Schutzfunktionen des Waldes

Schutz-, Bann-, Erholungswälder

Waldflächen können zu Schutzwäldern erklärt werden, wenn sie besondere Bedeutung für das Klima, den Wasserhaushalt, den Bodenschutz oder auch den Immissionsschutz haben.

Zu Bannwäldern werden Wälder wegen ihrer Lage und flächenmäßigen Ausdehnung vor allem in Ballungsgebieten und waldarmen Gebieten erklärt. Hier ist die Flächensubstanz besonders schützenswert. Im Main-Kinzig-Kreis umfassen die Bannwälder im Forstamtsbereich Hanau-Wolfgang 275 ha, im Bereich Jossgrund 247 ha und in Schlüchtern 159 ha. (Angaben der Forstämter 2008)

Erholungswälder werden zu solchen erklärt, wenn die Erholung der Bevölkerung im Vordergrund steht. Die Verteilung im Main-Kinzig-Kreis zeigt Ihnen die nebenstehende Karte von Hessen-Forst. In Erholungswäldern gibt es vor allem ein breites Angebot an markierten Wanderwegen, speziellen Naturerlebnissen oder zur Waldpädagogik und Umweltbildung. Einige interessante Links hierzu sind:

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

Naturpark Hessischer Spessart

Wildpark und Forstmuseum Klein-Auheim

Naturschutz im Wald

Naturnahe Waldgesellschaften sind komplexe Ökosysteme und bieten durch ihre horizontalen und vertikalen Strukturen viele ökologische Klein- und Kleinstlebensräume. Wälder, hauptsächlich Buchenwälder, gehören zu den Lebensraumtypen mit der höchsten Artenvielfalt. Viele dieser Arten sind in ihrem Bestand gefährdet und dementsprechend geschützt. Damit sie überleben können, müssen in den Wäldern insbesondere ausreichend Horst- und Höhlenbäume, stehendes und liegendes Totholz, flächige Altholzbestände und für Spezialisten Sonderstandorte, wie Auen- und Bruchwälder oder Schlucht- und Blockschuttwälder vorhanden sein. Schutzzonen und eine naturgemäße bzw. ökologisch ausgerichtete nachhaltige Waldbewirtschaftung tragen dazu bei, die biologische Artenvielfalt im Wald zu sichern und zu erhalten.

Im Main-Kinzig-Kreis enthalten viele Naturschutz- und Natura 2000-Gebiete Waldflächenanteile, die je nach Schutz- bzw. Erhaltungsziel für den Biotop- und Artenschutzes gesichert sind. Darüber hinaus werden im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen Flächen dauerhaft aus der Nutzung genommen, die dem Prozessschutz unterliegen, so dass eine natürliche Entwicklung ohne menschlichen Einfluss stattfinden kann. Das Altholzinsel-Programm sichert ebenfalls wichtige Lebensräume. Derzeit nehmen die Altholzinseln folgende Flächenanteile in den Forstamtsbereichen ein:

  • Hanau-Wolfgang 43 ha
  • Jossgrund 195 ha
  • Schlüchtern 142 ha

(Angaben der Forstämter 2008)

In Hessen wurden 31 Naturwaldreservate (NWR) ausgewiesen. Sie repräsentieren typische Waldgesellschaften, die sich selbst überlassen werden. Ihre natürliche Entwicklung von der Naturverjüngung bis hin zu der Zerfallsphase und dem Alterstod der Bäume wird beobachtet und erforscht. Die NWR werden als Maßstab für die Naturnähe eines Waldes herangezogen.

Im Main-Kinzig-Kreis gibt es fünf Naturwaldreservate:

Quelle: Landesbetrieb Hessen-Forst, Stand 01.05.07

Die Bewirtschaftung im Rahmen der naturgemäßen Waldwirtschaft wird aufgrund der aktuellen Situation in der Forstwirtschaft aus Sicht des Naturschutzes immer häufiger hinterfragt. Angesprochene Punkte sind bei einer gesteigerten Nachfrage und höheren Holzpreisen der vermehrte Einschlag insbesondere wertvoller Hölzer in Altbeständen, vor dem Hintergrund eines drastischen Personalabbaus der Unternehmereinsatz mit Vollerntemaschinen an jedem Standort, zu jeder Zeit und mit fachfremden Kräften sowie bei der wachsenden Energieholz-Nachfrage das Aufräumen des Waldes und Sammeln des Totholzes.