Kulturpreisjury wählt vier Preisträger aus

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Lokales Kabarett mit reichlich Platz für gute Unterhaltung und Tiefgang und dem Blick über den Tellerrand: die Gruppe Mikrokosmos aus Maintal.

19.09.2018. - Der diesjährige Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises geht an die Fotografin Maria Dorn (Hanau) und den Historiker Erhard Bus (Nidderau). Den Förderpreis erhält der Nachwuchsposaunist Philipp Schum (Biebergemünd). Die Maintaler Kabarettgruppe Mikrokosmos gewinnt zudem einen Sonderpreis. Dies hat die Kulturpreisjury in ihrer jüngsten Sitzung entschieden.

Zu Beginn der Jurysitzung konnte Landrat Thorsten Stolz mit einer erfreulichen Nachricht aufwarten: Die Sparkassen des Main-Kinzig-Kreises, die seit vielen Jahren die Preisgelder für den Kulturpreis stiften, haben in diesem Jahr einer Erhöhung auf 15.000 Euro zugestimmt. „Wir freuen uns sehr über diese Aufstockung des Preisgeldes, mit der die Sparkassen ihre hohe Wertschätzung für herausragende Leistungen auf kulturellem Gebiet unter Beweis stellen“, so Stolz.

Das 15-köpfige Gremium um den Juryvorsitzenden Prof. Dr. Heinz Schilling begann sodann mit der Auswertung und Beurteilung der eingereichten Vorschläge. Nach einer breiten und ausführlichen Diskussion einigte man sich auf die diesjährigen Preisträger. „Mit einer Fotografin, einem Historiker, einem Musiker und einer Kabarettgruppe wird in diesem Jahr die Bandbreite widergespiegelt, für die der Kulturpreis Anwendung finden kann. Es ist eine sehr spannende Konstellation und wir dürfen uns auf eine abwechslungsreiche Preisverleihung freuen“, fasste der Vorsitzende die Ergebnisse zusammen.

Die in Hanau lebende Fotografin Maria Dorn startete 1990 als Autodidaktin und errang bereits nach wenigen Jahren einen sechsten Platz im bundesweiten Fotowettbewerb „Blende 96“. Während eines mehrjährigen Aufenthalts in den USA setzte sie ihre fotografische Ausbildung fort. Seit ihrer Rückkehr nach Deutschland prägt sie mit Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen, Illustrationsprojekten und Fotoreportagen das Kunstleben in der Region. Ihre Aufnahmen im lomographischen Stil begeistern ihre Betrachter. Im Jahr 2015 erhielt sie die internationale Auszeichnung „Honorable Mention IPA (International Photographie Award) in den Kategorien Fine Art/Abstract und Still life. Sie ist ein Aktivposten im Hanauer Kulturverein und zeigt unter dem Motto „OUT OF THE BOX“ vom 28. Oktober bis 11. November in der Remisengalerie in Hanau einige ihrer Werke.

Erhard Bus (Nidderau) arbeitet als freiberuflicher Historiker und hat sich in den letzten Jahrzehnten intensiv in die Politik-, Wirtschafts-, Religions- und Kulturgeschichte der Region eingearbeitet. „In zahlreichen Publikationen, darunter umfassenden Unternehmens- und Ortschroniken, Vortragsreihen und Ausstellungsprojekten erreicht er ein großes Publikum und vermittelt Geschichte als vielschichtigen, spannenden Prozess mit oft weitreichenden Konsequenzen bis hinein in unseren Alltag“, so Prof. Schilling. „Seine Arbeiten sind wichtige Impulse für das Geschichtsbewusstsein im Main-Kinzig-Kreis.“ Zuletzt zählten die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges in der Grafschaft Hanau-Münzenberg sowie die Hanauer Union von 1818 zu seinen Forschungs¬schwerpunkten.

Der 23-jährige Philipp Schum begann seine musikalische Ausbildung bei den Original Kasseler Musikanten am Tenorhorn und wurde bald Mitglied im Auswahlorchester der Landesmusikjugend Hessen. Mit 16 Jahren begann er, zusätzlich mit großer Begeisterung Posaune zu spielen und erreichte hier schnell eine hohe Qualifikation, die ihn als Jungstudent zur Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt führte. Dort wird er im Herbst sein Masterstudium aufnehmen. „Im Rahmen von Meisterkursen bei namhaften Posaunisten, als Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie und aktuell als Praktikant beim MDR Sinfonieorchester in Leipzig erweitert Philipp Schum seinen musikalischen und persönlichen Erfahrungshorizont und zählt somit zu den aussichtsreichen Nachwuchsinstrumentalisten aus dem Kreisgebiet“, so Jurymitglied Harry Wenz (Leiter der Musikschule Main-Kinzig).

Einen Sonderpreis der Jury erhält in diesem Jahr die Kabarettgruppe Mikrokosmos aus Maintal. „Scharfzüngige Satire zeichnet die Gruppe ebenso aus wie Tiefgang und Niveau. Sie ist die Verkörperung eines wachen, aufgeklärten, kritischen und sehr humoristischen Geistes“, sagt Landrat Thorsten Stolz, der schon öfter die jährlichen Aufführungen besucht hat. „Mikrokosmos gelingt es immer wieder, einen Spagat zwischen großen Fragen des Weltgeschehens und kleinen lokalpolitischen Geschehnissen auf die Bühne zu bringen, sodass beim Publikum zwar kein Auge trocken, aber doch auch eine Spur von Nachdenklichkeit bleibt.“

Die feierliche Verleihung der Kulturpreise findet am Dienstag, 13. November, um 19 Uhr im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen statt.