Kreisspitze im Gespräch mit den Handwerksmeistern

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Die Kreisspitze um Landrat Thorsten Stolz (sitzend, Mitte) und die Kreishandwerkerschaften um die Kreishandwerksmeister von Gelnhausen-Schlüchtern, Joachim Wagner (links daneben) und Hanau, Martin Gutmann (rechts daneben) besprachen aktuelle kreis- und wirtschaftspolitische Themen.

10.12.2018. - Regelmäßig tauschen sich der Main-Kinzig-Kreis und die beiden hiesigen Kreishandwerkerschaften über aktuelle Themen in ihren Bereichen aus. Bei der jüngsten Gesprächsrunde in der Kreisverwaltung gab es unter anderem zur möglichen Auskreisung Hanaus aus dem Kreisgebiet den meisten Diskussionsbedarf. Aus den Reihen des Handwerks wurde dazu eine Reihe von Fragen aufgebracht, etwa zur künftigen Mitfinanzierung des Berufsbildungs- und Technologiezentrums in Hanau (BTZ) sowie der Förderung sozialen Engagements. „Der Kreis würde sich seiner bisherigen Verantwortung für die Menschen aus den 28 Städten und Gemeinden, ohne Hanau, natürlich nicht entziehen, im Gegenteil“, erklärte Landrat Thorsten Stolz. „Auf der anderen Seite ist aber auch klar, dass die Stadt Hanau für ihr Gebiet und für reine Zuständigkeiten innerhalb des Stadtgebiets stärker gefragt sein wird. Aber das gehört zum Wunsch der Stadt Hanau nach einer Auskreisung natürlich dazu.“

Für den Main-Kinzig-Kreis nahmen wie gewohnt alle hauptamtlichen Kreisausschuss-Mitglieder am Gespräch mit den Handwerkern teil. Die Kreishandwerkerschaften ihrerseits waren mit großen Teilen ihres Vorstands nach Gelnhausen gekommen, darunter die Kreishandwerksmeister Joachim Wagner und Martin Gutmann.

Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler sprach unter anderem die Bemühungen rund um das Thema Schwarzarbeit an. „Der Main-Kinzig-Kreis ist bekannt und wird gerühmt dafür, viele und intensive Kontrollen auf Baustellen durchzuführen. Das werden wir so fortsetzen und auch durch neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter forcieren. Es kommt uns dabei weniger drauf an, hohe Geldstrafen zu kassieren, sondern für eine gesunde Unruhe unter den schwarzen Schafen zu sorgen“, erläuterte Simmler.

Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann befasste sich mit dem Verhältnis zwischen Veterinäramt und Handwerksbetrieben aus dem Lebensmittelbereich. „Der Kreis hat ein klares Interesse, das Handwerk zu unterstützen und eben auch zu schützen. Das darf – so viel ist klar – nicht dazu führen, über Verstöße hinwegzusehen. Es kann aber bedeuten, die Umsetzung von Bürokratieanforderungen, für die weder der Kreis noch der einzelne Betrieb etwas kann, stärker gemeinsam abzustimmen“, sagte Ottmann. Diesbezüglich kündigte er an, insbesondere für fleischverarbeitende Betriebe in Kürze eine Gesprächsrunde in der Kreisverwaltung anzubieten.

Nachdem Landrat Thorsten Stolz eingangs die aktuelle Situation des Main-Kinzig-Kreises in finanzieller und wirtschaftlicher Hinsicht dargelegt hat, ausgehend vom Haushaltsentwurf für 2019, entspann sich die mit Abstand längste Diskussion über das künftige Verhältnis zwischen Hanau und dem Rest des Main-Kinzig-Kreises. „Nicht alle offenen Fragen, und davon gibt es sehr viele aus unserer Sicht, lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt beantworten“, sagte Landrat Thorsten Stolz. „Wir erkennen die klare Absicht der Stadt Hanau, sich vom Kreis zu lösen. Aber angesichts dieser vielen offenen Fragen spreche ich von einem ergebnisoffenen Prozess, über den am Ende der Hessische Landtag zu entscheiden hat.“

Die Kreishandwerkerschaften schlossen sich einer zurückhaltenderen Betrachtung des Themas an. Mit Blick auf „unvermeidbare Doppelstrukturen“ und die unzähligen Probleme in Detailfragen sehe man die Notwendigkeit und die klaren Vorteile durch eine Auskreisung so noch nicht, sagte ein Handwerksmeister. Die Kreisspitze versprach, den Prozess weiter konstruktiv zu begleiten. Die Auskreisung einer einzelnen Stadt dürfe aber nicht zur finanziellen Mehrbelastung der anderen Kommunen führen.