Landrat im Dialog mit Wirtschaft: „Wir brauchen mehr Gewerbeflächen“

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In den Werkshallen von Jörn Rohde (Zweiter von links) und Natasha Rohde in Hanau diskutierten Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann, Landrat Thorsten Stolz, Patrick Franke (Helaba) Walter Dreßbach (Kreisverwaltung, von links) sowie rund 80 Unternehmerinnen und Unternehmer über aktuelle Wirtschaftsthemen.

29.11.2018. - Landrat Thorsten Stolz hat mit rund 80 Unternehmerinnen und Unternehmern aus dem Main-Kinzig-Kreis über aktuelle kreis- und wirtschaftspolitische Themen diskutiert. Die starke Entwicklung der gesamten Rhein-Main-Region habe in den vergangenen Jahren massive Auswirkungen auf die Flächennachfrage gehabt, gerade auch im Main-Kinzig-Kreis. „Die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten für die gesamte Region sind bei uns im Landkreis gegeben und der Main-Kinzig-Kreis wird durch die gute Lage im Frankfurter Osten als Wohn- und Wirtschaftsstandort weiter wachsen“, erklärte Landrat Stolz.

„Wir brauchen in den nächsten Jahren aber auch mehr Gewerbeflächen, und da brauchen die Bürgermeister, der Landkreis und die Wirtschaftsförderer vor Ort die Unterstützung des Landes und der Regionalentwickler“, fügte Stolz hinzu. Dabei gehe es verstärkt darum, zusätzliche Expansionsmöglichkeiten für bereits ansässige Unternehmen zwischen Maintal und Sinntal zu schaffen.

Zu diesem Abend hatte Landrat Thorsten Stolz Unternehmenschefs aus Industrie, Handwerk und Dienstleistungen in die Werkshallen von „Rohde Schutzgasöfen“ nach Hanau eingeladen. Gastgeber Jörn Rohde und seine Frau Natasha Rohde stellten eingangs das Unternehmen mit seinen 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor, ein Familienunternehmen, das mit Jörn Rohde bereits in der zweiten Generation geführt wird. „Rohde Schutzgasöfen“ liefert Schacht- und Kammeröfen sowie Sonderanlagen für verschiedenste thermo-chemische Prozesse und Recycling-Anlagen für Salzsole und Härterei-Abwässer. Bei Design und Ausstattung richtet sich das Unternehmen nach dem Wunsch der Kunden. „An unserem Standort in Hanau können wir sämtliche Planungsschritte umsetzen“, erklärte Jörn Rohde.

An die begrüßenden Worte anschließend machte Landrat Thorsten Stolz deutlich, dass der große Zuwachs an Arbeitsplätzen im Landkreis in den vergangenen gut zehn Jahren – ein Plus von über 20 Prozent – durch Neuansiedlungen und durch Erweiterungen des etablierten Mittelstands geschaffen worden seien. „Viele Firmen, die schon seit Jahren hier produzieren, haben in den letzten Jahren stark erweitert und dafür darf ich Danke sagen, denn damit wurde der Grundstein für eine starke Zukunft des Kreises gelegt“, so Stolz.

Angesichts der hohen Exportquote des Unternehmens „Rohde Schutzgasöfen“ sowie des produzierenden Gewerbes im Main-Kinzig-Kreis insgesamt passte ein Impulsvortrag von Patrick Franke von der Hessischen Landesbank gut. Franke skizzierte darin einige mögliche Auswirkungen der US-amerikanischen Wirtschaftspolitik unter Donald Trump für Deutschland. Zölle auf Automobile und Fahrzeugbauteile würden „eine ganz andere Hausnummer“ bilden als das, was bisher an Zöllen von amerikanischer Seite verhängt beziehungsweise erhöht worden sei. Gerade die Automobilzulieferer, von denen es auch im Kreisgebiet viele gebe, würden dann direkt betroffen sein.