Gesundheitsamt informiert zum Schutz vor Hantaviren

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23.04.2019. - Seit einigen Jahren werden in Deutschland vermehrt Erkrankungen durch Hantaviren festgestellt. Dies gilt auch für den Main-Kinzig-Kreis. Hantaviren können über den Kot und Urin von Rötelmäusen ausgeschieden werden. Unter günstigen Bedingungen, wie zum Beispiel ein trockener Sommer oder ein ausreichendes Nahrungsangebot, kann es zu einer vermehrten Population von Rötelmäusen kommen und in Folge dessen ist mit dem Auftreten von Hantavirus-Erkrankungen zu rechnen. Im Jahr 2017 wurden 38 Hantavirus-Erkrankungen dem Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises gemeldet, 2018 war es ein Fall. Vermehrt wurden in den vergangenen Jahren Fälle im östlichen Kreisgebiet ermittelt. Angesichts der zunehmenden Verbreitung der Viren rät das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises zum Schutz vor einer möglichen Infektion.

Rötelmäuse sehen harmlos aus, aber sie können die Erreger des Hantavirus in sich tragen. Sie gelten als Hauptüberträger dieser Viren, die schwere Grippesymptome erzeugen und unter Umständen zu Nierenversagen führen können. Die meisten Menschen infizieren sich durch das Einatmen von aufgewirbeltem Staub, in dem die Erreger aus Kot, Urin oder Speichel der Nager enthalten sind. Selten erfolgt die Übertragung durch Nagetierbisse. Das Gesundheitsamt rät grundsätzlich den Kontakt zu Mäusen und deren Ausscheidungen zu vermeiden.

Die Infektionen können ganzjährig auftreten, vorwiegend jedoch in den Monaten Mai bis Juli. Da die Hantaviren von Rötelmäusen und anderen Nagern mit Kot und Urin ausgeschieden werden und in diesen Exkrementen auch nach Eintrocknen über Tage oder Wochen ansteckend bleiben können, kommt der Übertragung durch Einatmen von erregerhaltigem Staub eine besondere Bedeutung zu. Ein besonderes Risiko eine Hantavirus-Infektion zu erwerben und in Kontakt mit Mäusen sowie anderen Nagern oder deren Ausscheidungen zu kommen, besteht bei folgenden Tätigkeiten: Umschichten von Holz, Arbeiten im Wald, Aufenthalt oder Reinigungsarbeiten in Gartenhäuschen, Waldhütten oder Schuppen, Wandern, Zelten, insbesondere stauberzeugenden Tätigkeiten, wie Ausfegen oder bei der Reinigung und dem Aufräumen von Dachböden, Garagen oder Kellern und waldnaher Gebäude.

Deshalb empfiehlt das Gesundheitsamt vorbeugende Maßnahmen: Bei der Reinigung von Scheunen, Dachböden, Garagen oder ähnlichen Räumlichkeiten ausreichend zu lüften und bestenfalls wenig Staub aufzuwirbeln beziehungsweise feucht zu reinigen. Zusätzlich sollte ein Mund- und Nasenschutz getragen werden. Für die Beseitigung von toten Nagetieren, deren Kot oder Urin sollten Einmalhandschuhe verwendet werden. Die Entsorgung der verwendeten Materialien kann über den Restmüll in verschlossenen Plastikbeuteln erfolgen. Anschließend ist gründliches Händewaschen und gegebenenfalls eine Desinfektion der Hände notwendig.

Weitere Informationen erteilt das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises unter der Telefonnummer 06051 8511650, sie sind zudem zu finden auf der Internetseite des Robert-Koch-Institutes unter www.rki.de.