Kreis modernisiert Integrierte Leitstelle

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Unser Bild entstand bei der Einweihung der modernisierten Integrierten Leitstelle in Gelnhausen. Landrat Thorsten Stolz (Zweiter von links) übergab symbolisch ein Headset an Reiner Kaul, Leiter der Integrierten Leitstelle. Mit im Bild sind Dr. Wolfgang Lenz (Leiter des Amtes für Gesundheit und Gefahrenabwehr, Dritter von links), Kreisbrandinspektor Markus Busanni (Siebter von links), Dr. Manuel Wilhelm (Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Achter von links) und Dr. Richard Georgi (Hessisches Ministerium des Inneren, zuständig für Sicherheit und Heimatschutz, Neunter von links).

10. Februar 2026 - Die Freude bei allen Beteiligten ist groß: Nach einer Umbauphase von etwas mehr als sechs Monaten sind die Räumlichkeiten der Integrierten Leitstelle in Gelnhausen fertiggestellt und wurden nun offiziell eingeweiht. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben nun modern eingerichtete Arbeitsplätze, die den Anforderungen im täglichen Einsatzgeschehen gerecht werden und die es ermöglichen, auch unter Volllast konzentriert zu arbeiten, auch wenn es mal stressiger zugeht. So stellen wir sicher, dass allen Bürgerinnen und Bürger, die den Notruf wählen, schnell geholfen werden kann“, erklärte Landrat Thorsten Stolz während der Einweihungsfeier im Henry-Dunant-Haus in Gelnhausen, wo die Integrierte Leitstelle seit 20 Jahren Hilfs- und Rettungseinsätze koordiniert. Mittlerweile kommen jährlich rund 325.000 Anrufe aus dem Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Hanau rein, davon sind etwa 95.000 Notrufe – eine hohe Schlagzahl. „Die Integrierte Leitstelle zählt zu den modernsten in ganz Hessen und setzt mit großem Erfolg das Telenotarzt-Modell um. So sind wir für den Rettungsdienst, den Brand- und Katastrophenschutz, aber auch den Bevölkerungsschutz, bestens aufgestellt“, betonte der Landrat. Er dankte allen Beteiligten für ihre Geduld und ihre Anstrengungen, das Projekt schnellstmöglich umzusetzen.

Der Main-Kinzig-Kreis hat in die Modernisierung der Räumlichkeiten in Gelnhausen 500.000 Euro investiert. Das Land Hessen hat die technische Ausstattung der Integrierten Leitstelle in den zurückliegenden Jahren mit rund 800.000 Euro unterstützt. Jetzt sind die Räume nicht nur technisch bestens gerüstet für den Rund-um-die-Uhr-Betrieb an 365 Tagen im Jahr, sondern auch, was die Akustik angeht. Und vor allem: Die Technik wurde ausfallsicher gestaltet. Das ist enorm wichtig, denn: „Alle 70 Sekunden klingelt das Telefon, hinzu kommen die Funkgespräche. Das ist eine enorme Schlagzahl, die unser Team jeden Tag leisten muss“, erklärte Reiner Kaul, Leiter der Integrierten Leitstelle.

Zu den zahlreichen Gästen des Tages aus dem Hilfs- und Rettungsbereich und der beteiligten Firmen war seitens des Hessischen Ministeriums des Inneren auch Dr. Richard Georgi nach Gelnhausen gekommen, zuständig für Sicherheit und Heimatschutz. Er betonte, wie wichtig es sei, gut organisierte Strukturen für den Katastrophen- und Bevölkerungsschutz zu haben. Das Land Hessen unterstütze die Vernetzungen der Notrufsysteme, diese Investitionen seien sehr gut angelegt.

33 Mitarbeitende im Hauptamt und acht Aushilfskräfte sorgen für reibungslose Abläufe und geben auch Anleitungen zur Ersten Hilfe am Einsatzort, bis die Rettungskräfte eingetroffen sind. „Das bedeutet eine hohe Belastung auch in emotionaler Hinsicht. Denn die Anruferinnen und Anrufer befinden sich in der Regel in einer Ausnahmesituation und brauchen am anderen Ende des Hörers gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dann die nötige Ruhe und Professionalität besitzen“, betont Dr. Wolfgang Lenz, Leiter des Amtes für Gesundheit und Gefahrenabwehr. Das tägliche Geschehen drehe sich um Einsätze der Feuerwehr und des Rettungsdienstes – hier sei die Integrierte Leitstelle das schlagende Herz.

Vier der insgesamt zwölf Arbeitsplätze befinden sich in einem abgetrennten Raum – dieser kann zum Beispiel für Schulungen oder zusätzliche Hilfskoordinierungen genutzt werden. Die Integrierte Leitstelle des Main-Kinzig-Kreises ist auch nach dem Austritt Hanaus aus dem Kreis weiterhin für die Stadt zuständig und übernimmt überdies auch Notruf-Überläufe aus anderen Landkreisen. Perspektivisch steht jedoch in den nächsten Jahren eine weitere Neuerung an: Geplant ist ein Neubau für die Integrierte Leitstelle.

Landrat Thorsten Stolz macht mit Blick auf den Europäischen Tag des Notrufs am 11.2. darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, die lebensrettende Zahl „112“ zu kennen. „Diese Nummer ist in 44 europäischen Ländern die offizielle Notrufnummer. Sie sollte tatsächlich nur im Notfall gewählt werden, um das System nicht zu überlasten“, so der Landrat.