Gut begleitet von Anfang an
13. März 2026 - Der Übergang von der Kita in die Schule ist für Kinder und ihre Familien ein bedeutender Meilenstein. Genau an diesem Punkt setzt der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) an – mit der Schuleingangsuntersuchung. Sie ist weit mehr als eine formale Pflichtuntersuchung: Sie ist ein bewährtes Instrument, um Kinder frühzeitig zu fördern, Eltern zu beraten und Chancengleichheit zu stärken.
Alle Kinder, die bis zum 1. Juli ihr sechstes Lebensjahr vollenden, werden schulpflichtig und im darauffolgenden Schuljahr eingeschult. Damit jedes Kind gut vorbereitet in diesen neuen Lebensabschnitt starten kann, untersucht sie der Kinder- und Jugendärztliche Dienst des Amtes für Gesundheit und Gefahrenabwehr. Ziel ist es, Entwicklungsstände differenziert zu erfassen, mögliche Unterstützungsbedarfe frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit den Eltern geeignete Wege zu finden.
Eine besondere Vorbereitung ist für die Untersuchung nicht erforderlich. Die Einladung erfolgt je nach Jahrgang mehrere Monate bis wenige Wochen vor der Einschulung. Mitgebracht werden in der Regel das gelbe Vorsorgeheft, der Impfpass, gegebenenfalls ärztliche oder therapeutische Befunde sowie ein vorab ausgefüllter Fragebogen.
Viele Eltern begegnen dem Termin zunächst mit Unsicherheit. „Ich war anfangs unsicher, was bei der Schuleingangsuntersuchung auf uns zukommt“, beschrieb eine Mutter kürzlich ihre Erfahrung. „Am Ende bin ich sehr dankbar, weil wir viele hilfreiche Hinweise bekommen haben.“
Die Untersuchung selbst dauert etwa eine Stunde und wird von einem multiprofessionellen Team aus zwei Fachkräften des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes durchgeführt. Die Mitarbeitenden sind darin geschult, auf die individuelle Situation der Kinder einzugehen. Müdigkeit, Aufregung oder Unsicherheit gehören schließlich für viele Kinder dazu und werden fachlich eingeordnet.
Im Mittelpunkt steht eine standardisierte, auf Kinder zugeschnittene Untersuchung, das hessenweit und in vielen anderen Bundesländern eingesetzt wird. Es erfasst schulrelevante Vorläuferfähigkeiten, unter anderem in den Bereichen Sprache, Wahrnehmung, Motorik, Aufmerksamkeit sowie soziale und emotionale Kompetenzen. Für die Kinder ist die Untersuchung dabei bewusst spielerisch gestaltet. Malen, kleine Aufgaben lösen oder gemeinsam ein Bilderbuch betrachten gehören selbstverständlich dazu. „Am besten fand ich, dass ich malen durfte und wir ein Buch angeschaut haben“, sagte ein Kind vor wenigen Tagen nach der eigenen Schuleingangsuntersuchung.
Ergänzt wird dieses Entwicklungsscreening durch Seh- und Hörtests sowie eine ärztliche Untersuchung mit Messung von Größe, Gewicht, Blutdruck und Herzfrequenz. Bei auffälligen Befunden erhalten die Eltern gezielte Empfehlungen und entsprechende Arztbriefe.
Beratung, Transparenz und Zusammenarbeit
Am Ende der Untersuchung steht ein ärztliches Gutachten für die aufnehmende Schule sowie für die Eltern. Die Ergebnisse werden ausführlich besprochen, Förderhinweise gegeben und offene Fragen geklärt. Die Daten unterliegen selbstverständlich der ärztlichen Schweigepflicht. Die endgültige Entscheidung über die Einschulung trifft die Schulleitung.
Für die Fachkräfte im Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr steht dabei stets die partnerschaftliche Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Dr. Simone Karau, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und Sachgebietsleiterin des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes, beschreibt es so: „Wir erleben immer wieder, wie erleichtert Eltern sind, wenn sie merken: Wir schauen gemeinsam und lösungsorientiert auf das Kind.“
Die Schuleingangsuntersuchung ist ein Beispiel dafür, wie der Öffentliche Gesundheitsdienst Kinder und Familien in sensiblen Übergangsphasen begleitet. Mit fachlicher Expertise, Prävention und Beratung trägt der ÖGD dazu bei, gesundheitliche und entwicklungsbezogene Voraussetzungen für Bildungserfolg zu schaffen – unabhängig von Herkunft oder sozialem Hintergrund. Damit wird deutlich: Der Öffentliche Gesundheitsdienst ist ein verlässlicher Begleiter in allen Lebenslagen – von Anfang an
Hintergrund: Tag des Gesundheitsamts
Rund 380 Gesundheitsämter stehen den Menschen in Deutschland jeden Tag mit Rat und Tat zur Seite und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesundheit. Von Infektionsschutz, Hygiene und Umweltmedizin, Brandschutzerziehung bis zum Krisenmanagement und lokaler Netzwerkarbeit: Der Öffentliche Gesundheitsdienst ist breit aufgestellt und nah am Menschen. Im Main-Kinzig-Kreis und für die Stadt Hanau ist diese Aufgabe im Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr des Main-Kinzig-Kreises angesiedelt. Die Schuleingangsuntersuchung im Landkreis und in Hanau gehört zu seinen vielen Aufgaben, mit denen Menschen in allen Lebensphasen unterstützt werden. Jährlich am 19. März findet der Tag des Gesundheitsamtes statt, initiiert vom Robert-Koch-Institut, um auf die Vielfalt und Bedeutung der Arbeit in den Gesundheitsämtern aufmerksam zu machen. Der Main-Kinzig-Kreis gibt rund um diesen Tag Einblicke in die Arbeit.
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