Interkommunale Zusammenarbeit: Synergien nutzen, Standards harmonisieren
06. Februar 2026 - Im Jahr 2023 ging es mit acht Kommunen und dem Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Main-Kinzig-Kreises los: Sie schlossen sich seinerzeit zusammen, um die Einsammlung und Entsorgung von Abfall gemeinsam in Form einer interkommunalen Zusammenarbeit zu organisieren. Nun haben sieben von aktuell acht weiteren Kommunen ihr Interesse bereits in Beschlüsse konkretisiert. Sie lassen ihre jeweils individuellen Entsorgungsverträge mit Ablauf dieses Jahres enden und treten zum 1. Januar 2027 der interkommunalen Zusammenarbeit bei. In Schlüchtern steht das Thema in Kürze auf der Tagesordnung der Kommunalpolitik – dort entscheiden Stadtverordneten am 9. März über einen Beitritt.
Die Vorteile der interkommunalen Zusammenarbeit liegen auf der Hand: Kompetenzen werden zentral gebündelt, Synergien genutzt und mit einer gemeinsamen Ausschreibung mehr Wettbewerb erzeugt. Die Hoheit über die kommunale Abfallentsorgung verbleibt dabei in den Kommunen. Die Kommunen Bad Soden-Salmünster, Brachttal, Hasselroth, Jossgrund, Nidderau, Schlüchtern, Sinntal und Steinau haben sich gemeinsam auf den Weg gemacht, die Vorteile der möglichen interkommunalen Zusammenarbeit bestmöglich auszugestalten und die seit 2023 bestehende Zusammenarbeit weiterzuentwickeln.
„Wir wollen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger die Entsorgungssicherheit und die Entsorgungsqualität erhöhen und gleichzeitig Kostensteigerungen so gut wie möglich entgegenwirken“, erklärt Erster Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann, zugleich Vorsitzender der Betriebskommission des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft, das gemeinsame Ziel. „Je mehr Städte und Gemeinden mitmachen, desto stärker profitieren alle davon.“
In einem ersten Schritt haben sich die Kommunen darauf verständigt, ihre Abfallsatzungen zu harmonisieren. Denn standardisierte Abfuhrrhythmen, standardisierte Gefäßgrößen und standardisierte Leistungen steigern die Attraktivität der Kommunen in der Ausschreibung für die Entsorgungsunternehmen am Markt. In mehreren Gesprächen haben sich die Bürgermeister und in der Folge auch die Parlamentarierinnen und Parlamentarier mit den Fragen der Standardisierung beschäftigt.
Den Beschlüssen gingen eine Vielzahl von Abstimmungsgesprächen und ein Workshop voraus, den der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft um Betriebsleiter Jochen Hemmer zuvor mit den Verantwortlichen auf Arbeitsebene der Kommunen veranstaltet hatte. „Der Schritt des Zusammenschlusses und der Harmonisierung der Abfallsatzungen ist strategisch richtig und im Interesse der Bürgerinnen und Bürger auch absolut notwendig“, sagt Jochen Hemmer. „Nur gemeinsam können die Kommunen am Markt attraktive Ausschreibungen platzieren.“ Daher sei ein Zusammenschluss in Form der interkommunalen Zusammenarbeit unter dem Dach des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft das richtige Signal in den Markt.
Im nächsten Schritt geht es nun nach den Beschlüssen in den Kommunen darum, die Ausschreibungen vorzubereiten. Hierbei kann der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft auf juristische Begleitung und Expertenwissen eines Instituts bauen, das in den vergangenen Jahren mehrere dieser Prozesse in anderen Landkreisen in Deutschland begleitet hat. „Viele andere Gebietskörperschaften arbeiten bereits in Zusammenschlüssen zusammen und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Auf diesem Vorbild können wir aufbauen“, unterstreicht Erster Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann. In den kommenden Jahren sollen außerdem durch Digitalisierung weitere Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger in den Kommunen gehoben werden.
Bis zum Sommer soll der Ausschreibungs- und Vergabeprozess über die Bühne gegangen sein. Die neue Form der Zusammenarbeit greift dann zum 1. Januar 2027.
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