Kinder- und Jugendärztlicher Dienst

Kindergesundheit und Früherkennung von gesundheitlichen Störungen

Das Gesundheitsamt fördert im Sachgebiet Kinder- und Jugendärztlicher Dienst (KJÄD) die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 18 Jahren. Zur Früherkennung von gesundheitlichen Störungen bei Kindern und Jugendlichen untersucht der KJÄD in allen regionalen Schulen zur Schuleingangsuntersuchung (SEU), Seiteneinsteigende aus anderen Ländern und Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen oder körperlichen Behinderungen.

Die SEU in Hessen schreibt das Hessische Schulgesetz und das Hessische Gesetz für öffentlichen Gesundheitsdienst (HGöGD) vor. Nach medizinischen Gesichtspunkten werden die sprachlichen, motorischen und geistigen Fähigkeiten eines Kindes untersucht, weil diese für das schulische Lernen von Bedeutung sind. Während der SEU wird festgestellt, ob ein Kind einen Förderungsbedarf oder einen Hilfebedarf hat.

Der KJÄD zeigt bei Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen oder körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen den erforderlichen Hilfebedarf auf. Gutachten zur Eingliederungshilfe erstellt der KJÄD für Kinder und Jugendliche von Geburt bis zum 18. Lebensjahr, wenn Leistungen und Fördermaßnahmen nach dem Sozialgesetzbuch V, VIII und XII beantragt wurden. Dabei wird Kindern und Jugendlichen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen vom Sozialhilfeträger Hilfen gewährt, wenn eine Behinderung mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate andauert und eine Integration in die Gemeinschaft erschwert oder dadurch verhindert wird.

Die Schuleingangsuntersuchung (SEU)

Die Schuleingangsuntersuchung (SEU) in Hessen schreibt das Hessische Schulgesetz und das Hessische Gesetz für öffentlichen Gesundheitsdienst (HGöGD) vor.

Die Schuleingangsuntersuchung (SEU) findet in der wohnortnahen Grundschule statt. Zur Untersuchung bringen die Eltern einen ausgefüllten Schulanmeldebogen, den Impfausweis des Kindes, das Vorsorgeheft und wichtige Arztbefunde des Kindes mit. Arbeitet das Kind während der SEU gut mit, dauert die Untersuchung zirka eine Stunde. Nach medizinischen Gesichtspunkten werden die sprachlichen, motorischen und geistigen Fähigkeiten eines Kindes untersucht, weil diese für das schulische Lernen von Bedeutung sind. Während der SEU wird festgestellt, ob ein Kind einen Förderungsbedarf oder einen Hilfebedarf hat. Beispiele sind die Ergotherapie, um die Motorik zu verbessern oder die Logopädie, um die Aussprache zu verbessern.

  • Sehfähigkeit:
    • Prüfung der Sehfähigkeit in der Ferne und Nähe. Prüfung des räumlichen Sehvermögens. Prüfung der Farbtüchtigkeit. Ausschluss von Schielen und Fehlsichtigkeit.
  • Hörfähigkeit:
    • Prüfung des Hörvermögens mit einem Kopfhörer-Testgerät.
  • Sprechen und Sprache:
    • Überprüfung der Deutschkenntnisse.
    • Mehrsprachigkeit.
    • Kenntnisse in Grammatik, Wortschatz, Sprachverständnis.
    • Aussprachestörungen.
  • Impfberatung:
    • Durchsicht des Impfbuches und gegebenenfalls ein Hinweis oder eine Beratung bei fehlenden Schutzimpfungen.
  • Akustische Wahrnehmung:
    • Erkennen von Formen und Farben, verschiedene Größen, Entfernungen, Bewegungen und Strukturen.
  • Visumotorik / Auge-Hand-Koordination:
    • Umsetzung der visuellen Wahrnehmung zum Beispiel beim Abmalen und Puzzeln.
    • Erkennen und Unterscheiden von Symbolen, Zahlen und Buchstaben (=visuelle Reize).
  • Feinmotorik:
    • Stifthaltung, richtige Kraftdosierung beim Aufdrücken finden.
  • Grobmotorik / Körperkoordination:
    • Hüpfen, selbständiges An- und Ausziehen.
    • Konzentration / Auffassungsgabe / Lernmotivation.
    • Körperliche Untersuchung inklusive Messung von Größe, Gewicht und Blutdruck.
    • Mögliche Krankheitsfrüherkennung aller wichtigen Organsysteme.

Über die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung (SEU) werden Eltern zeitnah informiert. Medizinische Befunde und weitere notwendige Behandlungen werden besprochen und abgeklärt. Eltern werden nach Bedarf zu Themen über die Gesundheit des Kindes beraten, zum Beispiel über Themen der Ernährung, Bewegungsförderung und über Auswirkungen des Medienkonsums. Die Schulleitung erhält Informationen über den Entwicklungsstand des Kindes bzw. des Jugendlichen, um nach Bedarf unterstützende Maßnahmen einzuleiten.

