Main-Kinzig blüht - Beispiele aus der Praxis

Es summt und brummt am Main-Kinzig-Forum: 2016 ist auf einer Fläche hinter der Kreisverwaltung ein reicher Lebensraum für Insekten erstellt worden; inzwischen sieht man das dazugehörige Motto „Main-Kinzig blüht“ mit Leben erfüllt. Mit eigenem Beispiel ist der Main-Kinzig-Kreis rund um sein Gelnhäuser Verwaltungsgebäude vorangegangen und hat zusammen mit dem BUND hinter dem Main-Kinzig-Forum eine größere Rasenfläche in eine artenreiche Blumenwiese umgewandelt,

Hinter dem Main-Kinzig-Forum befand sich vorher eine intensiv genutzte Rasenfläche, die regelmäßig in der Vegetationszeit gemäht wurde. Der artenarme Intensivrasen stellte damals keinen ökologisch wertvollen Bereich dar. Daher wurde ein Teil der Rasenfläche von ca. 600m² in eine extensiv genutzte Blumenwiese umgewandelt. Vor dem Hintergrund, dass direkt angrenzend ein Altarm der Kinzig die Wiesenfläche berührt, konnte im Rahmen der Vernetzung eine erhebliche Aufwertung des Geländes erfolgen.

Die Maßnahme wurde wie folgt ausgeführt:

  • Aufbringen von nährstoffarmer Steinerde (0/8)
  • Einbringen einer geringen Humusauflage
  • Einsaat mit einer kräuterreichen, naturnahen und standortgerechten Samenmischung
  • Pflanzung von 500 einheimischen und standortgerechten Stauden

Die Pflege erfolgt durch zweimalige Mahd nicht vor der Samenreife. Das Material wird abgeräumt und ordnungsgemäß entsorgt. Es erfolgt keine Düngung und kein Pestizideinsatz.

Die Aufwertung für den Naturhaushalt ergibt sich aus der aufwendigen Herrichtung der Fläche mit nährstoffarmer Steinerde, die bereits ab dem ersten Jahr mit einem besonders hochwertigen Blühaspekt aufwarten konnte. Die nachfolgende Pflege gewährleistet die Erhaltung des Blütenreichtums und wird in Verbindung mit dem Altarm der Kinzig einen Trittstein zum Auenbereich des Landschaftsschutzgebietes „Auenverbund Kinzig“ für viele blütenbesuchende Insekten darstellen. Ein Insektenhotel und eine Beute der Gelnhäuser Imker vervollständigen heute die Anlage.

Momentan wird auch die angrenzende Fläche extensiv gemäht und mit Heudrusch von der Nachbarfläche geimpft in der Hoffnung, dass sie sich ähnlich entwickeln wird.

Foto J.Schlieker: 2016 Mitglieder des BUND und der UNB bei der Arbeit

Foto B. Leutnant: Forumswiese 2019

Foto B. Leutnant: Angrenzende Fläche 2019

Der BUND Gelnhausen arbeitet seit 2017 mit der Türkisch-Islamischen Gemeinde zusammen an der Umgestaltung des Geländes um die Moschee in Gelnhausen. Nach der Bodenvorbereitung wurde 5 cm Sand mit der Fräse eingearbeitet zur Abmagerung des Substrates. In einem gemeinsamen Arbeitseinsatz wurde danach 2 cm unkrautfreier Kompost aufgebracht und eingearbeitet, damit die Feuchtigkeitsregulierung für die Einsaat besser gewährleistet ist. Danach wurden im Juni 2017 Samen für eine Magerwiese eingesät. Die Wiesensamen sind von 37 Arten gewonnen worden und enthalten z.B. Schafgarbe, Färberkamille, Wundklee, Glockenblumen, Margerite, kleine Bibernelle, Wiesensalbei und Wiesenbocksbart. Im ersten Jahr wurde die Wiese einmal gemäht, im folgenden Jahr 2 mal.

Neuer Lebensraum für Nieswurz, Quendel und Fingerhut

Am Schafhof in Burgjoss, dem Sitz des Landschaftspflegeverbandes Main-Kinzig, wurde im Herbst 2018 auf 40 qm ein bunt blühendes Wildstaudenbeet angelegt, wo vormals exotische Stauden herrschten und Wurzelflies den Boden von der Atmosphäre trennte. In gemeinsamer Aktion von Bauhof und „Schafhoflern“ wurden bodendeckende und hochwachsende heimische Wildstauden gepflanzt und ausgesät, dabei auch vorhandene Wildstauden und Zwiebelpflanzen integriert. Insgesamt waren es fast 250 Setzlinge von 30 Pflanzenarten, die vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein blühen. Mit Trockenmauern, Steinhaufen, einem „Sandbett“ für bodennistende Wildbienen wurden Kleinlebensräume geschaffen, die zugleich dem Beet Struktur geben. Ein Wildbienenhotel bereichert das Schaubeet seit dem Frühjahr 2019. Nachhaltigkeit war bei der Neugestaltung ein großes Anliegen. Außer dem maroden Wurzelflies wurde nichts weggeworfen, die ausgegrabenen Stauden fanden in Gärten ein neues Heim, Steine und Erde lieferte der Bauhof aus der nächsten Umgebung.

vorher

die Umgestaltung

nachher

Blütenpracht mit Blütenbesucher

 Kontakt/Ansprechpartnerin

Frau Barbara Fiselius

Landschaftspflegeverband MKK e.V.

Georg-Hartmann-Straße 5-7

63637 Jossgrund - Burgjoß

Tel. 06059 / 90 66 88

E-Mail: barbara.fiselius@lpv-mkk.de