Umgebungslärm

Ziel der EG-Umgebungslärmrichtlinie aus dem Jahre 2002 ist es, schädliche Auswirkungen (einschließlich Belästigung) durch Umgebungslärm zu verhindern, ihnen vorzubeugen oder sie zu mindern. Konkret fordert die Richtlinie die Ausarbeitung von Lärmkarten für Hauptverkehrsstraßen, Haupteisenbahnstrecken und Großflughäfen sowie für Ballungsräume.

Lärmkarten mussten bis zum 30. Juni 2017 und Lärmaktionspläne bis zum 18. Juli 2018 erstellt werden für:

  • Ballungsräume mit mehr als 100.000 Einwohner/-innen,
  • Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 3 Millionen (Mio.) Kraftfahrzeugen pro Jahr,
  • Haupteisenbahnstrecken mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 30.000 Zügen pro Jahr und
  • Großflughäfen mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 50.000 Bewegungen pro Jahr.

In Deutschland betrifft dies 70 Ballungsräume mit rund 24,4 Mio. Einwohner/-innen, 49.000 Kilometer (km) Hauptverkehrsstraßen, 14.000 km Haupteisenbahnstrecken und alle elf Großflughäfen.

Ziel der Pläne soll es sein, ruhige Gebiete gegen eine Zunahme des Lärms zu schützen.

Lärmkarten und Aktionspläne sind mindestens alle 5 Jahre zu aktualisieren.

Die Umgebungslärmrichtlinie wurde mit Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetztes im Jahre 2005 in deutsches Recht umgesetzt. Verordnungen und Ausführungsbestimmungen konkretisieren die Vorgaben.

Die Lärmbelastung wird über zwei Lärmindizes bewertet:

  • ein über den gesamten Tag gemittelter Lärmpegel (LDEN, Tag-Abend-Nacht-Pegel)
  • ein über die Nachtstunden (22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens) gemittelter Lärmpegel (Lnight).

Zur Vermeidung von Gesundheitsgefährdungen und zur Minderung bzw. langfristigen Vermeidung erheblicher Belästigungen sind lt. Umweltbundesamt nachstehende Auslösekriterien für Aktionsplanungen notwendig:

Als Kriterium ist die Überschreitung einer der beiden Pegel-Werte heranzuziehen.

In Hessen ist die Landesanstalt für Naturschutz, Umwelt und Geologie für die Lärmkartierung entlang der Hauptverkehrsstraßen außerhalb von Ballungsräumen, die Ballungsräume selbst und den Großflughafen Frankfurt zuständig. Das Eisenbahn-Bundesamt ist zuständig für die Ausarbeitung der Lärmkarten für Schienenwege von Eisenbahnen des Bundes. Die bisherigen Ergebnisse können Sie einsehen unter

>> Lärmkartierung HLNUG

>> Lärmkartierung Eisenbahnbundesamt