Seiteneinsteigende sind Kinder und Jugendliche, die aus einem anderen Bundesland kommen oder nach Zuwanderung und Migration aus einem anderen Land kommen. Seiteneinsteigende werden in das Hessische Schulsystem integriert. Seiteneinsteigende unterziehen sich der SEU unabhängig vom Alter und Bildungsstand. Dies gilt auch für Jugendliche, die erstmalig eine berufsbildende Schule in Hessen besuchen. Die Untersuchung von Seiteneinsteigenden beruht auf der Grundlage des HGöGD und des Hessischen Schulgesetzes. Es handelt sich um eine ärztliche Untersuchung, die körperliche Befunde, sprachliche Fähigkeiten oder psychische Auffälligkeiten feststellt und Schulbesuchsjahre aus dem Herkunftsland dokumentiert. Die Untersuchung entfällt, wenn bereits eine Schuleingangsuntersuchung durchgeführt wurde, zum Beispiel in einem anderen Bundesland.

Gutachten und Bescheinigungen im KJÄD

Der KJÄD prüft die medizinische Notwendigkeit von Heil- und Hilfsmitteln für minderjährige Asylbewerber im Auftrag des Sozialamtes. Minderjährige Asylbewerber haben einen Anspruch auf medizinische ambulante oder stationäre Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Ärztliche Befunde und Verordnungen sollen zur Untersuchung vorliegen. Krankenhausträger und Arztpraxen rechnen die Behandlungskosten direkt mit dem Leistungsträger ab, wenn medizinische Notfälle Leistungsberechtigter nach dem AsylbLG vorliegen.

Bestehen chronische Erkrankungen, Behinderungen oder Entwicklungsauffälligkeiten, erfolgt eine enge Zusammenarbeit zwischen dem KJÄD und der Kinderfacharztpraxis, der Kindertagesstätte, mit Therapeutinnen und Therapeuten und mit Förderstellen. Das Kind erhält durch diese Zusammenarbeit eine bestmögliche und individuelle Förderung.

Der FED unterstützt Familien mit behinderten Kindern und Jugendlichen, um betroffenen Kindern und Jugendlichen einen Verbleib im gewohnten Lebensumfeld der Familie zu sichern und nach Bedarf Familien und Angehörigen Freiräume zur Erholung zu ermöglichen.

Gutachten zur Eingliederungshilfe erstellt der KJÄD bis zum 18. Lebensjahr eines Kindes bzw. Jugendlichen, wenn Leistungen und Fördermaßnahmen nach dem Sozialgesetzbuch V, VIII und XII beantragt werden. Dabei wird Kindern und Jugendlichen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen vom Sozialhilfeträger Hilfe gewährt, wenn diese Behinderungen mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate andauern und eine Integration in die Gemeinschaft erschwert ist oder dadurch verhindert wird.

Heilpädagogische Maßnahmen berücksichtigen individuelle Bedürfnisse bei körperlich, geistig oder seelisch beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen oder von Behinderung bedrohten Kindern und Jugendlichen. Alltagskompetenzen werden über einen längeren Zeitraum gefördert und Angehörige und Bezugspersonen werden in der unterstützenden Kompetenz beraten.

Ein Integrationsplatz in einer Kindertagesstätte (Kita) wird Kindern mit Behinderung oder drohender Behinderung gewährt, um die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen und um das Kind individuell pädagogisch zu fördern.

Wenn ein Kind oder Jugendlicher häufig die Schule schwänzt und keine Atteste eines Arztes vorliegen, beauftragt das Staatliche Schulamt den KJÄD, medizinische Gründe für das Fehlen (Absentismus) zu prüfen.

Eine Schulsportbefreiung erfolgt, wenn ein Kind oder ein Jugendlicher aus gesundheitlichen Gründen über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten nicht am Schulsport teilnimmt. Die Schule beauftragt den KJÄD, das Kind oder den Jugendlichen zu untersuchen. Der KJÄD bescheinigt, wenn die Gesundheit des Kindes oder des Jugendlichen beeinträchtigt ist und erläutert, welche Aktivitäten im Rahmen des Schulsportes möglich sind.

Der KJÄD empfiehlt eine Sprachberatung, wenn während der Schuleingangsuntersuchung eine Sprachstörung des Kindes auffällt. Eine Sprachberatung erfolgt durch Sprachheilbeauftragte, die für das Gesundheitsamt tätig sind. Die Beratung ist kostenfrei.

Eine Teilhabeassistenz (THA) wird in der Schule für Kinder und Jugendliche gewährt, die sich durch eine körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigung nur mit Einschränkungen im Schulalltag bewegen können. Hier besteht das Ziel, den Schulbesuch und die Teilnahme am Unterricht zu ermöglichen. Die Assistenz unterstützt ein Kind oder einen Jugendlichen bei der Verrichtung von Alltagsaktivitäten. Es handelt sich um erfahrene, aber pädagogisch nicht qualifiziert ausgebildete Personen.

UMA nimmt das zuständige Jugendamt in Obhut. Das Gesundheitsamt stellt innerhalb von sieben Werktagen eine Bescheinigung über eine Verlegungsfähigkeit oder eine Reisefähigkeit aus. Innerhalb von 14 Tagen werden die vollständigen Unterlagen an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gemeldet. Bei der groborientierenden Untersuchung begutachtet der KJÄD körperliche Beeinträchtigungen und Behinderungen oder das Vorliegen möglicher Infektionskrankheiten.

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