Natura 2000 Gebiete

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich auf der Grundlage der FFH- und Vogelschutzrichtlinie verpflichtet, bestimmte Lebensraumtypen und Arten dauerhaft zu erhalten, um die biologische Vielfalt nachhaltig sicherzustellen. Dafür ist ein zusammenhängendes europäisches Netz von Schutzgebieten mit der Bezeichnung NATURA 2000 vorgesehen.

Die hessische Landesregierung hat im Januar 2008 insgesamt 635 Natura 2000-Gebiete festgesetzt. Der Anteil der FFH-Gebiete (582) liegt bei 9,9 % der Landesfläche, der Anteil der Vogelschutzgebiete beträgt 14,7 %. Die Gebietskategorien überschneiden sich teilweise. Nach Angaben der Landesregierung umfasst das Natura 2000-Netz 21 % der Landesfläche.

Im MKK liegen insgesamt 78 FFH-Gebiete mit rd. 8.370 ha (6 % der Kreisfläche) und 4 Vogelschutzgebiete, von denen drei kreisübergreifend sind. Die Verteilung auf die einzelnen Regionen des MKK ist sehr unterschiedlich und zeigt für die Schlüchterner Region sehr deutlich das außergewöhnlich hohe Vorkommen EU-relevanter Lebensraumtypen inkl. eines entsprechenden Artenspektrums.

Zuordnung der FFH-Gebiete zu den Altkreisen

Knapp 50 % der Natura 2000-Gebiete im Main-Kinzig-Kreis sind als Naturschutzgebiet formal geschützt. Sie zeichnen sich insbesondere durch ökologisch wertvolle Buchenwälder, Schlucht- und Hangmischwälder, Eichen-Hainbuchenwälder, wassergeprägte Laubwälder, Niedermoore, Magerrasen, Magere Flachland-Mähwiesen und Heiden aus.

Seit 2001 erfolgt eine systematische und sehr differenzierte Grunddatenerfassung nach einheitlichen Kriterien, um u. a. die nötigen Erhaltungsmaßnahmen festlegen und so genannte Bewirtschaftungs-(Management-)Pläne erstellen zu können. Deren Umsetzung erfolgt mit Nutzungs- oder Pflegeverträgen zwischen Land und Eigentümern bzw. Pächtern (Vertragsnaturschutz) oder aber auch durch Aufträge über Pflegemaßnahmen und Investitionen zur Verbesserung des Erhaltungszustandes. Der Erhaltungszustand der Gebiete wird durch ein Monitoring überwacht, so dass bei negativen Veränderungen unmittelbar gegengesteuert werden kann.

Natura 2000-Gebiete dürfen sich nach den EU-Vorgaben nicht verschlechtern. Insofern wurde das Instrument der Verträglichkeitsprüfung in die Naturschutzgesetzgebung integriert. Dieses Instrument kommt zum Tragen, wenn durch Pläne oder Projekte Natura 2000-Gebiete erheblich beeinträchtigt werden könnten.

Die im Main-Kinzig-Kreis vorhandenen Natura 2000-Gebiete zum Download.

Die Schutzverordnung, Abgrenzungskarten und Daten zu den einzelnen Gebieten finden Sie unter Natura 2000 Verordnung