Zwei Jahre „Lernfeld Landwirtschaft“: Schon rund 2.400 Teilnehmer

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Vom Biohof bis zum Großbetrieb, vom Bauernhof bis zu weiterverarbeitenden Betrieben: Die Bandbreite der Höfe und Unternehmen, die bei „Lernfeld Landwirtschaft“ mitmachen, ist groß.

19.02.2019. - „Aufklären und sensibilisieren für Themen rund um Ernährung und Landwirtschaft: Das ist das Ziel des Kreisprojekts ‚Lernfeld Landwirtschaft‘, und die große Zahl an Hofbesuchen durch Schulklassen und Kitagruppen zeigt, dass es hier durchaus einen Wissensbedarf gegeben hat“, resümiert Susanne Simmler, zuständige Dezernentin im Main-Kinzig-Kreis für den Bereich Landwirtschaft. Gemeinsam mit dem Kreisbauernverband, dem Landfrauenverband Hessen und den Bildungspartnern Main-Kinzig hatte der Kreis das Programm „Lernfeld Landwirtschaft“ ins Leben gerufen, um jungen Menschen landwirtschaftliche Produktion näherzubringen: Vom Biobauernhof über Großbetriebe bis hin zu verarbeitenden Betrieben können seither zahlreiche Adressen im Kreisgebiet ohne große Hürden besucht werden, unterstützt durch entsprechend geschulte Bauernhofbegleiter, sofern das gewünscht ist.

Im März 2017 hatte Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler verschiedene Landwirtschaftsverbände sowie zahlreiche Landwirte in die Kreisverwaltung eingeladen, um das Konzept vorzustellen, das über „Bauernhof als Klassenzimmer“ hinausgeht. Es beinhaltete Besuche von landwirtschaftlichen Betrieben durch interessierte Kinder- und Schülergruppen, die durch lokale Netzwerke schneller zustandekommen und pädagogisch unterstützt werden sollten.

Der Kreis fungiert darin als Vermittler für die Anfragenden, also beispielsweise Schulen, wie auch für die Höfe, die sich für diese Gruppen grundsätzlich öffnen. Schon gut ein Jahr später hatten rund 1.500 Schülerinnen und Schüler über „Lernfeld Landwirtschaft“ einen Hofbetrieb besichtigt. Zwei Jahre nach der Auftaktveranstaltung sind es gut 2.400. Die Zahl der Betriebe, die beim Programm mitmachen, steigt stetig. Sie liegt bei 38, die sich auf alle Kreisteile zwischen Maintal und Sinntal verteilen.

„Mitmachen kann grundsätzlich jeder Betrieb auf der einen und jede Schule und Kita auf der anderen Seite“, fasst Christina Gebhardt zusammen, die in der Kreisverwaltung das Programm koordiniert. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Auswahl des Betriebs sehr eng daran orientiert, welche Aspekte aus den Bereichen Ernährung, Landwirtschaft oder Tierhaltung in der Schule behandelt wird. Für die einen passt die Arbeit eines Biobetriebs eher zum Unterrichtsschwerpunkt, andere wollen sich gezielt die Tierhaltung und Produktion in Großbetrieben anschauen. Dahinter stehen dann auch die entsprechenden Fragen, die auf den Höfen direkt gestellt und diskutiert werden können“, so Gebhardt.

Auch kleine Höfe gehören zu den 38 teilnehmenden Betrieben. Für sie ist es oftmals schwieriger, neben der alltäglichen Arbeit auch noch Besuchergruppen zu empfangen und zu betreuen. Speziell für diese Kontakte hat der Main-Kinzig-Kreis die Fortbildung zu „Bauernhofbegleitern“ ins Leben gerufen. Jeder Interessierte kann sich fachlich und pädagogisch ausbilden lassen, um Kindergruppen über Bauernhöfe zu führen und Wissen über Landwirtschaft und zum Hofbetrieb zu vermitteln. Bei den Bildungspartnern Main-Kinzig in Gelnhausen wird in Kürze bereits die dritte Gruppe von Frauen und Männern eine solche Fortbildung durchlaufen; Anmeldungen dazu werden noch über die Internetseite www.bildungspartner-mk.de entgegengenommen. Aus derzeit 26 Bauernhofbegleiterinnen und -begleitern könnten dann über 40 werden.

Landwirtschaft sei vielfältig, ebenso vielfältig seien deren Strukturen auf dem Hof und die Herausforderungen für die Zukunft. „Die ganze Bandbreite gilt es zu entdecken und ein Bewusstsein für die Zusammenhänge in der Landwirtschaft und der Ernährung wieder neu zu schaffen“, erklärt Susanne Simmler.