Simmler unterstützt Petitionen der IG Fluglärm

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03.04.2019. - Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler unterstützt die Petition der IG Fluglärm, das Anflugverfahren „Point Merge“ erneut und transparent prüfen zu lassen. „Im Gegen- und Endanflug werden östlich und westlich des Flughafens Hunderttausende von Bürgerinnen und Bürgern täglich mit Fluglärm belastet. Sollte das, was an anderen internationalen Flughäfen mit ähnlich dichter Besiedelung problemlose Praxis ist, auch in unserer Region viele Menschen von Fluglärm entlasten, dann sollte man das näher in Betracht ziehen“, sagte die Umweltdezernentin. Insbesondere mit Blick auf eine jüngste Absenkung der Gegenanflugstrecken um 1.000 Fuß, die die Deutsche Flugsicherung vor wenigen Tagen bekanntgegeben hat, seien Alternativen zum bestehenden Verfahren neu zu bewerten.

Nach dem Willen der Interessengemeinschaft Fluglärm Hanau-Kinzigtal soll eine transparent berechnete Zahl von Be¬troffenen durch das Anflug-Verfahren „Point Merge“ und mögliche Konsequenzen daraus ermittelt werden. Dazu hat die IG Fluglärm Petitionen in den Bundestag und den Hessischen Landtag eingebracht, unter anderem von mehreren Bürgermeistern un¬terschrieben.

Susanne Simmler unterstützt die Stoßrichtung. „Wer sich gegen Fluglärm engagiert und neue Methoden zur Lärmminderung vorschlägt, sieht sich oft einer Abwehrhaltung der Deutschen Flugsicherung und der Airlines gegenüber, dass dies oder jenes nicht gehe. Das hat sich aber in der Vergangenheit allzu oft als voreilig herausgestellt“, so Simmler.

Das Verfahren „Point Merge“ ist schon länger in der politischen Diskussion und sollte zunächst für eine dauerhafte Nutzung offen und fair geprüft werden. Mit diesem An¬flugverfahren erhoffte sich nicht zuletzt die IG Fluglärm für die Bevölkerung in über 25 Kilometern Entfernung östlich und westlich vom Flughafen eine Reduktion des Fluglärms, indem die Reihung der an¬fliegenden Maschinen in größeren Höhen als den derzeitigen erfolgt. Einer Untersuchung der Deutschen Flugsicherung von 2017 zufolge würden durch „Point Merge“ mehr Bewohner durch Fluglärm belastet. Die Interessengemeinschaft Fluglärm Hanau-Kinzigtal kritisiert, dass bei der Untersuchung „Point Merge“ bloß mit dem bisherigen Anflugverfahren kombiniert, die geltende Endanflughöhe also bloß um das vorgeschaltete alternative Anflugmodell zusammengefügt worden sei. Damit habe sich die Anzahl lärmbetroffener Bürger jedoch erhöht.

„Wenn die kleinteiligen Erfolge der Fluglärmkommission und der Bürgerinitiativen in der Region aufgefressen werden könnten durch eine Absenkung der Flughöhen in bestimmten Bereichen, dann müssen wir entweder den Druck auf die Deutsche Flugsicherung und die Luftverkehrswirtschaft erhöhen oder uns gemeinsam um gänzlich andere Modelle im An- und Abflugverfahren bemühen“, sagte Simmler. „Am besten tun wir beides.“

Die Erste Kreisbeigeordnete spielte damit auch auf die Eindrehhöhen beim parallel unabhängigen Anflugbetrieb an, die die Deutsche Flugsicherung im Dezember verändert hat. Vor wenigen Tagen informierte die DFS die Fluglärmkommission über die Änderungen. Insbesondere über den Städten und Gemeinden in der Westhälfte des Kreises könnte es durch diese Absenkung lauter werden. Die Flugsicherung verwies bei der Bekanntgabe der Entscheidung auf „Sicherheitsgründe“.

Simmler kündigte an, sich über die Fluglärmkommission nähere Informationen zu den veränderten Flughöhen einzuholen und sich hier eng mit den Bürgerinitiativen auszutauschen. Zugleich forderte sie die Wahlkreisabgeordneten aus dem Main-Kinzig-Kreis auf, die Bearbeitung der Petitionen aktiv voranzutreiben. „Wir dürfen nicht nachlassen, für die Fortschritte im Fluglärmschutz gemeinsam zu streiten und auch unkonventionelle Modelle anzudenken“, so Simmler.