Landrat Thorsten Stolz übergibt die Kulturpreise 2018

pm-img
Landrat Thorsten Stolz (rechts) und Kulturbeauftragter Matthias Schmitt (links) umrahmen die Kulturpreisträger 2018.

15.11.2018. - Der diesjährige Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises ging an die Fotografin Maria Dorn (Hanau) und den Historiker Erhard Bus (Nidderau). Den Förderpreis erhielt der Nachwuchsposaunist Philipp Schum (Biebergemünd). Die Maintaler Kabarettgruppe Mikrokosmos gewann zudem einen Sonderpreis.

Bereits zum 42. Mal wurden im Main-Kinzig-Forum die Kulturpreise verliehen. „Alle Preisträger zeichnet ein hohes Engagement in ihrer künstlerischen Betätigung aus. Damit reihen sie sich in die kulturelle Tradition und den hohen Anspruch, den der Main-Kinzig-Kreis an die Auszuzeichnenden hat, hervorragend ein“, würdigte Landrat Thorsten Stolz den kulturellen Beitrag der zu Ehrenden. Der Kulturpreis wird an Künstler, Musiker, Schriftsteller, Darsteller, Geschichts- und Kulturforscher und andere „Vertreter der Kultur“ vergeben. Die Preisträger sind aufgrund ihres Wirkens Persönlichkeiten, die auch weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt sind.

„Insgesamt haben wir im Main-Kinzig-Kreis rund 40.000 aktive Kulturtreibende, die sich einzeln oder in Zusammenschlüssen beziehungsweise Vereinen für das kulturelle Leben in unserer Gesellschaft verdient machen und einen unschätzbaren Beitrag für die Gesellschaft, für das Miteinander, für Bildung und Attraktivität unserer Heimat leisten“, sagte Thorsten Stolz. Seinen besonderen Dank richtete er an die Sparkassen des Main-Kinzig-Kreises, die seit vielen Jahren die Preisgelder für den Kulturpreis stiften.

Die in Hanau lebende Fotografin Maria Dorn startete 1990 als Autodidaktin und errang bereits nach wenigen Jahren einen sechsten Platz im bundesweiten Fotowettbewerb „Blende 96“. Während eines mehrjährigen Aufenthalts in den USA setzte sie ihre fotografische Ausbildung fort. Seit ihrer Rückkehr nach Deutschland prägt sie mit Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen, Illustrationsprojekten und Fotoreportagen das Kunstleben in der Region. „Die Alltagssituationen, das scheinbar Banale, die bürgerliche Ordnung, das sind die Themen, aus denen die Fotografin schöpft. Sie entreißt sie der Umgebung, bearbeitet sie oft nicht einmal, obwohl es technisch möglich wäre, und führt uns so die Wahrheit vor Augen“, wie INK, Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce, Künstlerin und Mitglied der Kulturpreisjury, in ihrer Laudatio hervorhob.

Erhard Bus (Nidderau) arbeitet als freiberuflicher Historiker und hat sich in den letzten Jahrzehnten intensiv in die Politik-, Wirtschafts-, Religions- und Kulturgeschichte der Region eingearbeitet. „In zahlreichen Publikationen, darunter umfassenden Unternehmens- und Ortschroniken, Vortragsreihen und Ausstellungsprojekten erreicht er ein großes Publikum und vermittelt Geschichte als vielschichtigen, spannenden Prozess mit oft weitreichenden Konsequenzen bis hinein in unseren Alltag“, so Prof. Dr. Heinz Schilling, Vorsitzender der Kulturpreisjury. „Seine Arbeiten sind wichtige Impulse für das Geschichtsbewusstsein im Main-Kinzig-Kreis.“ Zuletzt zählten die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges in der Grafschaft Hanau-Münzenberg sowie die Hanauer Union von 1818 zu seinen Forschungs¬schwerpunkten.

Der 23-jährige Philipp Schum begann seine musikalische Ausbildung bei den Original Kasseler Musikanten am Tenorhorn und wurde bald Mitglied im Auswahlorchester der Landesmusikjugend Hessen. Mit 16 Jahren begann er zusätzlich, mit großer Begeisterung Posaune zu spielen und erreichte hier schnell eine hohe Qualifikation, die ihn als Jungstudent zur Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt führte. „Im Rahmen von Meisterkursen bei namhaften Posaunisten, als Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie und aktuell als Praktikant beim MDR Sinfonieorchester in Leipzig erweitert Philipp Schum seinen musikalischen und persönlichen Erfahrungshorizont und zählt somit zu den aussichtsreichen Nachwuchsinstrumentalisten aus dem Kreisgebiet“, beschrieb Jurymitglied Harry Wenz (Leiter der Musikschule Main-Kinzig) den Nachwuchsposaunisten.

Den Sonderpreis der Jury erhielt die Kabarettgruppe Mikrokosmos aus Maintal. Scharfzüngig, satirisch und genau beobachtend – die 12 Darsteller und Darstellerinnen im Alter von Anfang 20 bis über 70 Jahren bilden in ihren Stücken ein Panorama von Zeiterscheinungen ab, über das die meisten Menschen nur noch den Kopf schütteln können. „Mikrokosmos gelingt es immer wieder, einen Spagat zwischen großen Fragen des Weltgeschehens und kleinen lokalpolitischen Geschehnissen auf die Bühne zu bringen, sodass beim Publikum zwar kein Auge trocken, aber doch auch eine Spur von Nachdenklichkeit bleibt“, berichtete Landrat und Kulturdezernent Thorsten Stolz in seiner Laudatio.