Aktuelles zum Flughafenausbau

Zur Erweiterung des Frankfurter Flughafens hat der Main-Kinzig-Kreis in den in den letzten Jahren eindeutige Positionen vertreten. Bei grundsätzlicher Zustimmung zum Ausbau des Flughafens hat der Kreis zum Schutz seiner Bevölkerung in der Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren gefordert:

  • ein wie in London-Heathrow praktiziertes Lärm minderndes Anflugverfahren (CDA=Continuous Descent Approaches) sowie
  • Maßnahmen des aktiven Fluglärmschutzes, durch die ein Grenzwert in Wohngebieten von tagsüber (6 bis 19 Uhr) 55 dB(A) außen und abends (19 bis 22 Uhr) 45 dB(A) außen nicht überschritten wird.

Inzwischen wurde der Ausbau des Frankfurter Flughafens um die Nordwest-Landebahn plus Infrastruktur mit Planfeststellungsbeschluss vom 18. Dezember 2007 genehmigt . Die Nebenbestimmungen sehen keine Beschränkung der Zahl der Flugbewegungen, keine Lärmkontingentierung, keine lokalen Lärmobergrenzen und kein striktes Nachtflugverbot vor. In der Nacht von 22 bis 6 Uhr dürfen im Jahresdurchschnitt 150 Flüge stattfinden. In der Zeit von 23 bis 5 Uhr wurde zwar ein Flugverbot bestimmt, welches aber mit 17 Ausnahmen pro Nacht im Jahresdurchschnitt relativiert wurde.

Mit der Flughafenerweiterung werden die jährlichen Flugbewegungen von 494.000 im Jahr 2005 auf prognostizierte 701.000 Bewegungen im Jahr 2020 gesteigert. Bei einer Vollauslastung wird sogar von 900.000 Flugbewegungen pro Jahr ausgegangen. Das bedeutet eine entsprechende Mehrbelastung durch Fluglärm für die gesamte Region.

Der Main-Kinzig-Kreis hat daher mit der Stadt Hanau und der Gemeinde Rodenbach Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss eingereicht. Die Stadt Gelnhausen und die Gemeinden Neuberg und Ronneburg unterstützen das Anliegen. Insgesamt liegen dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel 260 Klagen vor. Der VGH hat in einer Eilentscheidung vom 15. Januar 2009 die Nachtflugregelung rechtlich überprüft und beanstandet, dass dem gesetzlich gebotenen Schutz der Nachtruhe nicht ausreichend Rechnung getragen werde.

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Deutscher Fluglärmdienst e.V.