Landgasthof Am Brunnen in Mottgers erhält Auszeichnung „Hessens beste Dorfgasthäuser“

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Der Gasthof „Am Brunnen“ in Mottgers gehört zu den „Besten Dorfgasthäusern Hessens“: Landrat Thorsten Stolz (links) und Sinntals Bürgermeister Thomas Henfling (rechts) gratulieren Johanna und Harald Knobel zu der Auszeichnung.

18. September 2026 - „Eigentlich hatten wir gehofft, in diesem Jahr die tausendste Hochzeit zu schaffen, aber es wird wohl Anfang des nächsten Jahres werden.“ Dass Harald und Johanna Knobel in ihrem Landgasthof Am Brunnen in Mottgers und mit ihrem Partyservice viel an gastronomischer Erfahrung zusammengetragen haben, lässt sich an dieser Zahl erkennen. Nun ist eine weitere Auszeichnung hinzugekommen: Der Landgasthof gehört in diesem Jahr zu „Hessens besten Dorfgasthäusern“. Kürzlich besuchte Landrat Thorsten Stolz gemeinsam mit Sinntals Bürgermeister Thomas Henfling den Gasthof, um Johanna und Harald Knobel zur Auszeichnung zu gratulieren und eine Urkunde des Main-Kinzig-Kreises für die gastgewerbliche Leistung der beiden zu überreichen.

„Ich freue mich, dass Johanna und Harald Knobel mit ihrem Gasthof ausgezeichnet worden sind. Das Lokal ist zum ersten Mal dabei. Für mich war das einer von vielen Gründen, persönlich nach Mottgers zu kommen, um Glückwünsche zu überbringen. Man muss Mut, Durchhaltevermögen, aber auch ein kleines bisschen an positiver Verrücktheit mitbringen, um sich der Gastronomie zu verschreiben.“

Harald Knobel bedankte sich für die Wertschätzung: „Es ist wichtig, gastronomisches Engagement zu würdigen und kulinarische Kultur sichtbar zu machen. Die Auszeichnung bestätigt unser Schaffen, berührt uns und spornt uns vor allem an.“ Wirte seien von Natur aus Optimisten. Sonst hätten sie diesen Beruf nicht gewählt. Die Gastronomie sei allerdings in ihrer Existenz gefährdet: durch einen Mix aus Konsumzurückhaltung, steigenden Kosten und dem Mangel an Nachfolgerinnen und Nachfolgern. Vor allem im ländlichen Bereich stehe die Branche vor großen Herausforderungen. „Genau deshalb ist ‚Hessens beste Dorfgasthäuser‘ ist eine gute Initiative, um dem entgegenzuwirken und Orte der Geselligkeit und des Genusses herauszustellen“, ergänzte Landrat Thorsten Stolz.

Begonnen hat die Geschichte des Landgasthofs 1992 als Catering-Unternehmen. Für ein Familienfest nutzten die Knobels Stall und Scheune und kamen dabei auf die Idee, ein Restaurant einzurichten. Stall und Scheune wurden umgebaut, 1997 eröffnete das Restaurant.

Das Herz des Ganzen war damals und blieb seither die Küche. Denn vieles von dem, was für den Restaurantbetrieb gebraucht wurde, war durch das Catering ohnehin vorhanden. Teller, Tische, Besteck und Dekoration gehörten bereits zur Ausstattung.

Auf den Tisch kommt, was auch die Geschichte des Hauses ausmacht: Bodenständiges steht neben Gerichten, bei denen Harald Knobel Neues ausprobiert. Auf der Karte finden sich etwa Schweinemedaillons und Schnitzel ebenso wie Spinatknödel „Südtiroler Art“, Lachs oder vegane Rote-Bete-Falafel. Lebensmittel versuchen die Knobels möglichst aus der Region und ohne lange Transportwege zu beziehen. Auf deklarationspflichtige Zusatzstoffe in der Speisekarte verzichten sie nach eigenen Angaben bewusst.

Zunächst hatten Johanna und Harald Knobel über Gästezimmer nachgedacht. Weil aber immer wieder Anfragen für größere Feiern kamen, entstand über dem Restaurant stattdessen ein großer Saal, außerdem eine Ferienwohnung.

Dass Catering ein Standbein blieb, erwies sich während der Corona-Pandemie als wichtig. Als im Restaurant keine Gäste bewirtet werden konnten, halfen das Catering und die vorhandene Ausstattung, den Betrieb durch diese Zeit zu bringen. In der Weihnachtszeit etwa gab Johanna Knobel an der Tür Gänse zum Mitnehmen aus, die ihr Mann in der Küche zubereitet hatte, warmgehalten in den Behältern, die sonst bei Catering-Aufträgen zum Einsatz kommen.

Verändert hat sich der Betrieb vor allem beim Personal. Vor der Pandemie beschäftigten die Knobels 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, heute führen sie den Betrieb zu zweit. Harald Knobel steht in der Küche, Johanna Knobel übernimmt den Service. Personal für die Gastronomie zu finden, sei inzwischen sehr schwer, erläuterte Johanna Knobel.

Das wirkt sich auch auf die Öffnungszeiten aus: Das Restaurant öffnet am Wochenende, unter der Woche wird vorbereitet, was am Wochenende ansteht im Lokal wie im Catering. Nach Angaben von Harald Knobel ist der Landgasthof der größte Caterer im oberen Main-Kinzig-Kreis. Das Spektrum der Aufträge ist entsprechend breit. „Wir können mit alles“, sagte er.

Über viele Jahre bildete der Betrieb auch Nachwuchs aus. Rund 50 junge Menschen absolvierten nach seit der Gründung dort ihre Ausbildung. Mittlerweile bildet der Gasthof nicht mehr aus.

„Der Main-Kinzig-Kreis ist kulinarisch sehr vielseitig aufgestellt, das sieht man an Betrieben wie ‚Am Brunnen‘. Hier wird regional, saisonal und vor allem mit Leidenschaft gekocht. Die Gäste wissen es zu schätzen, in ansprechendem Ambiente gut zu essen. Wir als Main-Kinzig-Kreis wollen unseren Teil dazu beitragen, dass die gastronomische Vielfalt und Vielseitigkeit erhalten bleibt.“