Positive Zwischenbilanz von „Unternehmen blühen auf“

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Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, Planerin Dorothee Dernbach und Netzwerker Jörg Schmitz präsentieren die Bilanz: Immer mehr Unternehmerinnen und Unternehmer im Kreisgebiet folgen dem Grundgedanken von „Main-Kinzig blüht“.

18.10.2019. - „Noch in diesem Jahr überschreiten wir die Marke von 100.000 Quadratmetern Fläche auf Unternehmensgrundstücken, die mit Hilfe unserer Fachberatung in insektenfreundliche Wildblumenwiesen umgewandelt werden“, berichtet Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. Sie hat eine erste Zwischenbilanz der Initiative „Unternehmen blühen auf“ gezogen, das der Kreis in diesem Jahr aufgelegt hat. Die große Unterstützung durch die Unternehmerinnen und Unternehmer sei „ein eindrucksvoller und sichtbarer Beleg für das große Interesse der heimischen Wirtschaft, einen Beitrag zur Erhöhung der Artenvielfalt beizusteuern“.

Schon die Initiative „Main-Kinzig blüht“, die der Main-Kinzig-Kreis seit 2015 in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Main-Kinzig sowie dem BUND konsequent vorantreibt, hat durchschlagenden Erfolg gehabt und ist in diesem Jahr sogar als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden. Eine pilothafte Förderung durch das Land Hessen machte es in den vergangenen Monaten nun möglich, Fachplanerinnen einzubinden, die im Auftrag des Kreises Städte und Gemeinden im „Wildblumendenken“ schulen. Viele weitere öffentliche Flächen konnten so in der Bepflanzung und Pflege umgestaltet werden. Mehr als 50.000 Quadratmeter in 100 Einzelprojekten konnten auf diese Weise bisher insektenfreundlich gestaltet werden. Barbara Fiselius, Leiterin des Landschaftspflegeverband Main-Kinzig ist sich sicher: „Mit unseren jahrelangen Bemühungen um die Erhaltung der Artenvielfalt haben wir dicke Bretter gebohrt. Nun zeigen sich sichtbare Erfolge.“

Auch die Hürden für Unternehmen, eine Förderung des Kreises zu erhalten, sind denkbar niedrig. Ein Erstkontakttermin und eine Selbstverpflichtungserklärung zur Pflege der Flächen sind die einzigen Bedingungen. „Niedrigschwellig, pragmatisch, konkret“, fasst Susanne Simmler das Erfolgsrezept zusammen. Hinzu komme ein engagiertes Team aus Unterer Naturschutzbehörde, engagierten Fachplanerinnen und Multiplikatoren. Die Umweltdezernentin freut sich, dass Fördergelder so umfangreich abgerufen werden und sieht der Fortsetzung des Programms in den nächsten Jahren optimistisch entgegen: „Artenvielfalt hat hohe Priorität – weltweit und hier im Kreis.“

Dorothee Dernbach, die als eine der Planerinnen Konzepte für Unternehmensflächen entwickelt, ist überzeugt: „Wenn ich in meinen Vorträgen Menschen begegne, die in ihrer Jugend noch Schmetterlinge gesehen haben, haben wir schon fast gewonnen.“ Denn das dramatische Insektensterben sei ein hochemotionales Thema. Außenräume würden viel zu oft als „Outdoor-Wohnzimmer“ behandelt, wo alles aufgeräumt werde, was Insekten nützt. So werde Insekten dauerhaft die Nahrungsgrundlage entzogen. „Wir mähen uns um Kopf und Kragen“, beklagt die Naturgartenplanerin. Dabei sei die Lösung meist einfach – und sogar kostensparend.

Jörg Schmitz, der als Erstkontakt im Auftrag des Kreises kreisweit Unternehmen besucht, berichtet von großer Offenheit und Begeisterung dem Thema Insektenschutz gegenüber. „Ich renne offene Türen ein“, so Schmitz. „Die Motivationen, blühende Wildblumenwiesen anzulegen, sind so zahlreich und verschieden wie die Unternehmen selbst.“ Vom Steuerberater auf dem Dorf, der 2.000 Quadratmeter selber mäht über den typischen Mittelständler in der Chemiebranche bis hin zur Deutschlandrepräsentanz des globalen Konzerns – die Notwendigkeit, das Insektenserben zu stoppen sei von den Unternehmen erkannt. Nachweisbar nachhaltiges Verhalten sei für Unternehmen längst zum Wettbewerbsfaktor geworden, berichtet Schmitz: „Das Unternehmen, dem unsere Umwelt egal ist, wird Kunden verlieren.“