Umgebungslärm

Ziel der EG-Umgebungslärmrichtlinie aus dem Jahre 2002 ist es, schädliche Auswirkungen (einschließlich Belästigung) durch Umgebungslärm zu verhindern, ihnen vorzubeugen oder sie zu mindern. Konkret fordert die Richtlinie die Ausarbeitung von Lärmkarten für Hauptverkehrsstraßen, Haupteisenbahnstrecken und Großflughäfen sowie für Ballungsräume. Diese waren bis Ende Juni 2007 zu erstellen für:

  • Ballungsräume mit mehr als 250.000 Einwohnern
  • Hauptverkehrsstraßen mit mehr als 6 Mio. KFZ pro Jahr
  • Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 60.000 Zügen pro Jahr
  • Großflughäfen mit mehr als 50.000 Flugbewegungen pro Jahr

In einer zweiten Stufe sind die Kartierungen bis Ende Juni 2012 auf Ballungsräume mit mehr als 100.000 Einwohnern, Hauptverkehrsstraßen mit mehr als 3 Mio. KFZ pro Jahr und Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 30.000 Zügen pro Jahr zu erweitern.

Basierend darauf sind unter Mitwirkung der Öffentlichkeit Aktionspläne oder Lärmminderungspläne bis zum 18. Juli 2008 bzw. 2013 auszuarbeiten, mit denen die Lärmprobleme und ihre Auswirkungen zu regeln sind. Ziel der Pläne soll es auch sein, ruhige Gebiete gegen eine Zunahme des Lärms zu schützen.

Lärmkarten und Aktionspläne sind mindestens alle 5 Jahre zu aktualisieren.

Die Umgebungslärmrichtlinie wurde mit Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetztes im Jahre 2005 in deutsches Recht umgesetzt. Verordnungen und Ausführungsbestimmungen konkretisieren die Vorgaben.

Die Lärmbelastung wird über zwei Lärmindizes bewertet:

  • ein über den gesamten Tag gemittelter Lärmpegel (LDEN, Tag-Abend-Nacht-Pegel)
  • ein über die Nachtstunden (22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens) gemittelter Lärmpegel (Lnight).

Zur Vermeidung von Gesundheitsgefährdungen und zur Minderung bzw. langfristigen Vermeidung erheblicher Belästigungen sind lt. Umweltbundesamt nachstehende Auslösekriterien für Aktionsplanungen notwendig:

Als Kriterium ist die Überschreitung einer der beiden Pegel-Werte heranzuziehen.

In Hessen ist die Landesanstalt für Naturschutz, Umwelt und Geologie für die Lärmkartierung entlang der Hauptverkehrsstraßen außerhalb von Ballungsräumen, die Ballungsräume selbst und den Großflughafen Frankfurt zuständig. Das Eisenbahn-Bundesamt ist zuständig für die Ausarbeitung der Lärmkarten für Schienenwege von Eisenbahnen des Bundes. Die bisherigen Ergebnisse können Sie einsehen unter

>> Lärmkartierung HLNUG

>> Lärmkartierung Eisenbahnbundesamt