Beherzter Einsatz aller Kräfte brachte Waldbrand in Rodenbach unter Kontrolle
11. August 2026 -
Der ausgedehnte Waldbrand in Rodenbach ist seit dem späten Montagabend unter Kontrolle, auch wenn noch zahlreiche Glutnester in dem betroffenen Gebiet zu finden sind. Insgesamt breitete sich das Feuer auf rund 55 Hektar aus und nur durch den konsequenten und ausdauernden Einsatz der gleichzeitig bis zu 500 Feuerwehrleute war die weitere Ausbreitung zu verhindern. Neben zahlreichen Feuerwehren aus dem Main-Kinzig-Kreis waren auch unterstützende Löschzüge aus benachbarten Landkreisen sowie das THW, weitere Hilfs- und Rettungsorganisationen, die Polizei sowie Hessen Forst beteiligt.
„Es ist Dank der großartigen Leistung aller Kräfte gemeinsam gelungen, diese enorme Herausforderung zu meistern und schnell unter Kontrolle zu bringen“, äußert Landrat Thorsten Stolz gemeinsam mit Kreisbrandinspektor Markus Busanni seine Anerkennung für die erfolgreiche und zugleich kräftezehrende Arbeit. Mit Blick auf die schwierige und zunächst unübersichtliche Lage sei es eine großartige Nachricht, dass inzwischen wieder Entwarnung gegeben werden konnte. „Das betroffene Gebiet sollte aber weiterhin nicht betreten werden“, betont Rodenbachs Bürgermeister Klaus Schejna, der die Löscharbeiten vor seiner Haustür intensiv begleitete. Auch er dankte allen Mitwirkenden für ihr beherztes Anpacken und lobte das sehr gute Zusammenspiel der vielen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräfte.
Das verheerende Feuer war am Montag (10.08) gegen 12 Uhr gemeldet worden. Unter anderem gab es Rauchentwicklung im Wald nahe der Wochenendhaussiedlung ("Wingerte"). Im Verlauf der ersten Löscharbeiten wurden weitere Brandstellen rund um Oberrodenbach und in der Nähe der Barbarossaquelle festgestellt, sodass die örtlichen Einsatzkräfte entsprechende Verstärkung anforderten. Kurz darauf wurde auch eine Einsatzleitung zur weiteren Koordination eingesetzt und ein logistisches Zentrum auf dem alten Festplatz in am Ortseingang Niederrodenbach eingerichtet. Insgesamt waren bisher über 700 Feuerwehrleute im Einsatz.
Brandstiftung laut Polizei nicht auszuschließen
Hohe Rauchwolken, Brandgeruch und heranfallende Asche prägten über Stunden die Situation am Ortsrand von Rodenbach. Da sich die Brandherde in teils schwer zugänglichem Gelände befanden, unterstützten ein Hubschrauber sowie Drohnen der Polizei die Einsatzmaßnahmen. Auch die Feuerwehren aus Hanau und Alzenau unterstützten die Aufklärung aus der Luft mit Wärmebildkameras. Zudem kam ein Polizeihubschrauber mit einem sogenannten "Bambi Bucket" - einem Löschwasserbehälter - zum Einsatz und half bei der Brandbekämpfung. Zusätzlich waren zwei Fluggeräte der bayerischen Polizei eingebunden.
Wie die Polizei Südosthessen mitteilt, dauern die Ermittlungen zur Brandursache an. Noch ist unklar, ob die einzelnen Brandstellen in einem Zusammenhang stehen. Die Polizei schließt eine Brandstiftung derzeit nicht aus und hat Ermittlungen aufgenommen. Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat beziehungsweise Hinweise zur Entstehung der Brände geben kann, wird gebeten, sich unter der Rufnummer 06181 100-123 bei der Hanauer Kriminalpolizei zu melden.
Hoher Wasserbedarf zur Bekämpfung der Flammen
Wie eine erste Bilanz des Großeinsatzes vermuten lässt, war der Waldbrand in Rodenbach der wohl größte in Hessen in der jüngeren Vergangenheit. Entsprechend umfangreich war die personelle und logistische Herausforderung, in dem zum Teil schwer zugänglichen Laubwald die Situation unter Kontrolle zu bringen. Eine wesentliche Aufgabe war die ausreichende Wasserversorgung, die ausschließlich über mobile Systeme organisiert werden musste. Unter anderem kamen dafür sechs Wasserbehälter mit jeweils 10.000 Liter Fassungsvermögen zum Einsatz.
Am Montagnachmittag lag der Wasserbedarf zwischenzeitlich so hoch, dass die Vorratsbehälter in der Region um Rodenbach erschöpft waren. Hinzu kamen die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit, die ein schnelles Auffüllen der Reserven erschwerten. Die Kreiswerke Main-Kinzig haben daraufhin die eindringliche Bitte formuliert, den „Wasserverbrauch ab sofort auf das absolute Notwendigste zu reduzieren“ und möglichst „auf Duschen, Baden, das Bewässern von Gärten sowie andere wasserintensive Tätigkeiten“ zu verzichten. Denn in der Zeit wurden alle Wasserreserven im Rodenbacher Wald für die Brandbekämpfung benötigt. Um 12:30 Uhr am Dienstag konnte diese Einschränkung dann wieder aufgehoben werden.
In dem betroffenen Gebiet werden die Nacharbeiten aber noch Tage weitergehen. Am Dienstagnachmittag waren noch bis zu 300 Einsatzkräfte auf den Beinen, um alle Gefahrenquellen aufzuspüren und vollständig zu löschen. Da auch in den kommenden mit andauernder Hitze zu rechnen ist, bleibt das Risiko hoch. Ein unkalkulierbarer Faktor ist der Wind, der einen unmittelbaren Einfluss auf die weitere Entwicklung haben kann.
„Eine weitere gute Nachricht ist die Bilanz, dass es bisher keine schweren Verletzungen oder andere gravierende Zwischenfälle während des Einsatzes gab“, betont Landrat Thorsten Stolz. Denn die Unversehrtheit der Beteiligten habe hohe Priorität und erfordere unter solch schwierigen Bedingungen eine besondere Umsicht und ein gutes Zusammenspiel.
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