Pilotprojekte: Bei digitaler Bildung „schneller und besser werden"

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„Die technischen Voraussetzungen müssen intensiver im Unterricht genutzt und in der Breite eingesetzt werden“: Schuldezernent Winfried Ottmann (vorne, rechts) mit Dr. Stephanie Kleta-Bohmann, Dr. Marc Klages (je Bundesverband Digitale Bildung) und Ehrhard Naumann (Media Connect GmbH, vorne, von links).

30.01.2019. - „Wir werden im ersten Halbjahr auch die letzten Schulstandorte ans Glasfasernetz des Kreises anschließen. Jetzt müssen die technischen Voraussetzungen intensiver im Unterricht genutzt und in der Breite eingesetzt werden“, erklärte Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann bei einer Konferenz zu digitaler Kompetenz in der Schule, zu der er in die Räume der Bildungspartner Main-Kinzig nach Gelnhausen eingeladen hatte. Zusammen mit Experten für den Bereich digitale Bildung, Schulleitern sowie Vertretern aus dem Staatlichen Schulamt und der Kreisverwaltung diskutierten sie die Möglichkeiten, diesen vorhandenen technischen Rahmen auch innerschulisch stärker auszunutzen.

Hintergrund ist, dass der Main-Kinzig-Kreis Pilotprojekte an Schulen im Kreisgebiet auflegen möchte, „um über digitale Bildung nicht nur zu sprechen, sondern auch ganz praktisch anzufangen, Erfahrungen zu sammeln, die Erfahrungen zu nutzen, besser zu werden, schneller zu werden“, wie Schuldezernent Winfried Ottmann die Ziele eingangs grob rumriss. Mit Dr. Marc Klages und Dr. Stephanie Kleta-Bohmann vom Bundesverband Digitale Bildung hatte er sich zwei Gleichgesinnte als Impulsreferenten eingeladen, die über den Wert und Modelle digitalisierten Unterrichtens sprachen.

„Wir stehen in vielen Fällen noch ganz am Anfang“, monierte Klages die Situation an den meisten deutschen Schulen und warnte vor einer „verlorenen Generation“. Kleta-Bohmann empfahl Schulen, auf modernere Unterrichtsmethoden zu setzen, um voranzukommen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln: „Digitale Medien sind kein Selbstzweck, sie helfen bei der Kompetenzvermittlung.“

Daran anschließend eröffnete Ottmann die Diskussion, bei der er feststellen konnte, dass die Sorge über den zu geringen Einsatz digitaler Medien im Schulalltag weit verbreitet ist. Zwei Rückmeldungen stellte er am Ende noch einmal heraus: Aus der freien Wirtschaft komme die Klage, einfachste Fertigkeiten in der Datenverarbeitung müssten bei Schulabgängern nachgeholt werden; an der Verfügbarkeit notwendiger technischer Geräte in Schulen liege es jedoch weniger, eher an der mehr zögerlichen Nutzung der Möglichkeiten.

„Unsere Bildungsstrukturen hinken den aktuellen soziotechnologischen Entwicklungen weit hinterher. Wir wollen im Bereich Bildung etwas verändern, wir wollen Schulen unterstützen und Hilfe zur Selbsthilfe sein“, bot Klages an. „Viele Schulen fühlen sich oft alleingelassen und wissen nicht, wie sie digitale Angebote verwirklichen sollen.“

Das Angebot nahm Schuldezernent Winfried Ottmann gerne an. Bei der Umsetzung der Pilotprojekte an den teilnehmenden Schulen Käthe-Kollwitz-Schule, Henry-Harnischfeger-Schule und Adolf-Reichwein-Schule sollen die Berater unterstützend wirken. „Wichtig für uns ist zweierlei“, so Ottmann. „Erstens berücksichtigen wir natürlich, was die Schulen bisher schon im Bereich der digitalen Bildung unternehmen und helfen dabei, das auszubauen. Wir wollen, zweitens, Erkenntnisse gewinnen, wie wir systematisch und entschieden bei der Digitalisierung unserer Schulen vorwärtskommen und an welchen Stellen wir als Schulträger oder eben das für den Unterricht zuständige Staatliche Schulamt ansetzen müssen.“

Günter Rau vom Staatlichen Schulamt, der an der Konferenz selbst mitdiskutierte, signalisierte Zustimmung für die Pilotprojekte. Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann wird sich nun vor dem Start der Pilotphase mit dem Kultusministerium noch genauer abstimmen.