Feldflurprojekt "Main-Kinzig-West"

Mehr als 50% der Fläche Deutschlands wird landschaftlich genutzt. Deshalb ist es naheliegend, dass Natur- und Artenschutz auch nur gemeinsam mit der Landwirtschaft nachhaltig gestaltet werden kann.

Das Sonderprogramm „Förderung von Leitarten der Feldflur“ des HMUKLV (Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) schafft die Möglichkeit bestimmte angestrebte Lebensraumverbesserungen und Artenhilfsmaßnahmen im Offenland zu erarbeiten und durchzuführen.

Das Feldflurprojekt „Main-Kinzig-West“, angesiedelt im Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum, ist Teil der Umsetzung der Hessische Biodiversitätsstrategie. Die vorläufige Laufzeit des Projektes erstreckt sich über die Jahre 2018 - 2022. Eine Verlängerung des Projektzeitraums wird angestrebt.

Ziel ist es, über die Konzentration und Kombination von verschiedenen Schutzinstrumenten im Projektgebiet, günstige Erhaltungszustände für die betroffenen Arten zu erreichen.

Der Fokus liegt auf dem vom Aussterben bedrohten Feldhamster als Leit- und Zielart. Zu den gezielten Artenhilfsmaßnahmen zählen die Schaffung von strukturreichen, vielfältigen und kleinparzelligen Ackerflächen, durch die Kombination von Luzernestreifen, Blühflächen und Getreidestreifen.

Insbesondere dem Rebhuhn kommen auch eigens angelegte Blühflächen zu Gute, aber auch die Kombination mit Brachflächen und Getreidestreifen hat sich hier bewährt. Von diesen Maßnahmen profitieren aber natürlich auch weitere Bewohner und Bewohnerinnen der Feldflur, wie die Grauammer, der Feldsperling oder der Feldhase. Auch die Förderung der Ackerwildkräuter zum Schutz der Insekten spielt eine wichtige Rolle.

Weitere Schutzmaßnahmen können sein:

  • die Anlage von Feldlerchenfenstern
  • die Pflege, Erhalt, und die Neuanlage von Hecken, Sträuchern und Bäumen
  • eine regulierte Mahd von Saumstreifen und Böschungen
  • der Erhalt und die Wiederherstellung von Wegrändern und Feldwegen
  • die Entwicklung und Verbreiterung von Uferzonen an Fließgewässern

Im Rahmen des Feldflurprojektes werden ganzjährig Flächen für die Maßnahmenplanung Feldhamster- und Rebhuhnschutz angenommen.

Aktuelles

Arbeitsgemeinschaft Feldhamsterschutz lädt alle mitwirkenden Landwirtinnen und Landwirte in die Artenschutzstation Langgöns ein

Einweihung der Infobanner „Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand“ an der Hohen Straße mit der ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler

Finanzierung und Förderung

Die Finanzierung der Schutz- und Artenhilfsmaßnahmen im Feldflurprojektgebiet können über verschiedene Möglichkeiten realisiert werden. Zum einen gibt es die verfügbaren Schutzinstrumente - HALM, kommunale Mittel und Maßnahmen, Kompensationsmaßnahmen, Ökokonten, Maßnahmen der ehrenamtlichen Naturschutzes und der Hegeringe sowie freiwillige Maßnahmen und der Einsatz von Drittmitteln. Außerdem stehen in geringem Umfang Sachmittel aus dem Sonderprogramm „Förderung der Leitarten der Feldflur“ zur Finanzierung bereit.

Interessierte Akteurinnen und Akteure aus den Bereichen der Landwirtschaft, Jägerschaft, des Naturschutzes, Kommunen, Verbände etc. im Projektgebiet können sich gerne für weitere Informationen an der Amt für Landwirtschaft wenden.

Öffentlichkeitsarbeit

Die beliebte Spazier-, Wander- und Fahrradroute „Hohe Straße“, im Herzen des Projektgebietes zwischen Schöneck und Hanau, ist gleichzeitig wichtiger Wirtschaftsweg für die Landwirtschaft. Mit den folgenden Infobannern wird auf die besondere Rolle der Landwirtschaft für den Artenschutz aufmerksam gemacht und gleichzeitig jeder und jede persönlich in die Verantwortung genommen werden, selbst etwas zum Gelingen des Projektes beizutragen. Sei es durch die Unterstützung regionaler landwirtschaftlicher Produkte oder das Anleinen des Hundes beim Spazierengehen. Erfolgreicher Artenschutz hängt maßgeblich von einem vertrauensvollen und wertschätzenden Miteinander ab.

Themen im Überblick

(für mehr Informationen bitte das jeweilige Bild anklicken)

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