Brandschutzerziehung: Wenn Lernen Leben schützt

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Oliver Groß vermittelt Wissen über die Gefahren von Feuer und wie man sich im Falle eines Brandes verhält.

13. März 2026 - Was tun, wenn es plötzlich nach Rauch riecht? Wie verhält man sich richtig, wenn der Fluchtweg versperrt ist? Und warum ist es so wichtig, im Ernstfall Ruhe zu bewahren? Antworten auf diese Fragen bekommen Kinder im Main-Kinzig-Kreis nicht erst im Notfall, sondern schon früh im Schulalltag. Die Brandschutzerziehung ist – vergleichbar mit der Verkehrserziehung der Polizei – fest in den dritten Klassen aller Grundschulen verankert. Ziel ist es, Kinder für Gefahren zu sensibilisieren, ihnen Sicherheit zu geben und richtiges Verhalten einzuüben. Denn Brandschutz bedeutet vor allem: vorbereitet sein.

Insgesamt umfasst die hessenweit einheitliche Brandschutzerziehung 20 Unterrichtseinheiten, die auf mehrere Schultern verteilt sind. Zwölf Unterrichtseinheiten werden von den Lehrkräften im regulären Unterricht vermittelt. Hier lernen die Kinder unter anderem, wie Brände entstehen können, welche Gefahren im Alltag lauern und warum offenes Feuer niemals ein Spielzeug ist. Besonders spannend geht es in den vier Unterrichtseinheiten zu, die der Main-Kinzig-Kreis gestaltet: Die Inhalte werden vertieft – und zwar ganz praktisch und anschaulich. Es geht um Feuerlöscher, Flucht- und Rettungswege und Notrufübungen. Stets nimmt der Main-Kinzig-Kreis dabei den Alltag der Kinder in den Blick.

Ein echtes Highlight sind schließlich die vier Unterrichtseinheiten bei der örtlichen Feuerwehr. Dort dürfen die Schülerinnen und Schüler Feuerwehrfahrzeuge aus nächster Nähe erleben, Ausrüstung kennenlernen und erfahren, wie Feuerwehrleute im Einsatz zusammenarbeiten. Was zuvor im Klassenzimmer besprochen wurde, wird hier greifbar und bleibt im Gedächtnis.

Koordiniert wird die Brandschutzerziehung durch den Brandschutzkoordinator des Amtes für Gesundheit und Gefahrenabwehr des Main-Kinzig-Kreises, Oliver Groß, der dafür sorgt, dass Schulen, Kreisverwaltung und Feuerwehren eng miteinander kooperieren. Diese Vernetzung ist entscheidend, um eine einheitliche, qualitativ hochwertige Brandschutzerziehung im gesamten Kreisgebiet zu gewährleisten.

Ein besonderer Erfolg wurde im Schuljahr 2024/2025 erreicht: Erstmals nahmen alle 74 Grundschulen im Main-Kinzig-Kreis an der Brandschutzerziehung teil. Damit erhalten alle Kinder die gleichen wichtigen Grundlagen, unabhängig davon, wo sie zur Schule gehen. Die Brandschutzerziehung ist damit weit mehr als ein Unterrichtsprojekt. Sie vermittelt Wissen, schafft Vertrauen und kann im Ernstfall Leben retten. Ein wichtiger Baustein der Präventionsarbeit – und ein gutes Beispiel dafür, wie vielfältig Gesundheitsschutz im Alltag aussehen kann. Worum geht es also? Ein Kind fasste es kürzlich so zusammen: „Im Unterricht habe ich gelernt, dass Feuer sehr gefährlich sein kann. Ich weiß jetzt, was ich tun muss, wenn es brennt. Ich rufe die 112 an und sage, wo es brennt.“

Hintergrund: Tag des Gesundheitsamts

Rund 380 Gesundheitsämter stehen den Menschen in Deutschland jeden Tag mit Rat und Tat zur Seite und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesundheit. Von Infektionsschutz, Hygiene und Umweltmedizin, Brandschutzerziehung bis zum Krisenmanagement und lokaler Netzwerkarbeit: Der Öffentliche Gesundheitsdienst ist breit aufgestellt und nah am Menschen. Im Main-Kinzig-Kreis und für die Stadt Hanau ist diese Aufgabe im Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr des Main-Kinzig-Kreises angesiedelt. Jährlich am 19. März findet der Tag des Gesundheitsamtes statt, initiiert vom Robert-Koch-Institut, um auf die Vielfalt und Bedeutung der Arbeit in den Gesundheitsämtern aufmerksam zu machen. Der Main-Kinzig-Kreis gibt rund um diesen Tag Einblicke in die Arbeit.