Bahnübergang an der K904: Kreis erinnert an engen Zeitplan

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„Entscheidung kann nicht ewig verschoben werden": Der Kreis erinnert die Stadt Gelnhausen an den engen Zeitplan bis zum Gleisausbau, der auch die Querung der Kreisstraße 904 betrifft.

27.07.2018. - Der Main-Kinzig-Kreis hat die Entscheidung der Stadt Gelnhausen zur Kenntnis genommen, neben der initiierten Entscheidungskommission zur Beseitigung des Bahnübergangs an der K904 nun noch ein Planungsbüro mit der Auswertung und Aufarbeitung der vorhandenen Unterlagen zu beauftragen. Landrat Thorsten Stolz und der neue Kreisbeigeordnete Winfried Ottmann hoffen, dass trotz dieses weiteren Zwischenschritts vor einer finalen Entscheidung die Gremien der Stadt zeitnah ihren Abwägungsprozess beenden können.

„Wir befinden uns derzeit in dem Stadium, dass auf Wunsch der Stadt Gelnhausen jede Planungsaktivität ausgesetzt wurde. Damit es weitergeht, ist jetzt ein Signal der Stadt notwendig. Und dies sollte bald erfolgen“, geben Stolz und Ottmann in einer Pressemitteilung zu bedenken. Parallel zur laufenden Entscheidungsfindung der Stadt Gelnhausen hat der Kreis jetzt auch noch einmal bei der Deutschen Bahn nachgefragt, bis wann Baurecht vorliegen und ein Ersatzbauwerk fertiggestellt sein muss.

„Die Linie des Main-Kinzig-Kreises ist klar“, erinnern Landrat Stolz und Verkehrsdezernent Ottmann. „Wir werden keine Entscheidung gegen den Willen der Stadt Gelnhausen treffen. Es muss den Verantwortungsträgern der Stadt aber bewusst sein, dass eine finale Entscheidung nicht ewig verschoben werden kann, zumal der Bau eines Ersatzbauwerkes für den heutigen Bahnübergang in enger Verbindung mit dem bevorstehenden drei- beziehungsweise viergleisigen Ausbau zwischen Hanau und Gelnhausen steht.“

Der Main-Kinzig-Kreis hat seinerseits bei der Deutschen Bahn noch einmal nachgehakt, um das genaue Zeitfenster zu erfragen, bis wann das Baurecht vorliegen und ein Ersatzbauwerk fertiggestellt sein muss. Die Deutsche Bahn hat dem Kreis zuletzt signalisiert, dass das Planrecht für den Bereich der Querung der K904 bereits im kommenden Jahr vorliegen müsse. Ziel sei, auf dieser Basis bis Ende 2023 alle Vorabmaßnahmen für den tatsächlichen Gleisausbau abzuschließen. „All das ist sehr sportlich, zumal man berücksichtigen muss, dass bei einer solchen Maßnahme nicht nur das Baurecht geschaffen werden muss, sondern im Vorfeld der Baumaßnahme Sperrpausen auf der Bahnstrecke festgelegt werden müssen“, führen Landrat und Kreisbeigeordneter aus.

Sollten die Entscheidungsträger der Stadt Gelnhausen in Richtung einer „kleinen“ Unterführung tendieren, so seien aus Sicht des Kreises „auch unbedingt Gespräche zwischen der Stadt Gelnhausen und Hessen Mobil hinsichtlich der Förderung notwendig“. Der Hintergrund: Durch den Bau einer kleinen Unterführung ist davon auszugehen, dass der überörtliche Charakter der Straße verloren geht und die bisherige Kreisstraße abgestuft wird. Das sei zwar kein K.o.-Kriterium, „aber die Stadt muss für die eigene Planung sicherstellen, dass dann auch die dafür notwendigen Fördermittel fließen“.

Zur Unterstützung der Entscheidungsfindung der Stadt Gelnhausen hat der Main-Kinzig-Kreis in den zurückliegenden Monaten dem Rathaus sowie den Mitgliedern der Entscheidungskommission eine Reihe von Unterlagen ausgehändigt: die durch die Stadtverordnetenversammlung gewünschte Synopse der Variantenbetrachtungen, die hydrogeologische Risikoanalyse und die Bestandsanalyse im Rahmen des Landschaftspflegerischen Begleitplans. „Damit liegen die Fakten auf dem Tisch. Jetzt muss eine Entscheidung getroffen werden, damit die Planungen wieder zügig aufgenommen werden können“, so Thorsten Stolz und Winfried Ottmann abschließend.