Weltschulmilchtag: Diskussion über Zukunft des geförderten Angebots

pm-img

27.09.2018. - „Die echte Extraportion Milch am Vormittag ist nicht nur schmackhaft, sondern auch nährreich. Es hat also einen wichtigen Grund, warum es in der Kinderbrücke in Wächtersbach nicht an einem besonderen Aktionstag sondern jeden Tag Schulmilch zu trinken gibt“, erklärte Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler beim Besuch der Grundschule. Aus Anlass des „Weltschulmilchtags“ am Mittwoch (26.9.) besuchte sie, unter anderem mit Bürgermeister Andreas Weiher, eine erste Klasse, in der Milch passend dazu gerade zum Thema gemacht wurde.

Am Rande des Besuchs übte Weiher Kritik an einem Vorstoß der hessischen Landesregierung, wonach die Förderung von Schulmilchkakao beendet werden soll. Hintergrund ist der möglichst zuckerfreie Vormittag für Kinder. „Die Gefahr ist doch, dass Kinder erst recht zu zuckerhaltigen Getränken und Limonaden als Alternative greifen“, sagte Weiher.

Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler sieht ebenfalls einen „gut gemeinten Vorstoß in eine falsche Richtung“. „Wir sehen doch am Beispiel der Kinderbrücke, dass es gar nicht um ein Entweder – Oder geht: entweder Milchgetränk oder Gesundheitsförderung. Hier ist eine gute Lösung gefunden worden. Zum einen ist der Zuckergehalt in den Drinks ohnehin schon deutlich reduziert, zum anderen bietet die Kinderbrücke den süßeren Kakao nicht mehr an. Die Kinder trinken hier also in der Tat ihre Schulmilch“, so Simmler. „Für Zahngesundheit und die Vermeidung von Fettleibigkeit sind im Schulalltag von Kindern weitere Faktoren ausschlaggebend, das eigentliche Frühstück, das Obst und Gemüse in der Brotbox, die Einhaltung von Zahnpflege zum Beispiel.“

Zuvor hatte Schulleiterin Silke Siekemeyer darüber informiert, dass an der Grundschule noch mit am meisten Schulmilch im Kreisgebiet getrunken werde. Die Bestellzahlen seien hoch, so Siekemeyer. Eine Flasche Milch von 0,25 Litern koste 20 Cent. Die Schulmilchaktion wird durch EU-Mittel gefördert. Dr. Miriam Bienau, Geschäftsführerin der Landesvereinigung für Milch und Milcherzeugnisse, stellte klar, „dass es bei dieser Förderung nicht um die Milchwirtschaft geht, sondern darum, Schulmilch für Kinder erschwinglich zu halten“. Rund 1.100 Einrichtungen in Hessen werden mit Schulmilch beliefert, darunter rund 900 Kindergärten und rund 200 Schulen, Tendenz sinkend. Ohne die Fördermittel sei Schulmilch auf diesem Preisniveau nicht anzubieten, fügten der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Mark Trageser und Claudia Müller vom Wächtersbacher Weidenhof hinzu. Sie befürchten dann das Aus für die Aktion.