Hinweise zum Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner

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Foto: Ein Nest der Raupen des Eichenprozessionsspinners (© Serhii Milekhin, Ukraine / 123RF)

10. Juni 2026 - Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen für Menschen und Tiere gesundheitlich gefährlich sein können. Besonders häufig befällt er Stiel- und Traubeneichen, in deren Baumkronen die Eier abgelegt werden. Zum Schutz vor natürlichen Feinden besitzen die Raupen zahlreiche feine Brennhaare. Diese enthalten ein Nesselgift, das beim Menschen allergische und entzündliche Reaktionen hervorrufen kann.

Im Frühjahr, vor allem im April und Mai, schlüpfen die Raupen mitunter in großer Zahl. Bis zu ihrer Verpuppung im Juli durchlaufen sie mehrere Entwicklungsstadien. Typisch ist ihr Verhalten: In großen Gruppen wandern sie entlang von Stämmen und Ästen – ein Phänomen, das ihnen den Namen „Prozessionsspinner“ eingebracht hat. Dabei bilden sie auffällige, teils fußballgroße Gespinste.

Diese Bereiche, die an Wegen auch häufig abgesperrt werden, gilt es zu meiden. Denn auch ohne den direkten Kontakt drohen starker Juckreiz, Hautentzündungen (die sogenannte „Raupendermatitis“) sowie Reizungen der Augen bis hin zu ernsthaften Entzündungen. Werden die Haare eingeatmet, können auch Atemwege betroffen sein – mit Reizungen von Nase, Hals und Bronchien oder sogar Atemnot, insbesondere bei vorbelasteten Personen. In manchen Fällen treten Symptome erst zeitverzögert auf. Bei schweren Beschwerden wie Atemnot oder asthmatischen Reaktionen sollte umgehend der Rettungsdienst verständigt werden.

Wie kann man sich vor den Tieren schützen?

  • auf aktuelle Warnhinweise achten; Fundorte des Eichenprozessionsspinners im öffentlichen Raum werden in der Regel mit deutlichen Warnplakaten gekennzeichnet
  • Wege nicht verlassen, befallene Eichen meiden
  • befallene Gebiete, wenn möglich von April bis Ende Juli nicht betreten
  • auf Kinder und Haustiere achten und nicht in die Nähe der Fundorte der Raupen lassen
  • weder Raupen noch Gespinste berühren
  • auf keinen Fall sollten Nester eigenhändig entfernt werden, auch nicht im privaten Garten (hierfür gibt es zertifizierte Fachbetriebe)
  • bei Kontakt schnellstmöglich Kleidung wechseln und waschen (mind. 60° C)
  • Duschen und Haare waschen
  • Melden von befallenen Bäumen

Ein erhöhtes Gesundheitsrisiko besteht vor allem dort, wo sich die Raupen in der Nähe von Wohngebieten, Spazierwegen, Sport- und Freizeitanlagen, Schulen, Kindertagesstätten oder Badegewässern befinden. Da die Brennhaare durch den Wind verbreitet werden können, gelangen sie auch in umliegende Bereiche. Häufig sammeln sie sich am Boden unter befallenen Bäumen und haften an Kleidung oder Schuhen.

Die Stelle, an der die befallenen Bäume entdeckt wurden, sind der zuständigen Gemeinde- oder Stadtverwaltung zu melden. Dort werden geeignete Maßnahmen zur Beseitigung der Raupen koordiniert. Von einer eigenständigen Entfernung der Nester – insbesondere im privaten Bereich – wird dringend abgeraten. Aufgrund der gesundheitlichen Risiken und der notwendigen Spezialtechnik sollte die Bekämpfung ausschließlich durch Fachfirmen erfolgen

Weitere Auskünfte gibt es beim Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr unter der Telefonnummer 06051 85 11665.