Für mehr biologische Vielfalt vor der Haustür

Die Idee zu dem Projekt „Main-Kinzig blüht“ ist bereits 2015 unter Federführung der Unteren Naturschutzbehörde und des Landschaftspflegeverbandes entstanden und auf den Weg gebracht worden. Im Mittelpunkt steht das Ziel, die Biodiversität im besiedelten Bereich zu erhöhen und eine größere Vielfalt an einheimischen Pflanzen und wildlebenden Insekten auf öffentlichen und privaten Grünflächen zu erwirken. Schon ein Jahr später starteten die Aktivitäten „Jossgrund summt“ und „Maintal blüht“, weitere Maßnahmen in anderen Kommunen folgten. Im März 2016 wurde zudem am Main-Kinzig-Forum eine große Wildblumenwiese (Bild siehe oben) angelegt. Mit der Förderung durch das Land Hessen für die Jahre 2018 und 2019 kann die Arbeit im Projekt „Main-Kinzig blüht“ nun intensiviert werden. So sollen Beschäftigte der Kommunen, insbesondere der Bau- und Betriebshöfe durch Fachleute entsprechend geschult werden. Darüber hinaus sollen Gewerbebetriebe und Privatpersonen motiviert werden, ihre Grünflächen und Gärten ebenfalls vielfältiger und insektenfreundlicher zu gestalten. Es sind außerdem Vorträge, Exkursionen und Pressearbeit vorgesehen.

Logo Main-Kinzig blüht

Vorträge/Veranstaltungen

Es werden verschiedene Vorträge für insektenfreundliche Grünflächengestaltung angeboten:

  • Main-Kinzig blüht - Linsengericht macht mit
    Termin: 11. Dezember 2018, 19.30 Uhr
    Ort: Großer Sitzungssaal in der Zehntscheune des Rathauses, Amtshofstraße 1, Linsengericht-Altenhaßlau
  • Den Garten für Insekten zum blühen bringen - Naturgartenideen für jeden Garten
    Termin: 18. Februar 2019, 19 Uhr
    Ort: Großer Sitzungssaal der Stadt Maintal, Klosterhofstraße 4-6, 63477 Maintal-Hochstadt
  • Den Garten für Insekten zum blühen bringen - Naturgartenideen für jeden Garten
    Termin: 22. Februar 2019, 19 Uhr
    Ort: Dorfgemeinschaftshaus, Am Rathaus 1, 63637 Burgjoß
  • Main-Kinzig blüht
    Termin: 7. März 2019, 19 Uhr
    Ort: Neuberg
  • Den Garten für Insekten zum blühen bringen - Naturgartenideen für jeden Garten
    Termin: 14. März 2019
    Ort: Rodenbach

Regelmäßige Beratungsveranstaltung zur naturnahen Gartengestaltung -
jeden 3. Mittwoch im Monat
>> Information zur Beratungsveranstaltung (PDF)

Blütenbesucher

Informationen zum Projekt

Pilotfächen der Städte und Gemeinden

Im gesamten Main-Kinzig-Kreis werden im Rahmen des Projektes Main-Kinzig blüht angelegt.

Die Idee und Notwendigkeit Wildpflanzen auch im städtischen bzw. kommunalen Grün anzusiedeln ist auf überwältigendes Interesse gestoßen. Im ersten Jahr des Projekts 2018 wurden von vielen Städten und Gemeinden Vortragsabende initiiert und konkrete Planungen zur Umwandlung von öffentlichen Grünflächen in naturnahe Blumenwiesen und -säume, oder Wildpflanzenblumenbeete realisiert. Weitere Pilotflächen sind für das Jahr 2019 in Arbeit. Dabei ist nicht nur die Anlage auf oft mageren, schottrigen Substraten ungewöhnlich für den Betrachter, sondern auch die Pflege wird sich grundlegend vom Gewohnten unterscheiden. Wildblumenwiesen werden nur zweimal im Jahr gemäht, Blumensäume dürfen sogar über den Winter stehen bleiben. In den Stängeln überwintern viele Insektenarten wie in einem großen Insektenhotel. Auch Singvögel, wie Rotkehlchen, Haubenmeisen, Amseln und Goldammern sind auf die Insekten der nächsten Generation angewiesen zur Aufzucht ihrer Jungen.

Die Pilotflächen sollen mit dem Schild zum Projekt gekennzeichent werden.

