Neuer Kursangebot ermöglicht einen „Mieterführerschein“

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Die Akteure und Initiatoren des Projektes „Mieterführerschein“ (von links): Petra Weinzettel, Sozialarbeiterin der Baugesellschaft Hanau, Bürgermeister Axel Weiss-Thiel, Jens Gottwald, Geschäftsführer der Baugesellschaft Hanau, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, Franz Wolf, stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für Wirtschaftskunde, und Daniela Grund, Teamleiterin für Seminare und Berufsorientierung der Gesellschaft für Wirtschaftskunde, sowie Hans Egon Heinz vom Mieterbund Hanau und Iris Hurrlein vom Kommunalen Center für Arbeit.

11.03.2019. - Wie lüfte ich meine Wohnung richtig? Wie finde ich überhaupt eine Wohnung? Wie sieht ein Mietvertrag aus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses „Mieterführerschein“. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Baugesellschaft Hanau, die auch Ideengeber dieses Projektes war, der Gesellschaft für Wirtschaftskunde, dem Mieterbund Hanau und vom Kommunalen Center für Arbeit (KCA) gefördert. „Es soll als unterstützendes Angebot für Menschen fungieren, die aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes nicht so leicht eine neue Wohnung finden“, informierte Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Susanne Simmler anlässlich eines Pressetermins mit der Stadt Hanau und allen Beteiligten.

Am Ende des zweitägigen Kurses erhalten die Absolventinnen und Absolventen einen Führerschein, den sie Vermietern vorlegen können. Wohnungssuchende mit Mieterführerschein sind über ihre Rechte und Pflichten als Mieter einer Wohnung umfassend informiert und haben somit eine gute Voraussetzung für ein zukünftiges Mietverhältnis. „Außerdem bietet der Mieterführerschein auch den potentiellen Vermietern eine gewisse Sicherheit“, erläuterte Susanne Simmler.

Der Mieterführerschein dokumentiert die Eigeninitiative des Wohnungsbewerbers, beugt Problemen zwischen Mietern und Vermietern vor und trägt dazu bei Schäden, wie zum Beispiel Schimmel durch nicht fachgerechtes Lüften zu verhindern. Auch das Erlernen des richtigen Putz- und Waschverhaltens sowie der Mülltrennung und Müllentsorgung sind Bausteine im Programm des Projektes.

Günstige Wohnungen zu finden ist nicht einfach. Die Migranten drängen auf den Wohnungsmarkt, der hart umkämpft ist, besonders die Flüchtlinge haben es schwer, sich gegen die einheimische Konkurrenz durchzusetzen. Zum einen haben diese selbst Probleme bei der Wohnungssuche, zum anderen haben die Vermieter häufig Vorbehalte. „Gerade aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes erhoffen wir uns mit diesem Projekt ein besseres Verständnis auf beiden Seiten, insbesondere sollen so bei den zukünftigen Vermietern Vorurteile abgebaut werden“, erklärte Hanaus Bürgermeister und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Baugesellschaft Hanau Axel Weiss-Thiel.

Bereits die Pilotveranstaltung im vergangenen Jahr hatte gezeigt, dass die von der Baugesellschaft Hanau und der GfW gemeinsam erarbeitete Konzeption eine echte Lücke schließt. „Uns war es wichtig, wesentliche Elemente des Wohnungsmarktes und auch die mitunter schwierige Theorie so zu vermitteln, dass für die Teilnehmenden ein langfristiger Mehrwert entsteht“, so Jens Gottwald, Geschäftsführer der Hanauer Baugesellschaft, die für die praktischen Übungen der künftigen Mieter echte Bewerbungsgespräche in leerstehenden Wohnungen ermöglicht.

Die Eigenverantwortung der Wohnungssuchenden soll mit diesem Projekt erhöht werden. Menschen fit zu machen für die eigene Wohnung, ist Ziel dieser Fortbildung, die einen theoretischen sowie einen praktischen Teil zum Inhalt hat. Dem künftigen Mieter wird praxisorientiertes Wissen zum Thema „Wohnen“ vermittelt. Die Teilnahme am Kurs ist kostenfrei.