Tag des Notrufs

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09.02.2022. - Diese drei Zahlen können über Leben oder Tod entscheiden: 112. Sie sind bei einem Notfall der direkte Draht zu den Rettungskräften. Egal, ob es sich um einen medizinischen Notfall handelt oder um ein ausgebrochenes Feuer. Die 112 funktioniert ohne Vorwahl - europaweit. Am Freitag, 11. Februar, ist der „Tag des Notrufs“. Einen Hilferuf abzusetzen, ist ganz leicht, deshalb üben das bereits Kinder im Kindergartenalter.

„Notruf - Feuerwehr - Rettungsdienst“, so melden sich die Mitarbeitenden in der Integrierten Leitstelle des Main-Kinzig-Kreises, wenn der Notruf 112 eingeht. Als eine von insgesamt 25 Leitstellen in Hessen sind die Kolleginnen und Kollegen rund um die Uhr über die 112 erreichbar und müssen zu jeder Sekunde blitzschnell reagieren, denn oftmals geht es um Leben und Tod. Ein schwerer Verkehrsunfall ist passiert. Eine alte Frau hat einen Herzinfarkt. Ein kleines Kind atmet nicht mehr. Die Schlagzahl der Hilferufe ist enorm: 35 Anrufe gibt es durchschnittlich in einer Stunde. Das bedeutet, dass im Schnitt rund alle 100 Sekunden das Telefon klingelt. Anteilig sind es im Jahr mehr als 90.000 Notrufe über die 112, die im Main-Kinzig-Kreis abgesetzt werden.

„Wer im Notfall die 112 ruft, erhält in kürzester Zeit Hilfe. Je nach Wohnort oder Unglücksstätte liegt die Hilfsfrist in Hessen im Durchschnitt unter zehn Minuten, bis der Rettungsdienst eintrifft. Um keine Zeit zu verschenken, ist das richtige Absetzen eines Notrufs von größter Bedeutung. Deshalb ist der Tag des Notrufs eine gute Gelegenheit, um die Menschen dafür zu sensibilisieren und noch einmal die wesentliche Punkte in Erinnerung zu rufen“, erklärt Landrat Thorsten Stolz. Denn: „In eine Notlage kann jeder von uns geraten. Entweder, dass man zu einem Unfall dazu kommt und Hilfe verständigen muss oder dass man selbst darauf angewiesen ist, dass andere dies tun. Deshalb ist es wichtig, die wichtigste Nummer im Kopf zu haben, sie kann Leben retten.“

So wird ein Notruf über die Euronummer „112“ richtig abgesetzt

Bei allen medizinischen Notfällen und bei Feuer immer die 112 wählen, egal, wo man sich aufhält. Die Anrufenden erhalten automatisch Kontakt zur nächstgelegenen Leitstelle.

Was muss beachtet werden?
Meist ist es für den Anrufer eine Stresssituation. Damit die erforderliche Hilfe schnell auf den Weg gebracht wird, stellt der Notruf-Mitarbeitende gezielte Fragen.

Wer ruft an?
Anrufende werden gebeten, sich mit ihrem Namen zu melden. Wenn die Telefonnummer nicht im System angezeigt wird, fragen die Notruf-Mitarbeitenden danach. Das ist für einen eventuellen Rückruf unter Umständen lebensrettend.

Wo ist die Einsatzstelle?
Ganz wichtig sind hier genaue Angaben wie Ort, Ortsteil, Straße und Hausnummer. Auf Landstraßen oder Autobahnen sind Fahrtrichtungen, Kilometerangaben, in der Nähe liegende Ortschaften und so weiter von großer Bedeutung.

Wer ist betroffen?
Hierzu werden unter anderem Fragen zum Bewusstsein der verunglückten oder verletzten Personen gestellt, um das richtige Rettungsmittel schicken zu können. Bei Unfällen spielt die Art der Verletzungen mitunter frühzeitig eine Rolle, um mögliche Kliniken vorab zu informieren.

Wie viele Verletzte oder Erkrankte?
Die Anzahl der Verletzten oder Erkrankten ist wichtig, um ausreichende Hilfe veranlassen zu können.

Grundsätzlich:
Je präziser geantwortet wird, desto passgenauer kann die benötigte Hilfe veranlasst werden. Anrufende werden gebeten, nicht sofort aufzulegen. Meist hat der Notruf-Mitarbeitende noch Nachfragen oder gibt Hinweise für Verhaltensmaßnahmen und für die Einweisung der Rettungskräfte. Erst dann beendet der Notruf-Mitarbeitende das Gespräch. Falls eine Herz-Lungen-Wiederbelebung erforderlich ist, werden die Anrufenden telefonisch angeleitet. Hierbei ist es ratsam, sich in Ruhe mit der Lautsprecherfunktion des Telefons auseinanderzusetzen, damit diese Funktion im Notfall genutzt werden kann.

Wichtig:
Die Notrufnummer 112 sollte Notrufen vorbehalten werden. Ärztlicher Rat kann bei akuten, aber nicht zeitkritischen Fällen (z.B. fieberhafter Infekt, chronische Rückenschmerzen) über die 116117 beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst eingeholt werden.