung Hanau, die dank einer Spende die Öffentlichkeitsarbeit ermöglicht. Für die Werbung auf den Displays in Bussen der HSB bedanken sich die Beteiligten bei der Firma regioDISPLAY sowie Fahrgast-TV HANAU und FULDA, die die Ausstrahlung kostenlos anbietet.

Fragen rund um das Projekt beantworten:

Das Referat für Frauenfragen und Chancengleichheit, www.mkk.de
Telefon (06051) 8512316 frauenbuero@mkk.de

Die Stabsstelle Prävention, Sicherheit und Sauberkeit www.hanau.de
Telefon (06181) 295-1951 praevention@hanau.de

An folgende Kliniken können sich Betroffene wenden:

Main-Kinzig-Kliniken Gelnhausen: Organisationsbüro: Telefon (06051) 87 2353 oder auf Station B 3.1: (06051) 872383 Danach in der Ambulanz der Frauenklinik melden bzw. nach 17 Uhr und am Wochenende in der Station B3.1, beides im Gebäude B, 3. Stock.

Klinikum Hanau: Gynäkologische Ambulanz: Telefon (06181) 296-2632 Dort ist auch abends und nachts sowie am Wochenende durch die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe eine vollständige gynäkologische Notfallversorgung gewährleistet.

St. Vinzenz Krankenhaus: Von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und Freitag von 8 bis 13 Uhr können sich die Frauen im Sekretariat Gynäkologie, Telefon (06181) 272-371 melden oder zu allen anderen Zeiten über die Zentrale Notaufnahme, Telefon (06181) 272-340 oder -315 Kontakt aufnehmen.

Susanne Simmler betont zum Internationen Tag der Frauen am 8. März Bedeutung der Gleichberechtigung und ermuntert Frauen, sich politisch zu engagieren

Die „Mütter des Grundgesetzes“ stehen anlässlich des Internationen Frauentages am 8. März beim Main-Kinzig-Kreis im Mittelpunkt. „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Diese klare Formulierung haben wir vier Frauen zu verdanken, die dies 1949 mit großem politischen Einsatz bewirkt haben: Elisabeth Selbert, Frieda Nadig, Helene Weber und Helene Wessel. Ihre Namen sind untrennbar mit Artikel 3 unseres Grundgesetzes verbunden. Sie haben dafür gekämpft, dass die Idee der Gleichberechtigung von Mann und Frau in unserer Gesellschaft im Grundgesetz verankert wurde. Diese Idee tagtäglich mit Leben zu füllen und dieses Recht auch einzufordern ist eine Aufgabe, die bis heute andauert“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. „Wer die Gesellschaft verändern und verbessern will, kann dies auf politischem Wege tun. Deshalb möchte ich Frauen dazu ermuntern, sich politisch zu engagieren und sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau überall da einzusetzen, wo dies noch nicht in allen Lebenslagen der Fall ist“, erläutert sie.

„Was uns so selbstverständlich erscheint, ist mehr als 70 Jahre, nachdem der Artikel 3 des Grundgesetzes niedergeschrieben worden ist, immer noch nicht in allen Bereichen Realität“, betont Grit Ciani, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte des Main-Kinzig-Kreises. „Ein kommunales Frauen- und Gleichstellungsbüro ist deshalb weiterhin eine unverzichtbare und starke Institution, um zu vernetzen, zu fördern und Impulse zu setzen“, erläutert Grit Ciani. Denn noch immer nehme Deutschland mit einer Lohnlücke von 21 Prozent einen unrühmlichen Platz im internationalen Vergleich von Einkommen von Männern und Frauen ein. „Die Frage von Vereinbarkeit und Beruf ist längst nicht mehr allein ein Frauenthema, sondern auch eines für Männer. Diese stoßen mit ihren Anliegen in der Arbeitswelt immer noch auf Unverständnis. Alleinerziehende tragen noch immer ein hohes Armutsrisiko.

Gleichgeschlechtliche Paare sind zwar in einigen Punkten den traditionellen Ehen gleichgestellt, aber längst noch nicht in allen Bereichen“, zählt Grit Ciani auf. Mit Blick auf das zurückliegende, durch die Corona-Pandemie stark geprägte Jahr, sei es eine traurige Erkenntnis, dass häusliche Gewalt auf allen Ebenen zugenommen habe. „Von häuslicher Gewalt sind Frauen und Kinder seit jeher am stärksten betroffen. Das geht uns alle an“, fordert Grit Ciani zum Hinsehen und Handeln auf. „Bessere und gerechtere Lebensbedingungen für alle Menschen zu schaffen, ist deshalb ein wichtiges Anliegen unserer Politik. Dafür braucht es Fördergesetze für Frauen, und immer wieder Menschen, die sich dafür einsetzen, die Hintergründe beleuchten, um politische Entscheidungen herbeizuführen“, erläutert Susanne Simmler und fügt mit Blick auf die bevorstehenden Kommunalwahlen hinzu: „Direkt vor Ort können wir Demokratie lebendig gestalten. Nur gemeinsam gelingt es Frauen und Männern, die Rahmenbedingungen für berufliche Chancengleichheit und Familie bestmöglich zu verändern. Denn Frauen fehlen nicht nur auf den oberen Stufen der Karriereleiter, es gibt auch nur wenige Frauen in der Politik, zum Beispiel in den Rathäusern“, konkretisiert Susanne Simmler und ergänzt: „Die Mütter des Grundgesetzes haben das Fundament dafür gelegt, dass Frauen alles erreichen können. Nun ist es an uns, die Einstiegs- und Aufstiegschancen für Frauen zu verbessern und vor allem ihre Kooperation untereinander zu fördern.“

