Starke Prävention für starke Kinderzähne

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Dr. Gunda Adolphi, Sachgebietsleiterin des Zahnärztlichen Dienstes des Main-Kinzig-Kreises und Geschäftsführerin des Arbeitskreises Jugendzahnpflege, bei der Durchführung einer zahnärztlichen Untersuchung.

13. März 2026 - Über viele Jahre zeigte sich im Main-Kinzig-Kreis eine erfreuliche Entwicklung: Immer mehr Kinder wurden mit gesunden Zähnen eingeschult. Kontinuierliche Untersuchungen der Zähne aller Kinder in Kitas und Schulen (Reihenuntersuchungen), praktische Zahnputzübungen sowie die enge Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Jugendzahnpflege trugen messbar dazu bei, Karies zurückzudrängen. Dann kam Corona. Unterbrochene Routinen, geschlossene Einrichtungen und hohe familiäre Belastungen wirkten sich auch auf die Zahngesundheit aus. Vorsorgeuntersuchungen zeitweise ganz ausgesetzt, Alltagsstrukturen gerieten ins Wanken. Bundesweit berichten Fachgesellschaften von einem steigenden Behandlungsbedarf bei Kindern. „Wir sehen, dass sich die Rahmenbedingungen verändert haben“, erklärt Dr. Gunda Adolphi, Sachgebietsleiterin des Zahnärztlichen Dienstes des Main-Kinzig-Kreises und gleichzeitig Geschäftsführerin des Arbeitskreises Jugendzahnpflege. „Gerade deshalb ist es wichtig, unsere bewährte Präventionsarbeit konsequent fortzuführen und weiter zu stärken.“

Zahngesundheit ist weit mehr als ein kosmetisches Thema. Entzündungen im Mundraum können den gesamten Organismus negativ beeinflussen. Schmerzen beeinträchtigen Konzentration und Lernfähigkeit. Frühkindliche Karies wirkt sich langfristig auf das bleibende Gebiss aus. Kinder mit gesundem Milchzahngebiss haben eine 90-prozentige Chance, auch im Erwachsenenalter von gesunden Zähnen zu profitieren.

„Gesunde Zähne sind eine Grundvoraussetzung für allgemeine Gesundheit“, betont Dr. Wolfgang Lenz, Leiter des Amts für Gesundheit und Gefahrenabwehr. „Wenn wir hier frühzeitig unterstützen, stärken wir Kinder in ihrer gesamten Entwicklung.“

Ein entscheidender Erfolgsfaktor bleibt die enge Kooperation zwischen dem Zahnärztlichen Dienst und dem Arbeitskreis Jugendzahnpflege. In diesem Zusammenschluss arbeiten der Öffentliche Gesundheitsdienst gemeinsam mit pädagogischen Einrichtungen, Krankenkassen sowie niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzten an Präventionskonzepten. Die Reihenuntersuchungen in Schulen liefern die Datengrundlage zu weiterführenden, über die üblichen gruppenprophylaktischen Maßnahmen hinaus. Der Arbeitskreis Jugendzahnpflege ergänzt diese durch gruppenprophylaktische Maßnahmen und fachlichen Austausch. So entsteht ein abgestimmtes Vorgehen, das Prävention systematisch verankert. „Diese Partnerschaft sorgt dafür, dass wir Herausforderungen früh erkennen und gezielt reagieren können“, so Dr. Adolphi.

Unterstützung für Familien

Gleichzeitig zeigt sich: Familien stehen heute unter vielfältigem Druck. Berufliche Anforderungen, organisatorische Belastungen und gesellschaftliche Veränderungen prägen den Alltag. Gesundheitsroutinen geraten dabei leicht in den Hintergrund. Hier kommt der Öffentliche Gesundheitsdienst ins Spiel. Durch flächendeckende Angebote in Kitas und Schulen erreicht der Zahnärztliche Dienst alle Kinder – unabhängig von Herkunft oder sozialem Hintergrund. Eltern erhalten Hinweise, wenn Handlungsbedarf besteht. Pädagogische Einrichtungen greifen das Thema im Alltag auf. „Gerade in Zeiten hoher Belastung braucht es stabile öffentliche Strukturen. Unsere Präventionsarbeit schafft Verlässlichkeit und unterstützt Familien dort, wo sie es benötigen“, betont Dr. Lenz.

Die positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre zeigen, dass langfristige Prävention wirkt. Gleichzeitig macht die aktuelle Situation deutlich, dass Gesundheitsförderung kontinuierliche Aufmerksamkeit verlangt. „Wir knüpfen an die Erfolge der Vergangenheit an und richten den Blick nach vorn“, sagt Dr. Adolphi. „Ziel bleibt, jedem Kind im Main-Kinzig-Kreis und in der Stadt Hanau die gleichen Chancen auf gesunde Zähne zu ermöglichen.“ Der Zahnärztliche Dienst steht damit exemplarisch für die Rolle des Öffentlichen Gesundheitsdienstes insgesamt: beobachten, reagieren, stärken – und gemeinsam mit Partnern wie dem Arbeitskreis Jugendzahnpflege nachhaltige Strukturen sichern.

Hintergrund: Tag des Gesundheitsamts

Rund 380 Gesundheitsämter stehen den Menschen in Deutschland jeden Tag mit Rat und Tat zur Seite und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesundheit. Von Infektionsschutz, Hygiene und Umweltmedizin, Brandschutzerziehung bis zum Krisenmanagement und lokaler Netzwerkarbeit: Der Öffentliche Gesundheitsdienst ist breit aufgestellt und nah am Menschen. Im Main-Kinzig-Kreis und für die Stadt Hanau ist diese Aufgabe im Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr des Main-Kinzig-Kreises angesiedelt. Jährlich am 19. März findet der Tag des Gesundheitsamtes statt, initiiert vom Robert-Koch-Institut, um auf die Vielfalt und Bedeutung der Arbeit in den Gesundheitsämtern aufmerksam zu machen. Der Main-Kinzig-Kreis gibt rund um diesen Tag Einblicke in die Arbeit.