Schild Main-Kinzig blüht

Der Main-Kinzig-Kreis soll aufblühen, und zwar für Bienen, Hummeln, Schwebfliegen, Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten. Verschiedene Organisationen haben aus diesem Grund eine gemeinsame Initiative gestartet, die in den kommenden Wochen konkrete Formen annehmen soll.

Rund 100 interessierte Besucherinnen und Besucher der Verbände aus Naturschutz, Landwirtschaft, Imkerei, Obst und Gartenbau sowie aus den Kommunen waren der Einladung der Unteren Naturschutzbehörde zur Auftaktveranstaltung gefolgt, um die Wege und Möglichkeiten für eine vielfältigere Landschaftsgestaltung kennenzulernen. „Es dürfen auch erst einmal kleine Schritte sein, um diese Idee sichtbar werden zu lassen“, sagte Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler in ihrer Begrüßungsrede.

Die Akteure sind sich einig, dass zu einem erfolgreichen „Aufblühen“ auch ein hohes Maß an Information und Überzeugungsarbeit nötig sein wird. „Wir wollen zunächst die Informationen rund um die Biodiversität und hier insbesondere um die Artenvielfalt auf blütenreichen Wiesen aktiv an die Bevölkerung herangetragen“, erläuterte Bernd Leutnant, Abteilungsleiter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises.

Die Bedeutung auch kleinerer Flächen im innerstädtischen und öffentlichen Grün für die Insektenwelt soll den Menschen vor Ort verdeutlicht werden. Wie solche „Tummelplätze für Blütenbesucher“ aussehen können, schilderte der Vorsitzende der Naturlandstiftung und Hammersbacher Bürgermeister Michael Göllner. In der Gemeinde wird seit mehreren Jahren auf öffentlichen Flächen für blühende Vielfalt gesorgt. Nektar und Pollen bieten hier zahlreichen Insekten wertvolle Nahrung und sind nach der Samenreife auch für die Vogelwelt attraktiv.

Für das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz berichtete Gabriele Fillbrandt über Fördermöglichkeiten und machte deutlich, dass bereits kleinere Maßnahmen unkompliziert gefördert werden können. Insgesamt veranschaulichten die Vorträge mit blütenreichen Fotos, was sich mit Engagement bewegen lässt kann. Auch die Diskussion wurde zum Teil lebhaft geführt, etwa wenn es darum ging, wie viel Geld lässt sich in der Kommune mit solchen extensiv gepflegten Flächen sparen und welche Saatguthersteller werden empfohlen.

„Aus naturschutzfachlicher Sicht ist darauf zu achten, dass es sich um einheimisches und regionales Saatgut handelt“, betonte Bernd Leutnant, der sich im Nachhinein über viele positive Rückmeldungen freuen konnte. Daher zeigte er sich überzeugt, dass sich zumindest im öffentlichen Grün an manchen Orten schon bald etwas verändern wird. Darüber hinaus sei vorgesehen, in diesem Sinne auch die Beratung der Landwirte zu den Fördermöglichkeiten von Blühstreifen zu intensivieren.

Die biologische Vielfalt nachhaltig entwickeln

Im vergangenen Herbst wurde das Insektensterben in Deutschland mit einer Langzeitstudie auf dramatische Weise belegt. Eine engagierte Forschergruppe hatte an 63 Orten in verschiedenen Naturschutzgebieten über 27 Jahre lang zuverlässige Daten gesammelt und daraus eine erschreckende Bilanz gezogen: Seit 1989 ist die Masse der Insekten um durchschnittlich 76 Prozent zurückgegangen. „Hier ist jeder aufgefordert, etwas dagegen zu tun“, sagt die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, die vor drei Jahren mit verschiedenen Partnern das Projekt „MKK blüht“ auf den Weg gebracht hat.

Die vielfältigen Aktionen zur Förderung der Artenvielfalt werden nun mit Unterstützung aus dem Regierungspräsidium Darmstadt noch einmal verstärkt, denn aus Mitteln der hessischen Biodiversitätsstrategie fließen 200.000 Euro in den Main-Kinzig-Kreis. Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid überreichte in Gelnhausen persönlich den Förderbescheid und informierte sich dabei über eine beispielhafte besondere Kooperation im Projekt mit dem Behinderten-Werk Main-Kinzig.

„Wir erleben rund um das Thema ein großes Interesse, das wir nun nachhaltig weiter entwickeln können“, berichtet Susanne Simmler. Auf der anderen Seite sei mitunter noch eine erhebliche Überzeugungsarbeit nötig, um aus einer eintönigen Rasenfläche am Ende eine artenreiche Blumenwiese entstehen zu lassen. Doch dieses Umdenken sei dringend nötig, um vielerorts die biologische Vielfalt zurückzuholen.

