Geislitz: Kreis wendet sich jetzt direkt an alle DJH-Aufsichtsratsmitglieder

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16.07.2018. - Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler haben mit einem Brief an alle Aufsichtsratsmitglieder im DJH-Landesverband Hessen (Deutsches Jugendherbergswerk) erneut ihr „Unverständnis“ zum Ausdruck gebracht, eine Modernisierung der Jugendherberge in Geislitz abzulehnen. Der Kreis und die Gemeinde Linsengericht hatten gemeinsam angeboten, die Kosten für einen grundlegenden, aufwertenden Umbau zur Hälfte mitzutragen, was den DJH bislang dennoch nicht umstimmen konnte. Die Kreisspitze bittet erneut darum, diese Ablehnung zu überdenken und den Herbergsbetrieb weitergehen zu lassen.

„Wir haben jetzt noch einmal bewusst Kontakt zu jedem einzelnen Aufsichtsratsmitglied aufgenommen, da wir hier noch die Hoffnung haben etwas zu bewegen“, so Thorsten Stolz und Susanne Simmler.

Der Main-Kinzig-Kreis und Linsengericht würden Baukosten bis zu einer Höhe von 700.000 Euro beisteuern – „hessenweit einmalig“, wie Thorsten Stolz und Susanne Simmler gegenüber dem Deutschen Jugendherbergswerk klarmachen: „Wir können nicht nachvollziehen, warum Sie sich gegen unser Angebot entschieden haben. Für uns als Main-Kinzig-Kreis wäre eine sanierte und damit moderne Jugendherberge in Geislitz ein Aushängeschild in der Region und würde zu 100 Prozent in unser Konzept zur Stärkung des ländlichen Raums passen.“

Im Brief an die Aufsichtsratsmitglieder des DJH-Landesverbands Hessen wird die Kreisspitze deutlich. „Leider ist es in den vergangenen Jahren versäumt worden, die Jugendherberge in Geislitz konzeptionell neu auszurichten. Dringend notwendige Investitionen sind in Diskussionen untergegangen mit dem Ergebnis, die Jugendherberge in Geislitz zu schließen.“

Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, unter anderem zuständig für den ländlichen Raum und den Tourismus im Kreisgebiet, und Landrat Thorsten Stolz hatten in einer Reihe von Gesprächen mit dem DJH wie auch mit dem Förderverein „Freunde und Förderer der Jugendherberge Linsengericht“ bereits mehrfach die Bedeutung der Jugendherberge für einen nachhaltigen Tourismus erwähnt. Die Bereitschaft, sich als flexibler Anbieter von Übernachtungsmöglichkeiten zu positionieren, sei bei den Betreibern in Geislitz ausdrücklich vorhanden. Einem neuen, erfolgreichen Kapitel für die traditionsreiche Herberge stehe nichts im Wege, bis auf die fehlende Zustimmung des Aufsichtsrats.

Zudem, so die Kreisspitze in ihrem Schreiben an den Aufsichtsrat des DJH-Landesverbands Hessen, passe die Einrichtung in Geislitz gut zum Konzept „Erlebnis Nachhaltigkeit“, insbesondere für Kinder und Jugendliche, das der DJH unterstützt: „Die deutschlandweit erste ‚Naturpark-Jugendherberge‘ ist unserer Einschätzung nach hierfür hervorragend geeignet. Zudem liegt die Jugendherberge in Geislitz in unmittelbarer Nähe zum Premiumwanderweg Spessartbogen.“ Abschließend erneuerte der Main-Kinzig-Kreis sein Angebot, sich an den Kosten für die Sanierung und Neuausrichtung zu beteiligen.