Landrat zu SWIM: Investitionsprogramm des Landes reicht nicht aus

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23.11.2018. - Das vom Land Hessen neu aufgelegte Schwimmbad-Investitions- und Modernisierungsprogramm (SWIM) trifft nach Ansicht von Landrat Thorsten Stolz den dringenden Bedarf der Städte und Gemeinden und wird daher auch durch die Kreisspitze und die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Main-Kinzig-Kreis unterstützt. Aber das Volumen von 50 Millionen Euro an Fördergeldern für fünf Jahre für ganz Hessen erscheint in Anbetracht des hohen Bedarfs „lediglich als ein Tropfen auf den heißen Stein“.

Gemeinsam mit den Bürgermeistern Matthias Möller (Schlüchtern), Gerald Helfrich (Gründau) und Stefan Erb (Erlensee) stellvertretend für alle Städte und Gemeinden im Kreis vertritt er die Auffassung, dass damit nicht im Ansatz eine flächendeckende, nachhaltige Unterstützung der Sport- und Freizeitstätten gewährleistet werden kann.

Erst vor wenigen Wochen hat der Main-Kinzig-Kreis den Bedarf gewichtet und eine entsprechende Prioritätenliste vorbereitet. Ganz oben steht das Freibad Schlüchtern. Dort sollen die Becken saniert und modernisiert, die Technik erneuert und erweitert und zugleich eine behindertengerechte Infrastruktur geschaffen werden. An der geschätzten Investitionssumme von 4,7 Millionen Euro könnte sich das Land Hessen mit bis zu 1,2 Millionen Euro beteiligen.

„Dieses Beispiel zeigt den enormen Finanzbedarf, der sich in den vergangenen Jahren aufgestaut hat“, verdeutlicht der Landrat gemeinsam mit den Bürgermeistern. Hinter dem Schlüchterner Schwimmbad befinden sich das Hallenbad Gelnhausen, das Nidderbad in Nidderau, das Freibad Ulmbach (Steinau) sowie das Freibad Langenselbold auf den weiteren Plätzen. Insgesamt hat das Land Hessen eine auf fünf Vorschläge begrenzte Prioritätenliste angefordert. Der Main-Kinzig-Kreis wird jedoch die fünf weiteren Vorschläge ebenfalls ans Ministerium weiterreichen. Diese betreffen das Familienbad Wächtersbach, das Freizeit- und Erlebnisbad Biebergemünd, das Naturerlebnisbad Bad Orb, das Naturschwimmbad Altengronau und das Freibad Lohrhaupten.

Wie Landrat Thorsten Stolz in einem Schreiben an die Landesregierung formuliert hat, befinden sich allein im Main-Kinzig-Kreis 27 Hallen- und Freibäder in kommunaler Trägerschaft. Die Notwendigkeit für Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen ist immens hoch. So sind von den Städten und Gemeinden des Main-Kinzig-Kreises allein in diesem Jahr dreizehn Investitionsprojekte gemeldet worden.

„Die vom Kreistag beschlossene Prioritätenliste lässt erkennen, dass die meisten Maßnahmen aufgrund besonderer Dringlichkeit so schnell wie möglich angegangen werden müssen“, erklären Matthias Möller, Gerald Helfrich und Stefan Erb. Die Investitionssumme liegt hier bei insgesamt knapp zwölf Millionen Euro. Hessenweit dürften es fast 250 Schwimmbäder sein, die ihre Betreiber vor ähnliche finanzielle Herausforderungen stellen. „Wenn man diese Zahlen hochrechnet, erscheinen die 10 Millionen, die das Land als jährliche Förderung zur Verfügung stellen möchte, leider nur als sehr geringfügiger Faktor“, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung.

Vor diesem Hintergrund hoffen die vier Kommunalpolitiker, dass das Land Hessen eine Anhebung der Fördersumme vornimmt. Denn nur so könne ein wirklicher Nutzen für die Betreiberkommunen und letztlich für die Bürgerinnen und Bürger entstehen. Landrat Thorsten Stolz hat dieses Anliegen auch in der jüngsten Präsidiumssitzung des Hessischen Landkreistages angesprochen und hier Unterstützung seiner Landratskollegen für diese Forderung erhalten.