„Proteste und Forderungen sind nachvollziehbar“

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: „Die Landwirtinnen und Landwirte haben das Gefühl, dass ihre Arbeit und ihre Themen in der Bundespolitik zu wenig gewürdigt und ernst genommen werden“: der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Main-Kinzig, Mark Trageser (Zweiter von rechts), im Gespräch mit Wächtersbachs Bürgermeister Andreas Weiher, Landrat Thorsten Stolz und der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler (von links).

19. Januar 2024 - – Im Nachgang zu den bundesweiten Demonstrationen von Landwirtinnen und Landwirten, an denen auch zahlreiche Betriebe aus dem Main-Kinzig-Kreis teilgenommen haben, haben Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Wächtersbachs Bürgermeister Andreas Weiher, stellvertretend für die Rathäuser im Kreisgebiet, den hiesigen Kreisbauernverbands-Chef Mark Trageser zu einem Gespräch eingeladen. Die Kommunalpolitik stehe geschlossen hinter der Forderung, die finanziellen Belastungen der Landwirtschaft zurückzunehmen, betonten sie im Main-Kinzig-Forum. In der derzeitigen Finanzsituation gebe es zwar nachvollziehbare Gründe zu sparen, „aber mit Bedacht und gut ausbalanciert“, erklärten Thorsten Stolz, Susanne Simmler und Andreas Weiher.

Mark Trageser berichtete von einer hohen Teilnehmerquote aus dem Main-Kinzig-Kreis bei Protesten wie der zentralen Kundgebung in Wächtersbach und den Demofahrten nach Wiesbaden, Frankfurt und Berlin. „Die Landwirtinnen und Landwirte haben das Gefühl, dass ihre Arbeit und ihre Themen in der Bundespolitik zu wenig gewürdigt und ernst genommen werden“, sagte der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Main-Kinzig.

Die jüngsten Sparpläne des Bundesfinanzministeriums bezüglich der Kfz-Steuer für land- und forstwirtschaftliche Betriebe – die bereits zurückgenommen worden sind – und zur Abschaffung der Agrardieselrückvergütung seien eine drohende Belastung, die alle Bauernfamilien angingen und gerade deshalb eine hohe Mobilisierung erzeugt habe. Aber in unterschiedlichem Umfang hätten die landwirtschaftlichen Betriebe auch schon in den Jahren zuvor mehr Bürokratie und Lasten aufgebürdet bekommen, die die tägliche Arbeit zunehmend erschwere. Nach wie vor halte man die Forderung aufrecht, die Sparvorschläge in Gänze zurückzunehmen.

„Wir haben uns von Beginn unserer Proteste an klar abgegrenzt gegen eine rechte Vereinnahmung. Das gilt ohne Wenn und Aber. Rechte Kräfte und Verfassungsfeinde lehnen wir kategorisch ab: Sie sprechen nicht für uns Landwirtinnen und Landwirte“, sagte Mark Trageser.

Landrat Thorsten Stolz, der an der ersten Kundgebung in Wächtersbach im Dezember bereits seine Solidarität ausgedrückt hatte, sieht sowohl den Main-Kinzig-Kreis als auch die Städte und Gemeinden „inhaltlich klar an der Seite der heimischen Landwirtschaft“. „Die Proteste sind nachvollziehbar und die Forderungen sind es auch. Die heimischen Betriebe wollen einfach ihre Arbeit machen können, ohne sich ständig auf andere gesetzliche Bedingungen einstellen zu müssen. Sie wollen, dass ihre Probleme gehört und behandelt werden“, so Stolz.

Im gemeinsamen Gespräch drückten Politik und Kreisbauernverband ihren Dank an die Ordnungsämter und Behörden wie auch an Polizei und Feuerwehr-Einsatzkräfte für das gute Miteinander und die konstruktive Zusammenarbeit aus. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Main-Kinzig, Mark Trageser, bedankte sich ebenso beim Main-Kinzig-Kreis und der kommunalen Ebene für den stets fairen und sachorientierten regelmäßigen Austausch.