Das Thema Gleichberechtigung am Bespiel der „Mütter des Grundgesetzes“ wurde in den vergangenen Monaten in einer Ausstellung beleuchtet, die im Sommer von der Kulturbeauftragten Andrea Sandow ins Main-Kinzig-Forum geholt worden ist. Aufgrund der Corona-Bestimmungen konnte die Ausstellung jedoch nur einem kleinen Personenkreis gezeigt werden. Anlässlich des Internationen Tages der Frauen zeigt der Main-Kinzig-Kreis nun einen Film zur Ausstellung, um dem Thema eine breitere Öffentlichkeit zu geben. „Der Film macht deutlich, dass Frauen in der Lage sind, auch gegen alle Widerstände Bahnbrechendes zu leisten, und damit die Zukunft aller Frauen zu verändern“, erklärt Susanne Simmler. Die Ausstellung selbst wurde vom Helene-Weber-Kolleg erstellt und von der Stadt Alzenau zur Verfügung gestellt. „Am Beispiel der Politikerinnen Elisabeth Selbert, Frieda Nadig, Helene Weber und Helene Wessel wird deutlich, dass es politisches Engagement braucht, um die Gleichberechtigung von Mann und Frau tatsächlich durchzusetzen. Deshalb sind die Mütter des Grundgesetzes noch immer Vorbilder, die uns anspornen, nicht nachzulassen“, fasst Susanne Simmler zusammen.

Wer waren die Mütter des Grundgesetzes?

Einen Film zur Ausstellung „Mütter des Grundgesetzes“ über vier außergewöhnliche Politikerinnen.
Die gesamte Ausstellung mit Hintergrundinformationen ist auf www.frauen-macht-politik.de/ausstellung-muetter-des-grundgesetzes/ zu sehen. Fragen und Reaktionen können Sie an das Frauen- und Gleichstellungsbüro richten.

Girls' Day / Boys' Day

Der Girls’Day und Boys’Day findet am 28.04.2022 statt.

Informationen zum Girls'Day und Boys'Day 2022 in der Kreisverwaltung finden Sie auf dem Girl'sDay Radar bzw. Boys'Day Radar .

Jährlich wiederkehrende Veranstaltungen im Jahresverlauf

Gewalt an Frauen zählt leider noch immer zum Alltag. Daher stehen Frauen weltweit für die Aktion "One Billion Rising" - zu Deutsch "Eine Milliarde erhebt sich" - zusammen und gehen auf die Straßen, um gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu protestieren.

Diese Veranstaltung findet jährlich am 14. Februar statt.

Der Internationale Frauentag – auch Weltfrauentag genannt – ist für Frauen auf der ganzen Welt ein wichtiges Datum. In einigen Ländern ist er sogar gesetzlicher Feiertag.

Dieser findet jeweils am 8. März eines jeden Jahres statt.

Der Equal Pay Day als internationaler Aktionstag für eine gleiche Bezahlung von Frauen und Männern markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut Statistischem Bundesamt aktuell 21 Prozent in Deutschland beträgt. Umgerechnet ergeben sich daraus 77 Tage und das Datum des nächsten EPD am 14. März 2021.

Dieser findet jährlich in der Zeit von Januar bis März statt.

Der Girls' und Boys' Day findet am 28. April 2022 statt.

Mädchen und Jungen wird die Möglichkeit geboten, Berufsfelder kennenzulernen, die außerhalb einer traditionellen Orientierung liegen. So können sich Mädchen in naturwissenschaftlich-technischen Berufen umsehen und Jungen können einen Einblick in soziale, erzieherische oder pflegerische Bereiche erhalten.

Weitere Informationen dazu sind zu finden unter www.girls-day.de und www.boys-day.de .

Der Stadtlauf in Hanau ist ein Benefizlauf zugunsten der Frauenhäuser Hanau und Wächtersbach. Mit der Teilnahme wird die Ablehnung von Gewalt gegenüber Frauen deutlich zum Ausdruck gebracht.

An jedem 3. Freitag im September findet der Stadtlauf in Hanau statt.

Der von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Mädchentag macht mit Aktionen und Veranstaltungen weltweit auf die Rechte und die Bedürfnisse von Mädchen aufmerksam.

Dieser findet jährlich am 11. Oktober statt.

Dieser Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und hatten sich an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo beteiligt.

Der Mut der Mirabal-Schwestern bei ihrem Kampf gegen den Tyrannen gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln.

für das 2021 in Planung

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