Wo Hessen und Bayern sich beim Edelbrand treffen

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Destillateur und Inhaber Arno Dirker führte Landrat Thorsten Stolz (links) durch seine Edelbrennerei und erläuterte die Prozesse.

25. September 2026 - Wer die Edelbrennerei Dirker besuchen möchte, muss zunächst nach Bayern fahren, obwohl der Betrieb im Main-Kinzig-Kreis liegt. Der kleine Freigerichter Weiler Hüttelngesäß ist ausschließlich über bayerische Straßen erreichbar. Hier stellt Arno Dirker seit Jahrzehnten Obstbrände und andere Destillate her, die weit über die Region hinaus bekannt sind. Bei einem Informationsbesuch hat sich Landrat Thorsten Stolz über die Arbeit des Familienunternehmens informiert. Arno Dirker führte ihn über das Gelände und gab Einblicke in die Herstellung seiner Produkte. Dabei ging es auch um die Herausforderungen, die der Standort unmittelbar an der Landesgrenze mit sich bringt.

„Die Edelbrennerei Dirker ist ein Familienbetrieb, der zeigt, wie viel unternehmerisches Können und Erfahrung in unserer Region stecken. Arno Dirker hat sich mit seinen Produkten weit über den Main-Kinzig-Kreis hinaus einen Namen gemacht“, sagte Landrat Thorsten Stolz. „Mir ist wichtig, mit unseren heimischen Unternehmen im Gespräch zu bleiben und aus erster Hand zu erfahren, was sie beschäftigt. Gerade an einem Standort wie diesem, an dem zwei Bundesländer unmittelbar aufeinandertreffen, braucht es einen engen Austausch.“

Die Geschichte der Brennerei begann mit der Verarbeitung von Obst aus dem elterlichen Betrieb in Mömbris. Aus den Anfängen entwickelte sich im Laufe der Jahre ein Unternehmen mit einer großen Auswahl an Bränden, Geisten und Likören. Die Früchte für die Destillate stammen zum Teil von eigenen Obstplantagen, die sich auf bayerischem Gebiet befinden. Neben klassischen Sorten wie Äpfeln, Birnen und Zwetschgen verarbeitet Arno Dirker auch seltene Früchte und Kräuter. Entscheidend für die Qualität der Erzeugnisse sind die Auswahl des Obstes und der richtige Erntezeitpunkt. Bei der anschließenden Destillation kommt es darauf an, die Aromen der jeweiligen Frucht möglichst unverfälscht zu erhalten.

Bei der Führung erläuterte der Destillateur dem Landrat auch die Schwierigkeiten, die sich aus der ungewöhnlichen Lage ergeben. Während die landwirtschaftliche Hofstelle in Bayern liegt, befindet sich die Brennerei auf hessischem Boden. Die Landesgrenze verläuft mitten durch das unmittelbare Umfeld des Betriebs. Das hat Auswirkungen auf die Zuständigkeiten der Behörden und auf alltägliche Fragen, etwa bei der Versorgung des Anwesens oder der Erreichbarkeit im Notfall.

„Wir sind hier in einer besonderen Situation. Unser Betrieb gehört zu Hessen, aber unser Alltag spielt sich in vielen Bereichen auf der bayerischen Seite ab“, erklärte Arno Dirker. „Da ist es wichtig, dass die zuständigen Stellen miteinander sprechen und praktikable Lösungen finden. Ich freue mich, dass sich der Landrat persönlich Zeit genommen hat, um sich unsere Situation vor Ort anzuschauen.“

Für zahlreiche Bereiche bestehen bereits Regelungen, die den Betrieb und die Versorgung des Anwesens ermöglichen. Bei einzelnen Fragen gibt es weiterhin Abstimmungsbedarf. Der Main-Kinzig-Kreis steht dazu mit Arno Dirker im Austausch und hat die verschiedenen Themen gemeinsam mit ihm aufgearbeitet.

„Für die Menschen und Unternehmen muss im Alltag klar sein, an wen sie sich wenden können. Das gilt besonders dann, wenn unterschiedliche Zuständigkeiten aufeinandertreffen“, sagte der Landrat. „Wir werden den Austausch fortsetzen und dort, wo es noch offene Fragen gibt, gemeinsam mit den Beteiligten nach Lösungen suchen.“

Auch die Geschichte des Standorts kam bei dem Besuch zur Sprache. Als Dank für den Fortbestand seiner Brennerei ließ Arno Dirker auf dem Hof eine kleine Kapelle errichten. Dort können auch standesamtliche Trauungen stattfinden. Die Kapelle ist damit ein weiterer ungewöhnlicher Bestandteil des Familienbetriebs, dessen Geschichte eng mit der hessisch-bayerischen Landesgrenze verbunden ist.