Beruf und Pflege besser vereinbaren

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Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (Zweite von links) und Irmhild Neidhardt von der Leitstelle für ältere Bürgerinnen und Bürger (Dritte von links) begrüßten unter anderem mit Hannelore Hann, Dr. Cornelia Seitz, Ute Pfaff-Hamann und Madeleine Gluth (von links) versierte Referentinnen zum Thema Pflege.

28.06.2019. - Vielfältige Informationen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege hat der Main-Kinzig-Kreis rund 100 Interessierten präsentieren können. Die Leitstelle für ältere Bürgerinnen und Bürger hatte dazu Unternehmen und betroffene Arbeitnehmer ebenso wie Pflegedienstleister und Beratungsstellen aus der Region ins Main-Kinzig-Forum eingeladen. „Wir können uns als Gesellschaft nicht länger drauf verlassen, dass die Familie grundsätzlich und umfassend für die Pflegearbeit aufkommt“, gab Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler in ihrer Ansprache die Richtung vor. „Viele Stellen müssen für eine gelingende Vereinbarkeit von Beruf und Pflege beitragen, Arbeitgeber, Pflegedienstleister, Verbände und schließlich auch die Angehörigen.“

Verschiedene Perspektiven auf das Thema wurden während des Info-Nachmittags eingenommen. Dr. Cornelia Seitz vom Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft hob die Bedeutung des Themas für Unternehmen hervor. Ute Pfaff-Hamann vom Bündnis für Familie des Main-Kinzig-Kreis zeigte auf, dass das einst „klassische Frauenthema“ Pflege zunehmend Männer betrifft und fordert. Zu den Referentinnen gehörten darüber hinaus Madeleine Gluth vom Pflegestützpunkt Schlüchtern, Katja Sommer von den Alten- und Pflegezentren sowie Hannelore Hann vom Betreuungsverein Main-Kinzig.

Irmhild Neidhardt von der Leitstelle für ältere Bürgerinnen und Bürger, eine der Organisatorinnen der Veranstaltung, sieht in der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege eines der drängenden Themen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in den nächsten Jahren. Die Belastungen durch die Pflege, physisch und psychisch, für die Partnerschaft, die Familie und den Beruf, seien enorm, gerade über einen Zeitraum von mehreren Jahren. „Häusliche Pflege geht oft auf Kosten der Karriere“, sagte Neidhardt. „Mehr als 50 Prozent der Pflegenden reduzieren ihre Arbeitszeit für die Pflege.“

Simmler und Neidhardt appellierten daher gemeinsam an Arbeitgeber, auf die individuelle Situation der Angestellten mit einem zu pflegenden Angehörigen einzugehen. Wirksame Vereinbarkeitslösungen würden zukünftig immer wichtiger: Aufgrund der demografischen Entwicklung werde es in den kommenden Jahren nicht nur zu einem Fachkräftemangel, sondern mit der steigenden Lebenserwartung auch zu einer größer werdenden Anzahl pflegebedürftiger Menschen kommen. „Ich bin froh, dass wir im Main-Kinzig-Kreis heute einen anderen Fokus auf dem Thema Pflege haben. Hier knüpfen wir mit unseren Beratungsangeboten, der Infrastruktur und natürlich auch mit weiteren Informationen dieser Art in den nächsten Jahren an“, so Simmler.