Ein Ort für Begegnung und Gemeinsamkeit
24. Februar 2026 - Seit über einem Jahr ist das Gelände um das ehemalige Amtsgericht in Wächtersbach ein lebendiger Ort, an dem Menschen zusammenkommen. In einem modernen Anbau spielen und lernen Kinder im Alter bis zu drei Jahren in der Naturkrippe Lindenzwerge. Im ersten Stock des sanierten Gerichtsgebäudes bietet die Tagespflege Seniorinnen und Senioren aus Wächtersbach, Brachttal, Bad Soden-Salmünster und Bad Orb Raum für Begegnung und Gemeinsamkeit. 18 Männer und Frauen im Alter zwischen 57 und 98 Jahren sind in der Tagespflege am Lindenplatz regelmäßig in der Zeit von acht Uhr bis 15.30 Uhr zu Gast.
Landrat Thorsten Stolz hat die Einrichtung kürzlich in Begleitung von Wächtersbachs Bürgermeister Andreas Weiher besucht. Empfangen wurden die beiden von den Einrichtungsleiterinnen Karin Begemann und Ivona Ficek. „Wieder einmal wurde in Wächtersbach bewiesen, wie sinnvoll es ist, innovative Konzepte zu entwickeln und umzusetzen.“ Auf dem Gelände seien Einrichtungen entstanden, die das soziale Miteinander stärken, so der Landrat und ergänzte: „Die Tagespflege ermöglicht älteren Menschen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und entlastet gleichzeitig Angehörige. Sie verbindet fachliche Betreuung mit menschlicher Nähe – ein Angebot, das in einer älter werdenden Gesellschaft immer wichtiger wird.“
Die Stadt Wächtersbach hat das ehemalige Amtsgericht mit dem rund 3000 Quadratmeter umfassenden Gelände im Jahr 2018 vom Land Hessen erworben. Ziel war es, ein Haus für Jung und Alt zu schaffen. Damals war die Stadt Wächtersbach bereits Trägerin eines ambulanten Pflegedienstes, der Sozialstation. Ursprünglich war geplant, dass die neu entstehende Tagespflege von einem privaten Anbieter betrieben wird. Doch während der Bauplanungen änderten sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Tagespflegeeinrichtungen. Es musste mehr Frei-Raum für die Betreuten zur Verfügung gestellt werden, erläuterte der Bürgermeister. Statt 22 Personen dürfen in der Einrichtung deshalb nur 18 Personen betreut. Damit war der Betrieb für private Pflege- und Betreuungsdienste wirtschaftlich nicht mehr interessant. „Wir haben daraufhin beschlossen: Wir machen das selbst“, berichtete Bürgermeister Andreas Weiher dem Landrat. In den großzügigen Räumen gäbe es nach seiner Einschätzung ausreichend Platz für weitere Personen. Der Rathauschef ist sicher, dass eine flexiblere Gestaltung von Vorgaben dazu beitragen könnte, mehr Betreuungsplätze anzubieten, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.
5,2 Millionen Euro wurden insgesamt in das soziale Bauprojekt investiert, unter anderem in den Kitaneubau, die denkmalgerechte Sanierung und eine klimaneutrale Heizung. 3,2 Millionen Euro Fördergelder hat die Stadt erhalten.
„Die Tagespflege liegt zentral im Stadtkern. Gleich gegenüber lockt im Sommer die Eisdiele, wenige Gehminuten entfernt der Schlosspark. Auf dem Gelände findet einmal in der Woche ein Wochenmarkt statt. „Damit ist die Tagespflege mitten im gesellschaftlichen Leben“, so Landrat Thorsten Stolz. Er dankte der Stadt Wächtersbach und Bürgermeister Andreas Weiher: „Es ist großartig, dass die Stadt Wächtersbach Verantwortung für die Betreuung, Begleitung und Unterstützung der älteren Generation übernommen hat und eine Tagespflege eigenverantwortlich betreibt.“
Auf dem Programm der Einrichtung stehen neben Gedächtnistraining und Gymnastik auch gemeinsames Kochen, Basteln und Singen. Acht Mitarbeitende – unter ihnen auch eine Köchin und die Fahrer des Fahrdienstes – kümmern sich um das Wohl der Gäste.
Landrat Thorsten Stolz und Bürgermeister Andreas Weiher nahmen sich nach einem Rundgang Zeit; um mit den Tagesgästen ins Gespräch zu kommen. Diese berichteten von Vergangenem, von Hobbys, Familie oder Beruf. „Wir lachen viel“, sagte eine der Damen zu Thorsten Stolz. „Wir sind sehr zufrieden, hier ist es wie in einem Hotel. Wir werden zuhause abgeholt und wieder nach Hause gebracht“, berichtete eine weitere. Eine dritte befand unter zustimmendem Rufen der anderen: „Die Gymnastik ist das Beste – und das Essen.“
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