Herberge Geislitz: Kreis enttäuscht über Verkaufspläne des DJH

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03.04.2019. - Der Main-Kinzig-Kreis reagiert mit Enttäuschung auf die Nachricht des Deutschen Jugendherbergswerk (DJH), die Einrichtung in Geislitz verkaufen zu wollen. „Die letzte Jugendherberge im Main-Kinzig-Kreis und im hessischen Spessart wird damit dauerhaft geschlossen. Diese Entscheidung ist für uns nicht zu verstehen, nachdem der Landkreis und die Gemeinde Linsengericht mehr als zwei Drittel der Sanierungskosten übernommen hätten“, erklären Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler.

Die Sanierung der Jugendherberge in Geislitz wurde auf 1,4 Millionen Euro beziffert. Davon würden der Landkreis und die Gemeinde 1,0 Millionen Euro beisteuern. „Diese Beteiligung wäre weithin einzigartig gewesen. Mehr als das hätten wir von unserer Seite aus nicht machen können“, so Stolz und Simmler.

Das DJH erklärte sich nur bereit, höchstens 200.000 Euro auszugeben und habe sich in keiner Weise kompromissbereit gezeigt, wie die Kreisspitze bemängelt: „Das Deutsche Jugendherbergswerk hat sich keinen Millimeter bewegt und auch keine erkennbaren Anstalten gemacht, die verbliebene Deckungslücke von 200.000 Euro selbst oder durch anderweitige Quellen zu füllen. Die Infrastruktur an Jugendherbergen wird dadurch schlechter, und das in der boomenden Tourismusdestination Spessart. Das DJH hat diese Chancen leider ausgeblendet.“

Eine letzte Möglichkeit zur Rettung der Geislitzer Jugendherberge sieht der Main-Kinzig-Kreis in einem Zuschuss durch das Land Hessen. Bislang hatte das Land sich auf die Position zurückgezogen, eine Pauschale an das DJH zu überweisen, nichts darüber hinaus. „Es wäre ein Leichtes für das Land Hessen, hier nun einzugreifen und den Bestand an Jugendherbergen in Hessen zu sichern. Allerdings haben wir diese Lösung schon vor Monaten vorgeschlagen und kein Interesse in Wiesbaden wecken können. Sollte es dabei bleiben, steht die Jugendherberge vor dem Aus“, befürchtet die Kreisspitze.