Ein offiziell zweiter „Pflegestützpunkt“ - ein dritter soll in Hanau folgen

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Die „Außensprechstunde des Pflegestützpunkts“ in Schlüchtern darf sich ab sofort als echter „Pflegestützpunkt“ bezeichnen. Nun steht der Aufbau des dritten Pflegestützpunkts in Hanau an.

03.05.2019. - Der Main-Kinzig-Kreis hat nun offiziell einen zweiten Pflegestützpunkt. Eine entsprechende Nachricht hat Kai Klose, Minister für Soziales und Integration des Landes Hessen, der Kreisspitze mitgeteilt: Die „Außensprechstunde“ darf sich nun formal in „Pflegestützpunkt“ umbenennen. „Für die Bürgerinnen und Bürger wird der Service damit weiter verbessert“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. „Für uns als Main-Kinzig-Kreis kann außerdem ein wichtiger Teil des Kreistagsbeschlusses von Dezember 2016 als erfüllt abgehakt werden. Jetzt geht es an den Aufbau eines dritten echten Pflegestützpunkts in Hanau und für den Westkreis. Insofern ist die Nachricht aus Wiesbaden eine gute Nachricht für den gesamten Main-Kinzig-Kreis.“

Seit Juli 2018 wird in der Schlüchterner Servicestelle zu allen Themen rund ums Älterwerden und insbesondere zu Pflege beraten, persönlich in der Wassergasse, telefonisch oder bei Hausbesuchen. „Es ist für Angehörige wichtig, dass sie unabhängig, kompetent und schnell Hilfe bekommen. Im Pflegestützpunkt geschieht dies noch dazu kostenlos und trägerneutral. Deshalb ist es ein Erfolgsmodell, das in allen Teilen unseres Landkreises etabliert werden soll“, sagt Sozialdezernentin Simmler.

Feste Ansprechpartnerin in Schlüchtern ist seit der Eröffnung im vergangenen Jahr Madeleine Gluth, die bisher einmal pro Woche von Dietmar Appl, dem Pflegeberater des Pflegestützpunktes in Gelnhausen unterstützt wird. Nun wird die Techniker Krankenkasse auch für Schlüchtern eine feste Pflegeberatungsperson einsetzen und sich an den Sachkosten des Beratungsstandortes beteiligen.

Der lange Prozess des Genehmigungsverfahrens von einer Außensprechstunde in einen Pflegestützpunkt basierte auf den sich verändernden, steigenden Beratungszahlen im gesamten Bergwinkel. Bemerkenswert ist die hohe Anzahl der Hausbesuche, die auf die mangelnde Mobilität der Ratsuchenden in dieser Region schließen lässt. „Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, die sehr nah an den Realitäten der Menschen in der Region geurteilt und entschieden haben, den Standort in Schlüchtern zu stärken“, sagte Susanne Simmler.

Einen hohen Bedarf an Beratung und Hilfe zum Bereich Pflege sieht die Erste Kreisbeigeordnete auch für die Region in und um Hanau. „Ein dritter Pflegestützpunkt ist der gemeinsame politische Wille aller Fraktionen im Kreistag. Wir setzen sehr viel daran, dass wir diesen letzten Teil des Kreistagsbeschlusses im Interesse der Bürgerinnen und Bürger aus Hanau und dem gesamten Altkreis Hanau auch umgesetzt bekommen“, so Simmler.

Nach den Worten der Ersten Kreisbeigeordneten würde es sich auch in Hanau zunächst um eine „Außensprechstunde“ handeln. „Ich sage dazu seit jeher: Es ist nicht entscheidend, was auf dem Klingelschild steht, sondern was in den Räumen geleistet wird – wertvolle und hilfreiche Beratungsarbeit für Betroffene.“ Nach einer Eröffnung werde man jedoch genau wie beim Schlüchterner Stützpunkt weiter sachorientiert daran arbeiten, auch den dritten Standort zum Pflegestützpunkt aufzuwerten.

Sowohl die Stadt Hanau als auch die Palliative Patientenhilfe um Dr. Maria Haas-Weber hatten vor wenigen Tagen eine finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. Damit steht der Einstellung einer weiteren kommunalen Pflegeberaterin für die Außensprechstunde Hanau nichts im Weg. Barrierefreie Beratungsräume sind im „Haus am Steinheimer Tor“ in Hanau ebenfalls schon vorhanden. Gute Bedingungen für einen zügigen Start, findet Susanne Simmler. „Ein mittelfristig echter Pflegestützpunkt wird die Beratungslandschaft in Hanau sinnvoll ergänzen. Wir haben unsererseits Zusagen vom Steuerungsausschuss der Pflegestützpunkte und der Techniker Krankenkasse vorliegen, dass auch in der Brüder-Grimm-Stadt ein Pflegeberater unterstützend mit einer bestimmten Anzahl an Beratungsstunden tätig werden wird. Packen wir‘s also an“, so die Erste Kreisbeigeordnete.