Interessierte Schulklassen für Präventionsprogramm gesucht
03. September 2026 - Der Main-Kinzig-Kreis setzt das Präventionsprogramm „Verrückt? Na und! – Seelisch fit in der Schule“ fort und baut das Angebot nach dem erfolgreichen Auftakt im ersten Halbjahr aus. Der Kinder- und Jugendärztliche Dienst des Amts für Gesundheit und Gefahrenabwehr setzt das Programm seit Anfang des Jahres in Zusammenarbeit mit hiesigen Schulen um. Nun können sich weitere interessierte Schulen und Schulklassen der Jahrgangsstufen 8 bis 13 für das Programm melden.
Im Mittelpunkt des rund fünfstündigen Angebots steht die psychische Gesundheit von Jugendlichen. Gemeinsam mit zwei Expertinnen und Experten setzen sich die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrkräfte offen mit psychischen Krisen auseinander. Dabei geht es unter anderem darum, Warnsignale frühzeitig zu erkennen, persönliche Bewältigungsstrategien kennenzulernen und zu erfahren, wo im Bedarfsfall professionelle Unterstützung zu finden ist.
„Psychische Gesundheit ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheit insgesamt. Gerade bei Jugendlichen ist es entscheidend, dass Krisen früh wahrgenommen und nicht zum Tabuthema werden“, sagt Dr. Simone Karau, Sachgebietsleiterin im Kinder- und Jugendärztlichen Dienst des Main-Kinzig-Kreises. Das Programm biete die Möglichkeit, in geschütztem Rahmen offen über ein sensibles Thema zu sprechen und Hemmschwellen abzubauen.
Die Praxistage an den Schulen, genannt „Schultage“, verbinden Information, Austausch und praktische Übungen. Die Jugendlichen lernen, psychische Belastungen besser einzuordnen und sich bei Bedarf rechtzeitig Hilfe zu holen. Gleichzeitig werden auch die Lehrkräfte für Warnsignale sensibilisiert und in ihrem Umgang mit psychischen Krisen gestärkt. Ziel ist es, Wissen und Sicherheit zu vermitteln und damit dazu beizutragen, dass junge Menschen in schwierigen Situationen frühzeitig Unterstützung erhalten. „Psychische Erkrankungen sind Krankheiten wie jede andere auch, und da die Schule der Ort ist, an dem Kinder und Jugendliche einen großen Teil ihres Tages verbringen, setzen wir mit ‚Verrückt? Na und!‘ genau dort an“, erklärt Dr. Simone Karau. „Wir schaffen Raum, offen über psychische Gesundheit zu sprechen.“
Dass das Konzept gut angenommen wird, zeigen die Rückmeldungen aus den bereits durchgeführten Schultagen, darunter in Gelnhausen und Hanau. Besonders positiv wird von Schülerinnen und Schülern die offene und zugleich geschützte Gesprächsatmosphäre hervorgehoben und „dass so offen geredet wurde und man Wichtiges gelernt hat, worüber man vorher nicht gesprochen hat“. Auch seitens der Lehrkräfte gab es positive Resonanz: „Ich fühle mich als Lehrkraft durch den ‚Verrückt? Na und!‘-Schultag sicherer im Umgang mit psychischen Krisen und habe viel Neues über meine Schülerinnen und Schüler erfahren.“
Für die Schulen ist die Teilnahme mit wenig organisatorischem Aufwand verbunden. Die Lehrkräfte müssen keine umfangreichen Vorbereitungen treffen und stellen lediglich geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Organisation des „Schultags“ übernimmt der Main-Kinzig-Kreis.
Interessierte Schulen können sich ab sofort an die Projektkoordinatorinnen des Amts für Gesundheit und Gefahrenabwehr, Iris Jander und Julia Winter, wenden. Sie sind unter der Telefonnummer 06051 8511566 oder per E-Mail an kjaed.gesundheitsamt@mkk.de erreichbar und informieren über das Programm und die weiteren Einzelheiten.
Mit der Fortsetzung von „Verrückt? Na und!“ möchte der Main-Kinzig-Kreis das Bewusstsein für psychische Gesundheit weiter stärken und Schulen dabei unterstützen, einen offenen und sicheren Umgang mit psychischen Krisen zu fördern. Die positiven Erfahrungen der ersten Schultage machen Mut, diesen Weg gemeinsam mit Schulen und Jugendlichen weiterzugehen.
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