Modellprojekt soll über Gebärmutterhalskrebs aufklären

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12.01.2018. - Nachdem sich die Stadt Hanau am Modellprojekt „Freiwillige Impfung an Schulen“ beteiligt hat, wird das Projekt nun auf alle Grundschulen im Main-Kinzig-Kreis ausgeweitet: Die Aufklärung und Gesundheitsvorsorge zu Gebärmutterhalskrebs steht dabei im Vordergrund. In Deutschland ist Gebärmutterhalskrebs die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren. Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 5.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. 1.600 Betroffene sterben daran und 90.000 Operationen werden durchgeführt, um eine Vorstufe dieses Krebses zu entfernen. Das Gesundheitsamt des Kreises will nun über diese Erkrankung und eine mögliche Impfung informieren.

Die Hauptursache, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken ist eine Infektion mit Hochrisikotypen der Humanen Papillomaviren (HPV). Nur mit einer Impfung – zwei Impfstoffdosen vor dem ersten Geschlechtsverkehr – erreicht man einen hochwirksamen und langanhaltenden Schutz. „Die Impfrate liegt in Deutschland leider nur bei 31 Prozent, in Hessen sogar nur bei 22 Prozent, dabei übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen seit 2007 die Kosten hierfür“, erklärt Gesundheitsdezernent Matthias Zach.

Zielgruppe des im nächsten Unterrichtsjahr beginnenden Projektes sind Mädchen zwischen neun und 14 Jahren, für die oftmals kein Bedarf für Arztbesuche besteht, da in diesem Alter die verpflichtenden U-Untersuchungen beim Kinderarzt abgeschlossen sind und oft noch keine Untersuchung beim Gynäkologen ansteht. Ab Herbst dieses Jahres haben nun alle Grundschulen im Main-Kinzig-Kreis die Möglichkeit, sich dem Projekt anzuschließen. An allen teilnehmenden Schulen werden die Eltern von Viertklässlern im Rahmen eines Elternabends über HPV informiert. Dort erhalten sie ausführliche Informationen über die Impfung und über den weiteren Projektverlauf.

Mit diesem Angebot folgt das Gesundheitsamt einem Beschluss der Kreisgremien aus dem vergangenen Jahr. Im August hatte der Ausschuss für Soziales, Familie, Senioren und Demografie entschieden, dass die Amtsärzte über die Infektionskrankheit und Impfungen aufzuklären. Nach zwei Jahren soll eine Bilanz der Beratungsarbeit gezogen werden.

Initiator des Projektes „Freiwillige Impfung an Schulen“ ist das Gesundheitsnetz Rhein-Neckar, ein gemeinnütziger Verein von Kommunen, Kliniken und Gesundheitsdiensteistern, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Impfung gegen HPV an Schulen in Deutschland zum Standard zu machen und damit die Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs deutlich zu senken. Die Durchführung des Projektes auf Kreisebene erfolgt durch das Gesundheitsamt.

„Wir hoffen, dass sich viele Grundschulen des Kreises an diesem Projekt beteiligen und dass viele Eltern das Angebot wahrnehmen, ihre Töchter gegen diese Art von Krebs zu schützen“, so der Kreisbeigeordnete Zach. „Dass es funktioniert, sieht man in Australien. Dort wurden seit 2007 bereits über sechs Millionen HPV-Impfungen an Mädchen und jungen Frauen verabreicht. Mit der Folge, dass die Zahl von Zellveränderungen, die das Krebsrisiko erhöhen, bei Mädchen unter 18 Jahren um ein Drittel innerhalb von drei Jahren zurückgegangen ist. Ebenso konnte ein Rückgang von Genitalwarzen um bis zu 90 Prozent innerhalb von fünf Jahren beobachtet werden. Solche Ergebnisse möchten wir in unserem Kreis auch erhalten.“