„HaLT“- Präventionsprojekt seit sieben Jahren erfolgreich

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Das „HaLT-Präventionsprojekt“ wird auch weiterhin vom Main-Kinzig-Kreis unterstützt. Landrat Thorsten Stolz traf sich mit den Partnern des Projekts. Von links: Carsten Jung, Thorsten Stolz und Dagmar Wieland.

25.06.2018. - Dagmar Wieland, Leiterin der Fachstelle für Suchtprävention bei der Arbeiterwohlfahrt Main-Kinzig und Marcus Arazi vom Jugendamt des Main-Kinzig-Kreises sowie Sozialarbeiter Carsten Jung waren vor wenigen Tagen bei Landrat Thorsten Stolz zu Gast und berichteten über die Erfolge des Projektes „Hart am LimiT“ (HaLT). Landrat Stolz nutzte dabei die Gelegenheit, um die Fortsetzung des Projekts und die Unterstützung des Main-Kinzig-Kreises zu bekräftigen.

„HaLT“ ist ein Alkoholpräventionsprojekt, das sich aus zwei unterschiedlichen Bausteinen zusammensetzt, die sich gegenseitig ergänzen und verstärken. Im einen Projektbaustein werden Jugendliche, die schon Erfahrungen mit starkem Alkoholkonsum gemacht haben, angesprochen, meist noch im Krankenhaus. Der zweite Baustein setzt auf eine kommunal verankerte Präventionsstrategie mit dem Ziel, Alkoholexzesse und schädlichen Alkoholkonsum im Vorfeld zu verhindern. Das Projekt nimmt Erwachsene in ihrer Vorbildwirkung für Kinder und Jugendliche in die Pflicht. Aber auch die Jungen und Mädchen werden direkt für das Thema sensibilisiert, etwa im Rahmen von Projekttagen an den Schulen.

Im Auftrag des Main-Kinzig-Kreises organisiert die Arbeiterwohlfahrt das Projekt und leistet einen entscheidenden Beitrag dazu, dass die Zahlen der Jugendlichen, die mit Alkoholvergiftung in die Kliniken eingeliefert werden, rückläufig sind. „Im Jahr 2014 hatten wir über 100 Klinikeinweisungen zu verzeichnen, 2016 waren es 83. Die Minderjährigen, die durch Alkoholmissbrauch in Krankenhäusern landen, werden im Durchschnitt immer jünger und vor allem sind es immer mehr Mädchen“, informierte Dagmar Wieland.

Als eine sehr wirksame Maßnahme in der Suchtvorbeugung hat sich die konsequente Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen erwiesen. Seit 2014 gibt es außerdem beim Main-Kinzig-Kreis eine Alkoholpräventionsvereinbarung mit den einzelnen Kommunen. Diese wurde gemeinsam mit den jeweiligen Ordnungsämtern und dem Jugendamt des Kreises entwickelt und den hier vorhandenen sozialen Strukturen angepasst.

„Alkoholprävention in der Kommune gelingt am besten, wenn alle an einem Strang ziehen: Gemeindevertretung, Festveranstalter, Lebensmitteleinzelhandel, Gastronomie und Vereine“, erklärten Marcus Arazi und Dagmar Wieland. Auch wenn sich erste Erfolge zeigen, könne aber keine Entwarnung gegeben werden, es habe zwar eine Sensibilisierung stattgefunden, aber noch immer werde zu viel getrunken, meistens mit Freunden.

„Das bedeutet aber auch, dass wir an die Erfolge des Projektes anknüpfen und es fortsetzen werden, da es weiteren Handlungsbedarf gibt. Der Main-Kinzig-Kreis wird dies weiterhin unterstützen. In erster Linie sind für einen richtigen Umgang mit Alkohol natürlich erst einmal die Eltern verantwortlich. Aber wir wollen als Gesellschaft ebenfalls Verantwortung übernehmen“, erklärte Landrat Thorsten Stolz und dankte den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die insbesondere in den Schulen und Jugendeinrichtungen für Aufklärung sorgen.