Mittelzentren sollen erhalten bleiben

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Die Stadt Nidderau hat sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt und dieser Prozess geht weiter.

04.07.2019. - Landrat Thorsten Stolz unterstützt die Kritik des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain an den Plänen des Hessischen Wirtschaftsministeriums, die Anzahl der Mittelzentren zu überprüfen und Abstufungen vorzunehmen. Die Verbandskammer hatte sich mit deutlicher Mehrheit gegen diese Absichten ausgesprochen, weil „die Leistungskraft der betroffenen Städte und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion geschwächt wird“. Eine Abwertung zu Grundzentren hätte unter anderem erhebliche finanzielle Kürzungen zur Folge.

„Unsere sieben Mittelzentren, die Städte Maintal, Bad Orb, Bad Soden-Salmünster, Bruchköbel, Gelnhausen, Schlüchtern und Wächtersbach, müssen auch weiterhin mit dieser Bedeutung in der Landesplanung erhalten bleiben. Dafür werden wir uns klar und unmissverständlich positionieren“, sagt Landrat Thorsten Stolz im Hinblick auf die Neuaufstellung des Landesentwicklungsplans. Darüber hinaus werde die Anregung des Nidderauer Bürgermeisters Gerhard Schultheiß unterstützt, dass Kommunen im Ballungsraum nach einem objektiven Kriterienkatalog die Möglichkeit haben sollten, zu einem Mittelzentrum aufgestuft zu werden, sofern sie zentralörtliche Funktionen wahrnehmen. Dieses Anliegen hatte auch der Regionalverband FrankfurtRheinMain in seine Resolution aufgenommen.

Die vom Wirtschaftsministerium eingesetzte Kommission hat diese Option jedoch weitgehend ausgeschlossen. In dem vorgelegten Papier heißt es, dass „eine Erhöhung der Anzahl der Mittelzentren aufgrund der vorhandenen Situation im Grundsatz nicht notwendig erscheint und daher tendenziell zu vermeiden ist“. Entsprechend bestehe „wenig Spielraum für Aufstufungen von Grundzentren ohne gleichzeitige Abstufung von Mittelzentren“.

Doch Landrat Thorsten Stolz bewertet die Forderung der Stadt Nidderau, künftig als Mittelzentrum ausgewiesen zu werden, als „absolut berechtigt“. So muss auch die Stadt durch das starke Wachstum des Rhein-Main-Gebiets bereits heute zentralörtliche Funktionen für das Umland übernehmen. Dazu zählen die Deckung des dringenden Wohnraumbedarfs, die Vorhaltung einer sinnvollen und nachhaltigen Nahversorgung und anderer zentraler Einrichtungen für Gesundheit, Kultur und Freizeit, einschließlich der bedeutenden Anbindung an den ÖPNV. Dieser Trend werde sich fortsetzen, ist der Landrat überzeugt.

„Allein im Altkreis Hanau haben wir seit 2011 ein Wachstum von rund 16.500 Menschen zu verzeichnen“, berichtet der Landrat. Im direkten Umfeld von Nidderau liegt der Anteil bei fast 5.000 Menschen. Daher hat sich der Main-Kinzig-Kreis über den Hessischen Landkreistag dafür ausgesprochen, die Stadt Nidderau mit ihren über 20.000 Einwohnern ebenfalls zum Mittelzentrum in der Metropolregion heraufzustufen.

Es sei offensichtlich, dass in dem immer dichter besiedelten Westteil des Kreises neue starke Zentren entstehen und auch notwendig sind. Mit Nidderau und den Stadtteilen Windecken und Heldenbergen hat sich über Jahre hinweg ein echter Ankerpunkt für die Menschen umliegender Kommunen entwickelt und etabliert. Die raumordnerischen Anforderungen mit einem „Verflechtungsraum“ mit 40.000 Einwohnern werden klar erfüllt. Zudem liegt die Stadt an zwei Schienensträngen und ist auch sonst verkehrstechnisch gut angebunden.