Gespräch mit den Schulen HBS und LOG

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„Die über Jahrzehnte hinweg gewachsene Schullandschaft im Main-Kinzig-Kreis erhalten und stärken“: Landrat Thorsten Stolz hat sich klar für den Fortbestand der Heinrich-Böll-Schule als Integrierte Gesamtschule ausgesprochen.

10.02.2022. -

Ein klares Bekenntnis zu den Integrierten Gesamtschulen, den Fortbestand der Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel sowie den Erhalt der gewachsenen Schullandschaft im Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Hanau hat Landrat Thorsten Stolz bei einem Informationsaustausch mit dem Schulleiter der Heinrich-Böll-Schule, Ernst Münz, dem Leiter des Lichtenberg-Oberstufengymnasiums, Ingo Wintermeyer, sowie Elternvertretern abgegeben. Der Hintergrund des Gesprächs zwischen Landrat und Vertretern der beiden Schulgemeinden sind die immer wieder aufkommenden Gerüchte und Gedankenspiele, die Heinrich-Böll-Schule in eine Haupt- und Realschule umzuwandeln und im Gegenzug das Lichtenberg-Oberstufengymnasium, kurz LOG, zu einem Vollgymnasium auszubauen. „Sie können sich darauf verlassen, dass dies nicht in die Schulentwicklungsplanung einfließen wird, auch nicht durch die Hintertür“, sagte Landrat Thorsten Stolz in dem offenen Meinungsaustausch dazu, um unmissverständlich klarzustellen, dass er solche Gedankenspiele nicht unterstütze und sich klar gegen eine Schwächung der Heinrich-Böll-Schule in ihrer Funktion als Integrierte Gesamtschule ausspreche. An dem Gespräch nahmen auch die stellvertretende Schulleiterin der Heinrich-Böll-Schule Renate Weimert, Personalrat Tino Sauer, die Vorsitzende des Schulelternbeirates Katrin Dürmichen, Kreiselternbeirat Marcus Gimplinger sowie Petra Krüger als Mitglied der Schulkonferenz des LOG teil.

Die Schulleitung der Heinrich-Böll-Schule und die Elternvertreter warben in dem Gespräch mit dem Landrat noch einmal für die Schulform der Integrierten Gesamtschule. Großer Pluspunkt sei die Durchlässigkeit des Systems, die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern mit ihren unterschiedlichen Stärken und die Möglichkeit, vom Hauptschulabschluss über den Realschulabschluss bis hin zum Abitur alle Bildungsgänge einzuschlagen. In diesem Zusammenhang hoben Schulleiter Ernst Münz und die Elternvertreter die engmaschige Kooperation mit dem LOG hervor. „Die Kooperation ist nicht nur inhaltlich, sondern auch durch unsere räumliche Nähe zueinander eine Erfolgsgeschichte, von der beide Seiten profitieren“, machte Ernst Münz deutlich.

Die Bedeutung des Lichtenberg-Oberstufengymnasiums hob Schulleiter Ingo Wintermeyer hervor: „Das LOG ist ein integratives Oberstufengymnasium, das mit seiner spezifischen Organisation, umfangreichen Kursangeboten in der Qualifikationsphase und einem differenzierten Beratungssystem hohe Akzeptanz und Bekanntheit besitzt.“ Insbesondere für die Schülerinnen und Schüler der fünf Integrierten Gesamtschulen aus dem gesamten westlichen Teil des Landkreises sei das Oberstufengymnasium eine wichtige Bildungseinrichtung, um zum allgemeinen Abitur zu gelangen. „Durch enorme Investitionen des Main-Kinzig-Kreises und einem engagierten Lehrerkollegium wurden hier hervorragende Bildungschancen für junge Menschen eröffnet.“

In dem Gespräch zwischen den Schulleitungen, Elternvertretern und dem Landrat waren sich alle Beteiligten einig, dass Schulentwicklung auch nicht nur mit Blick auf eine einzelne Schule betrieben werden dürfe, sondern das Gesamtgefüge der Schullandschaft betrachtet werden müsse.

In diesem Zusammenhang betonte Landrat Thorsten Stolz: „Mir ist es ein großes Anliegen, und zwar im Interesse der Schülerinnen und Schüler, die über Jahrzehnte hinweg gewachsene Schullandschaft im Main-Kinzig-Kreis zu erhalten und zu stärken. Dazu gehört es auch, dass es eine funktionierende Wechselbeziehung zwischen dem Schulträger Main-Kinzig-Kreis und dem Schulträger Hanau gibt.“ Dazu gehöre beispielsweise, dass Schülerinnen und Schüler aus dem westlichen Teil des Main-Kinzig-Kreises Hanauer Schulen besuchen und umgekehrt auch Schülerinnen und Schüler aus Hanau auf Schulen des Main-Kinzig-Kreises gehen.

Diese Wechselbeziehung wird auch an der Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel deutlich. Wie Ernst Münz informierte, besuchen aktuell über 400 Schülerinnen und Schüler aus Hanau die Integrierte Gesamtschule in Bruchköbel. Insgesamt besuchen aktuell 4.250 Schülerinnen und Schüler aus dem Main-Kinzig-Kreis Schulen des Schulträgers Stadt Hanau. Umgekehrt gehen aus Hanau 1.144 Schülerinnen und Schüler auf Schulen des Schulträgers Main-Kinzig.

Genau vor diesem Hintergrund müsse es jetzt eine Verlängerung der Kooperationsvereinbarung zwischen den Schulträger Main-Kinzig und der Stadt Hanau über das Schuljahr 2024/2025 hinaus geben, so Thorsten Stolz. „Hier verrate ich kein Geheimnis, dass die Gespräche zwischen dem Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Hanau laufen, damit die Schulgemeinden, die Schülerinnen und Schüler und die Eltern eine Verlässlichkeit in ihren Planungen erhalten. Wir wollen unsere Zusammenarbeit auch über das Jahr 2024/2025 hinaus fortsetzen, da sie für beide Seiten von Vorteil ist“, gab der Landrat einen Ausblick.

Thorsten Stolz sprach in diesem Zusammenhang eine der wichtigsten Herausforderungen der Schulentwicklung in den nächsten Jahren an: die Schaffung zusätzlicher Plätze im gymnasialen Bildungsgang für junge Menschen aus dem westlichen Teil des Main-Kinzig-Kreises. „Die Kooperationslösung mit der Stadt Hanau ist hier ein zentraler Baustein, aber eben auch nur Teil der Gesamtlösung. Es bedarf darüber hinaus noch einer weiteren Stärkung des Albert-Einstein-Gymnasiums in Maintal und mindestens einer weiteren Alternative im westlichen Teil des Main-Kinzig-Kreises. Und hier sehe ich in den bewährten Integrierten Gesamtschulen einen Teil der Lösung, um zusätzliche gymnasiale Bildungsangebote zu schaffen“, so Landrat Thorsten Stolz abschließend.