Empfehlungen für den Naturpark
26. August 2026 - Wo steht der Naturpark Hessischer Spessart fünf Jahre nach Verabschiedung seines Naturparkplans, und welche Themen sollen künftig stärker in den Mittelpunkt rücken? Eine jetzt abgeschlossene Evaluation zieht Bilanz und gibt Empfehlungen für die weitere Arbeit. Gleichzeitig liegt erstmals ein Gestaltungskonzept für die Erholungsanlagen im Naturpark vor. Annika Ludwig, Geschäftsführerin des Zweckverbandes Naturpark Hessischer Spessart e.V., übergab Evaluation und Gestaltungskonzept kürzlich dem Ersten Kreisbeigeordneten Andreas Hofmann.
Der 2021 verabschiedete Naturparkplan bildet mit fünf Handlungsfeldern und 14 Handlungszielen die strategische Grundlage für die Arbeit des Zweckverbands. Die von Beginn an vorgesehene Evaluation sollte zeigen, was inzwischen umgesetzt wurde und wo angesichts veränderter Rahmenbedingungen nachgesteuert werden müsste. Dafür wurden die Projekte seit 2021 ausgewertet. In Workshops brachten regionale Akteure ihre Perspektive ein, ebenso die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle. Rund 300 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich an einer Online-Befragung. Hinzu kamen Gespräche mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Mitgliedskommunen sowie weiteren kommunalen Vertreterinnen und Vertretern.
Der Erste Kreisbeigeordnete dankte zunächst allen, die sich so engagiert beteiligt haben. „Der Naturparkplan gibt uns seit fünf Jahren die Richtung vor. Jetzt war der richtige Zeitpunkt zu schauen, was wir erreicht haben und wo wir unsere Schwerpunkte verändern müssen“, betonte Andreas Hofmann, der auch Vorsitzender des Zweckverbands Naturpark Hessischer Spessart ist. „Die Evaluation zeigt uns sehr konkret, worauf wir in den kommenden Jahren aufbauen können.“ Finanziert wurde sie im Rahmen der Landesförderung des Landes Hessen für die hessischen Naturparke.
Die Bilanz zeigt, dass seit 2021 zahlreiche Vorhaben umgesetzt oder angestoßen wurden. Im Bereich Erholung und nachhaltiger Tourismus wurden die Angebote weiterentwickelt. Das gilt für das Wandern und Mountainbiken ebenso wie für das Trekking. Künftig soll stärker auf Qualität und die langfristige Sicherung erfolgreicher Angebote gesetzt werden, statt sie unbegrenzt auszuweiten. Auch die Bildungsarbeit ist gewachsen. Die Evaluation sieht in diesem Bereich weiteres Potenzial. Im Rahmen eines LEADER-Projekts entstanden bereits sechs Naturparkschulen und drei Naturpark-Kitas.
Zugleich empfiehlt die Evaluation eine klarere Aufgabenteilung. Wo andere regionale Akteure über größere fachliche Zuständigkeiten verfügen, soll sich der Naturpark stärker auf die Zusammenarbeit und eine unterstützende Rolle konzentrieren. „Wir wollen nicht einfach möglichst viele Projekte umsetzen, sondern dort ansetzen, wo wir mit unseren Ressourcen wirklich etwas bewegen können“, sagte Annika Ludwig, „Dazu gehört auch, erfolgreiche Angebote langfristig zu sichern und an anderer Stelle stärker mit unseren Partnern zusammenzuarbeiten.“
Parallel zur Evaluation wurde im Rahmen eines LEADER-Förderprojekts ein Konzept für die künftige Gestaltung der Erholungsanlagen erarbeitet. Viele Anlagen wurden über einen längeren Zeitraum unterschiedlich weiterentwickelt und sind teilweise in die Jahre gekommen. Eine gemeinsame Gestaltungslinie fehlte bislang beispielsweise bei der Beschilderung und bei Hütten. Das galt auch für Plätze und weitere Einrichtungen.
Das neue Konzept schafft dafür eine gestalterische und technische Grundlage. Es erfasst unter anderem Informationstafeln und Wegweiser sowie Bänke und Rastplätze. Hinzu kommen Schutzhütten, Trekkingplätze und die Startpunkte von Wander- oder Mountainbikeangeboten. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, überall identische Anlagen zu schaffen. Ein flexibles Baukastensystem soll Anpassungen an den jeweiligen Ort ermöglichen und trotzdem für Wiedererkennbarkeit sorgen. Bei der Planung spielen Nachhaltigkeit und Robustheit eine wichtige Rolle. Ebenso berücksichtigt werden Barrierefreiheit und ein einheitlicher Wiedererkennungswert. Die Anlagen sollen sich möglichst harmonisch in die Landschaft einfügen. Informationen und interaktive Elemente können das Naturerlebnis vor Ort zusätzlich erweitern.
„Wir müssen künftig nicht bei jeder neuen Bank oder Informationstafel wieder bei null anfangen. Das gilt genauso für Rastplätze und Schutzhütten“, so Annika Ludwig. „Das Konzept gibt uns eine gemeinsame Linie vor und lässt trotzdem genug Spielraum für den jeweiligen Standort.“
Evaluation und Anlagenkonzeption geben dem Naturpark damit einen Rahmen für die kommenden Jahre. Die Umsetzung soll schrittweise in künftigen Projekten und gemeinsam mit den Mitgliedskommunen sowie weiteren Partnern erfolgen.
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