Schon 2015 hatte die Umweltdezernentin zur Auftaktveranstaltung „Main-Kinzig blüht“ mit über 100 Interessierten eingeladen und zum Mitmachen aufgerufen. Ein Jahr später starteten Aktionen wie „Jossgrund summt“ und „Maintal blüht“ sowie weitere Maßnahmen in anderen Kommunen. Außerdem gestaltete die Untere Naturschutzbehörde (UNB) gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Landratsamt eine naturnahe Blumenwiese.

Im Kontakt mit den Kommunen sowie den örtlichen Bauhöfen zeigte sich, dass die persönliche Beratung der Schlüssel zum Erfolg ist. „Daraus entstand gemeinsam mit Naturschutzverbänden, Imkern sowie weiteren örtlichen Akteuren ein Konzept zur konkreten Beratung und Begleitung bei exemplarischen Maßnahmen“, erklärt Susanne Simmler. Herauszustellen sei dabei das Engagement von Dr. Stephan Consemüller (BUND Gelnhausen), der unermüdlich im Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz für das Projekt geworben hat und gemeinsam mit anderen engagierten Personen vor Ort als Berater für die interessierte Bevölkerung zur Verfügung steht.

Im Rahmen des Projektes „Main-Kinzig blüht“ soll nun eine größere Vielfalt an einheimischen Pflanzen und wildlebenden Insekten auf öffentlichem und privaten Grünflächen entstehen. Dies soll über eine gezielte Fortbildung der zuständigen Mitarbeiter aus Kommunen, ihren Bau- bzw. Betriebshöfen und Gewerbebetrieben erreicht werden. Es werden durch beauftragte Planungsbüros exemplarisch Flächen biologisch entwickelt und umgewandelt und die neuen Lebensräume über ein bis zwei Jahre gemeinsam mit den Bearbeitern vor Ort betreut.

Es sind außerdem Vorträge, Exkursionen und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen. Die Aktion wird jeder der 28 Kommunen im Main-Kinzig-Kreis angeboten. Der Landschaftspflegeverband Main-Kinzig wird das Projekt koordinieren und über den Förderzeitraum Ende 2019 hinaus fachlich begleiten.

Für Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid ein überzeugendes Konzept, dass die Förderung in bester Weise rechtfertigt. Sie zeigte sich überzeugt, dass diese guten Beispiele im öffentlichen Raum zur Nachahmung anregen werden und den strategischen Entwicklungsprozess begünstigen. „Wir können hier schon in kurzer Zeit sichtbare Veränderungen bewirken und eine neue Heimat zum Beispiel für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge schaffen“, betonte sie.

Diese Idee verfolgt auch das Behindertenwerk Main-Kinzig e.V. auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule Müller in Gelnhausen. Wie der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Joachim Schröck gemeinsam mit Projektleiterin Christa Hummel erläuterte, werden insgesamt 2.700 Quadratmeter der Fläche ökologisch aufgewertet. Noch in den kommenden Wochen wird eine 80 Meter lange Wildrosenhecke gepflanzt, entlang der Autobahn sollen Wildsträucher wachsen, ein Duftgarten ist geplant und es wird eine Wildstaudenzucht entstehen.

Zum Abschluss des Übergabetermins wurde auch gleich ein lebendiges Zeichen gesetzt. Denn der Betriebsleiter des Tochterunternehmens Grün & Grün des Behinderten-Werkes, Manfred Schäfer, pflanzte gemeinsam mit Joachim Schröck, der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler und der Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid eine Salweide, die hier in Kürze die ersten Blütenbesucher anlocken wird

Die Akteure rund um das Projekt „MKK blüht“ (von rechts): Imker Matthias Ullmann, Barbara Fiselius (Landschaftspflegeverband), Projektleiterin Christa Hummel, Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, Bernd Leutnant (UNB), Joachim Schröck (Vorstand Behinderten-Werk), Dr. Stephan Consemüller (BUND Gelnhausen) und Manfred Schäfer (Grün & Grün). sowie der Plan für das Gelände der ehemaligen Baumschule Müller.

Erste Eindrücke neu angelegter Flächen

Kontakt/Ansprechpartnerin

Frau Barbara Fiselius
Landschaftspflegeverband MKK e.V.
Georg-Hartmann-Straße 5-7
63637 Jossgrund - Burgjoß
Tel. 06059 / 90 66 88
E-Mail: barbara.fiselius@lpv-mkk.de