„Landpartie 1.0.“: Medizinstudenten absolvieren Praktikum in Hausarztpraxen

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Facharzt für Allgemeinmedizin Dr. Benjamin Schaum (links) betreut in seiner Hausarztpraxis Medizinstudent Dennis Müller während seines Blockpraktikums.

03.05.2019. - Um einem möglichen Ärztemangel im Landkreis entgegenzuwirken, möchte der Main-Kinzig-Kreis mit gezielter Förderung die Wiederbesetzung frei werdender Hausarztsitze erleichtern. „Mit Coaching, Mentoren und einer kompetenten Koordinierung soll es gelingen möglichst viele junge Ärzte zu bewegen, sich im ländlichen Bereich niederzulassen“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler über ein besonderes Angebot, das es dazu für Studierende der Medizin gibt: „die Landpartie 1.0“. „Das Wahlpflicht-Blockpraktikum in einer Hausarztpraxis wird durch den Main-Kinzig-Kreis finanziell unterstützt, damit die Studierenden Gelegenheit haben, das Praktikum auch im ländlichen Raum zu absolvieren und somit auch den Ablauf des Praxisalltages auf dem Land kennenzulernen“, so Simmler.

Medizinstudent Dennis Müller aus Frankfurt absolviert ein entsprechendes Praktikum in der Praxis von Dr. med. Benjamin Schaum in Gelnhausen. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises und dem Institut für Allgemeinmedizin der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt organisiert.

Einblicke im Ablauf einer Landarztpraxis zu bekommen, das besonders breite Patientenspektrum kennenzulernen, war auch die Intention von Dennis Müller. Gelnhausen, nicht weit von Frankfurt entfernt, und in der Praxis von Dr. Schaum kennen sich die Patientinnen und Patienten untereinander und sie kennen „ihren“ Hausarzt, viele von ihnen waren schon bei seinem Vater in Behandlung, von ihm übernahm Benjamin Schaum die Praxis.

Der Praxisalltag ist straff durch organisiert, das Wartezimmer immer gut gefüllt und doch wird sich für jeden Patienten Zeit genommen, es herrscht eine fast familiäre Atmosphäre und die beeindruckt auch Dennis Müller. Er könne sich nach diesen zwei Wochen sehr gut vorstellen, nach dem Studium als Landarzt zu arbeiten. Zu dieser Entscheidung habe auch das Blockpraktikum beigetragen.

Für Dr. Benjamin Schaum ist das eine gute Förderung, aber zwei Wochen für ein Praktikum seien viel zu kurz, hier würde er sich einen längeren Zeitraum wünschen, um einen wirklich tiefen und allumfassenden Einblick zu bekommen , was die Tätigkeit eines Landarztes ausmacht. Doch freue es ihn, dass die Politik nach Wegen sucht, um die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum zu erhalten. Aktionen dieser Art können durchaus dazu beitragen.

Für Fragen, sowohl von praktizieren Ärzten, als auch von Studierenden der Medizin steht das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises gern zur Verfügung, auch Auskunft zu Möglichkeiten der Facharztweiterbildung zum Allgemeinmediziner im Weiterbildungsverbund der Main-Kinzig-Kliniken. Mehr Informationen gibt es auf der Homepage des Main-Kinzig-Kreises .