„Limesroute“ verbindet künftig Großkrotzenburg und Echzell

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Stelen am Limes bei Erlensee (Fotograf: Stefan Cop).

09.04.2019. - In diesen Tagen erfolgt der Baubeginn der Visualisierungsmaßnahmen zur Regionalpark-Limesroute. Die 40 Kilometer lange Route verbindet die beiden Limes-Informationszentren in Großkrotzenburg (Main-Kinzig-Kreis) und Echzell (Wetteraukreis) miteinander. Im Main-Kinzig-Kreis führt die Route durch Großkrotzenburg, Hanau, Erlensee, Neuberg und Hammersbach und wurde im vergangenen Jahr zusammen mit den beteiligten Kommunen konzipiert.

„Die Regionalpark-Limesroute ist ein sehr gutes Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit zweier Landkreise. Dank gilt dem Regionalpark für die Unterstützung“, lobt Landrat und Kulturdezernent Thorsten Stolz das Projekt und freut sich schon jetzt auf die Eröffnung im August. Auch Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, die sowohl als Tourismusdezernentin und als Mitglied des Aussichtsrates der Regionalpark Ballungsraum Rheinmain GmbH von Beginn der Planungen an dieses Projekt unterstützte, freut sich, so den Limes erlebbar zu machen und „künftig dort auf den Spuren der Römer zu wandern. Das ist auch Inhalt des Tourismuskonzeptes der Spessart-Tourismus GmbH des Main-Kinzig-Kreises“, berichtete Susanne Simmler.

Vor knapp 2000 Jahren bauten die Römer auf 550 Kilometer Länge den Obergermanisch-Raetischen Limes als durchgängige Grenzanlage zu den germanischen Völkern aus Palisaden, Wällen, Gräben, Wachtürmen und Kastellen. Bereits 2005 wurde der Limes zusammen mit dem Hadrians Wall in Großbritannien in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten aufgenommen. Auf der Strecke zwischen Echzell und Großkrotzenburg ist das bedeutende Bodendenkmal nur noch in kurzen Abschnitten als unscheinbarer Wall im Wald oder an ausgegrabenen Fundamentresten von Kastellmauern beziehungsweise Wachtürmen erkennbar.

Das mit der Konzeption beauftragte Landschaftsarchitekturbüro, plan etage aus Kassel, sieht vor, den historischen Limesverlauf in der Landschaft wieder sichtbar zu machen. Dazu werden weiß gestrichene Holzstelen in Reihe oder einzeln stehend, entlang des Limesverlaufs errichtet und in den Waldgebieten werden Altbäume, überwiegend Rotbuchen, die am ehemaligen Limes wachsen, im Stammbereich gekalkt. Als weiteres Gestaltungselement werden einzelne Säulenbäume in Reihe gepflanzt. In jedem der beiden Landkreise werden außerdem vier sogenannte „Limesfenster“ installiert. Diese stehen an der Regionalparkroute abseits des Limes, so dass, wie durch ein Fenster, der historische Limesverlauf in der Landschaft fokussiert und visualisiert werden kann.

Der Main-Kinzig-Kreis und der Wetteraukreis haben gemeinsam mit der Regionalpark RheinMain GmbH das Konzept zur Ausgestaltung entwickelt. Unterstützt wurde die Konzeption und wird die Realisierung durch hessenARCHÄOLOGIE. Die beiden Landkreise sind jeweils Träger der neuen Regionalparkroute in ihrer Gemarkung. Mit einer gemeinsamen Ausschreibung und der Vergabe des Auftrags an eine Landschaftsbaufirma, unter der Federführung des Wetteraukreises, ist eine einheitliche Umsetzung sichergestellt. Die Garten- und Landschaftsbaufirma Mende aus Brachttal wurde mit der Realisierung beauftragt.

„Die jetzt entstehende Limesroute ist ein wichtiger Baustein, um das Bewusstsein der Bürgerschaft mit der eigenen Geschichte zu stärken und das Wirken der Römer in unserer Region wieder in Erinnerung zu rufen“, so Landrat Thorsten Stolz abschließend.

Für weitere Informationen: www.spessart-tourismus.de, www.regionalpark-rhein-main.de