„Eine gute Vorbereitung hilft, Ruhe zu bewahren“

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Neben der Krisenbewältigung durch Feuerwehren und Hilfs- und Rettungsverbänden kann auch jeder Privathaushalt etwas zur Stabilisierung einer flächendeckenden Notlage tun. (Archivfoto: Kreispressestelle)

06. Februar 2026 - „Eine verlässliche Notfallvorsorge und vorausschauende Planung sind zentrale Bausteine, um auf Mangellagen und außergewöhnliche Krisensituationen vorbereitet zu sein. Das gilt für die Behörden, die den Katastrophen- und Bevölkerungsschutz koordinieren. Das gilt aber auch für jeden Privathaushalt. Eine gute Vorsorge ist immer ein Gemeinschaftsprojekt“, erklärt Landrat Thorsten Stolz. Der Main-Kinzig-Kreise und seine 28 Städte und Gemeinden arbeiten im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes kontinuierlich und eng zusammen. Krisen- und Einsatzpläne werden regelmäßig fortgeschrieben, überprüft und in Übungen anhand unterschiedlicher Szenarien erprobt. „Wir wollen im Ereignisfall schnell, koordiniert und wirksam handeln können. Ziel ist es, die grundlegende Versorgung der Bevölkerung auch bei einer etwaigen Großschadenslage sicherzustellen. Dabei kann aber auch jeder und jede Einzelne mithelfen“, so Stolz.

Staatliche Stellen, Hilfsorganisationen, Unternehmen und die Bürgerinnen und Bürger tragen gemeinsam Verantwortung: Öffentliche Stellen schaffen die organisatorischen und strukturellen Voraussetzungen, koordinieren Einsätze und stellen Informationen bereit; Feuerwehren, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk und weitere Hilfs- und Rettungsorganisationen reagieren mit konkreten Maßnahmen auf die jeweilige Lage vor Ort. Die private Notfallvorsorge wiederum ergänzt dieses System und stärkt dessen Wirksamkeit erheblich, indem sie die Eigenständigkeit jedes Einzelnen erhöht und Einsatzkräfte entlastet.

Ein zentrales Ziel privater Vorsorge ist es, kurzfristige Versorgungsengpässe eigenständig überbrücken zu können. Dazu gehören ausreichende Vorräte an Lebensmitteln und Trinkwasser, wichtige Medikamente, Hygieneartikel sowie einfache Hilfsmittel wie Taschenlampen, Batterien oder ein batteriebetriebenes Radio. Das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr des Main-Kinzig-Kreises empfiehlt, sich für einen Zeitraum von bis zu zehn Tagen selbst versorgen zu können. Diese Zeitspanne gibt den Behörden und Einsatzkräften den notwendigen Handlungsspielraum, um Strukturen wiederherzustellen oder gezielte Hilfe zu leisten.

Denkbare Szenarien für eine Mangellage sind vielfältig. Dazu zählt beispielsweise ein flächendeckender Stromausfall, der nicht nur Licht und Heizung, sondern auch Kommunikation, Wasserversorgung und den Zahlungsverkehr beeinträchtigen kann. Auch extreme Wetterlagen, Lieferkettenstörungen oder technische Defekte können Auswirkungen auf die Grundversorgung haben. „Eine gute Vorsorge hilft, Ruhe zu bewahren und handlungsfähig zu bleiben, selbst wenn gewohnte Abläufe zeitweise nicht funktionieren“, erklärt Landrat Thorsten Stolz, zuständiger Dezernent für die Untere Katastrophenschutzbehörde im Main-Kinzig-Kreis.

Kommt es zu einer solchen Lage, werden vor Ort konkrete Anlaufstellen geschaffen, sogenannte Leuchttürme, etwa in Bürger-, Dorfgemeinschafts- oder Feuerwehr-Gerätehäusern. Diese dienen als Informations-, Kommunikations- und gegebenenfalls als Hilfspunkte, an denen Bürgerinnen und Bürger Unterstützung erhalten, Notrufe absetzen und je nach Lage neben Informationen auch Wasser oder einen Zugang zu Strom bekommen können.

„Insgesamt stärkt eine gute Notfallvorsorge die Widerstandsfähigkeit der Zivilgesellschaft im Main-Kinzig-Kreis“, so Landrat Thorsten Stolz. „Wer vorbereitet ist, handelt besonnener. Wer sich mit Notfallvorsorge beschäftigt und sich und seine Familie vorbereitet hat, trägt aktiv etwas zum Schutz und zur Unterstützung seiner Nächsten bei.“

Hintergrund: Privat vorsorgen für Krisen und Katastrophen

Der Main-Kinzig-Kreis und die hiesigen Hilfs- und Rettungsverbände informieren in unterschiedlicher Form darüber, wie man sich auf eine Krise oder eine Katastrophe ein gutes Stück vorbereiten kann. Informationen finden sich zudem auf den Internetseiten des Main-Kinzig-Kreises (www.mkk.de, unter „Brand- und Katastrophenschutz“) sowie des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK, www.bbk.bund.de). Das BBK gibt klare Empfehlungen, wie jeder Bürger mit einfachen Mitteln seine Sicherheit und die seiner Familie verbessern kann. Dazu gehört, einen Vorrat an haltbaren Lebensmitteln und Trinkwasser für möglichst zehn Tage im Haushalt zu haben. Für eine längere Lagerung eignen sich Konserven, Reis, Nudeln und lang haltbare Getränke dazu, kürzer haltbare Lebensmittel sollten rechtzeitig neu besorgt werden. Ein Speiseplan, der die gelagerten Lebensmittel regelmäßig integriert, hilft beim Erneuern des Bestands. Ebenso wichtig ist die Bereithaltung technischer Hilfsmittel wie batteriebetriebene Taschenlampen, ein batteriebetriebenes Radio oder eine Powerbank für das Smartphone. Diese Geräte sind im Fall eines Stromausfalls unverzichtbar, um informiert zu bleiben und über eine längere Zeit noch Kontakte aufrechtzuerhalten. Für die frühzeitige Warnung, etwa vor herannahenden Unwettern oder Gefährdungen nach Großbränden, ist die Installation von kostenfrei verfügbaren Warnapps auf dem Smartphone ratsam, etwa „Hessen-Warn“. Ergänzend empfiehlt das BBK, wichtige Dokumente griffbereit zu halten und einen persönlichen Notfallplan zu erstellen, damit alle Familienmitglieder im Ernstfall wissen, was zu tun ist. Ein Infoflyer mit mehr Tipps und Hinweisen kann auf der Website des Main-Kinzig-Kreises heruntergeladen werden (www.mkk.de, unter „Brand- und Katastrophenschutz“).