Landrat Thorsten Stolz besucht gemeinsam mit Bürgermeister Schejna die Werner Weide GmbH in Rodenbach
21. September 2026 - Auf der Ausbildungsmesse im Rahmen der diesjährigen Wächtersbacher Messe ist Landrat Thorsten Stolz die Werner Weide GmbH aufgefallen. Der Betrieb mit 17 Beschäftigten fertigt Kunststofflösungen für anspruchsvolle industrielle Anwendungen und warb dort um Nachwuchs. „Mir hat gefallen, wie offen und sympathisch die jungen Leute angesprochen wurden. Deshalb wollte ich das Unternehmen und seine Führung persönlich kennenlernen“, sagte der Landrat bei seinem Besuch in Rodenbach, bei dem er von Bürgermeister Klaus Schejna begleitet wurde. „Es ist gut, wenn ein mittelständischer Betrieb solche Veranstaltungen nutzt, um zu zeigen, was er macht und welche beruflichen Möglichkeiten er bietet.“
Von selbst kommen nur wenige Schulabgänger auf die Idee, sich bei einem Spezialisten für Kunststoffbehälter und Rohrleitungen zu bewerben. „Wir arbeiten in einer Nische. Viele wissen gar nicht, dass es diesen Beruf und solche Betriebe gibt“, sagte Geschäftsführer Martin Hanke. Wer sich darauf einlasse, finde anspruchsvolle und abwechslungsreiche Aufgaben vor. „Wir haben eine super Truppe und eine gute Stimmung im Betrieb“, so der Geschäftsführer.
Die Werner Weide GmbH fertigt Behälter, Apparate und Rohrleitungen aus Kunststoff nach Kundenanforderungen und übernimmt auch Montage und Inbetriebnahme. Im Mittelpunkt stehen Anwendungen für die chemische Industrie. Dazu gehören beispielsweise Rohrleitungen für Medien, an die besondere Anforderungen gestellt werden. Die spezialisierten Arbeiten stellen hohe Anforderungen an die Qualifikation der Beschäftigten. Deshalb gehören regelmäßige Weiterbildungen ebenso zum Betriebsalltag wie Schweißerprüfungen, bei denen die Mitarbeiter ihre fachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten nachweisen.
Die Geschichte des Betriebs begann 1980. Gründer Werner Weide, der Schwiegervater von Martin Hanke, hatte Gas- und Wasserinstallateur gelernt und kam bei Heraeus in den damals noch jungen Bereich der Kunststoffverarbeitung. Diese Spezialisierung brachte ihn auf die Idee, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Nach mehreren Standortwechseln hat die Firma seit 2011 ihren Sitz in Rodenbach. Martin Hanke führt sie heute in zweiter Generation.
Die Auftragslage sei weiterhin gut, berichtete der Geschäftsführer. Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage sei es zwar derzeit etwas ruhiger geworden. Solche Phasen habe der Betrieb in den vergangenen Jahrzehnten jedoch bereits erfolgreich gemeistert. Die Erfahrung zeige, dass sich die Nachfrage wieder erhole. Zugleich profitiere das Unternehmen davon, dass es in der näheren Umgebung nur wenige direkte Wettbewerber gebe. Wachsen um jeden Preis ist für Hanke kein Ziel. Die heutige Größe ermögliche kurze Wege und einen engen Austausch im Team. „Viele Beschäftigte bleiben lange im Unternehmen, zugleich ist die Belegschaft jung“, sagte Martin Hanke. Sein Betrieb setze auf geregelte Arbeitszeiten und einen offenen Umgang. Kostenfreie Getränke gehören ebenso zum Angebot wie das Jobrad, das deutlich stärker angenommen werde als zunächst erwartet.
Auch bei der Personalsuche setzt Hanke auf Praxis statt auf lange Bewerbungsverfahren. Wer für eine Stelle infrage kommt, kann zunächst einen Probetag im Betrieb absolvieren. So können die Bewerberinnen und Bewerber selbst erleben, ob Arbeit und Team zu ihnen passen – und umgekehrt.
Nachwuchs auszubilden bleibt für den spezialisierten Betrieb eine wichtige Aufgabe. Zwei junge Menschen haben zuletzt ihre Ausbildung bei Werner Weide absolviert. Einer von ihnen konnte die Ausbildungszeit verkürzen, der zweite schloss seine Ausbildung in diesem Sommer ab. Dass sich die Kunststofftechnikerschule direkt in Gelnhausen befindet, ist für Hanke ein großer Standortvorteil. Er selbst engagiert sich im Förderverein der Schule.
Für den Landrat zeigt der Betrieb, welche Stärke in hoch spezialisierten mittelständischen Unternehmen steckt: „Solche Firmen verfügen über Wissen, das über Jahrzehnte gewachsen ist. Damit das so bleibt, müssen junge Menschen überhaupt erst erfahren, welche interessanten Berufe direkt vor ihrer Haustür auf sie warten.“
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