Landrat: „Mit Hoffnung und Zuversicht bei allen Unwägbarkeiten ins neue Jahr“

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Landrat Thorsten Stolz blickt mit Hoffnung und Zuversicht bei allen Unwägbarkeiten auf das neue Jahr 2022.

28.12.2021. - Landrat Thorsten Stolz blickt „mit Hoffnung und Zuversicht, bei allen vorhandenen Unwägbarkeiten“ auf das neue Jahr 2022. Das Jahr 2021 ende zwar ähnlich wie es angefangen habe, nämlich mit großer Ungewissheit über die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie. Dennoch sei man in einer anderen Situation als noch vor einem Jahr und habe vielerlei Möglichkeiten geschaffen, um Menschen in hohem Maße vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen. „Corona hat auch in diesen zu Ende gehenden zwölf Monaten vieles überlagert. Und doch haben wir so viel mehr erreicht“, erklärt Thorsten Stolz in seinem Grußwort zum Jahreswechsel. Seine Botschaft im Wortlaut:

„Liebe Bürgerinnen und Bürger des Main-Kinzig-Kreises, die Zeit scheint zu rasen. Auch in einem Jahr, in das wir mit Innehalten, Lockdown und vermeintlichem Stillstand gestartet sind. Auch in einem Jahr, in dem wir viele unserer Traditionen wieder aufgenommen haben, im kulturellen, im sportlichen und im zwischenmenschlichen Bereich, und die wir teils im Sommer oder im Herbst doch wieder unterbrechen mussten. Ich denke in diesen Tagen an die über 700 Menschen aus dem Main-Kinzig-Kreis, die seit Beginn der Pandemie im Februar 2020 im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind, an die Angehörigen, an die Kinder und Enkel. Ich denke genauso an die vielen Vereine, die im zweiten Jahr Pandemie immer größere Mühe haben, ihrem Vereinszweck nachzukommen und ihre vielfältigen Aktivitäten aufrechtzuerhalten. Ich denke aber auch an alle, die die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie spüren, sei es beispielsweise in der Gastronomie, dem Einzelhandel oder der Kultur- und Veranstaltungsbranche.

Die Zeiten sind eine enorme Herausforderung, und die Aussichten – Stichwort: Virusvarianten – sind derzeit auch von einer gewissen Unsicherheit geprägt. Und doch wissen wir alle, was der beste und sicherste Weg durch diese Pandemie ist: das Impfen. Ich möchte daher meinen Appell wiederholen: Gehen Sie den Schritt, sich impfen zu lassen. Die Angebote sind da, sie sind mehr als ausreichend vorhanden, langes Warten kommt derzeit kaum noch vor. Es ist der Weg aus der Pandemie, der nicht nur Sie und Ihre Mitmenschen am besten schützt, sondern auch unser Gesundheitssystem entlastet.

Der Main-Kinzig-Kreis hat viel dafür getan, dass heute das Impfangebot so üppig ist. Wir haben im Frühsommer mit „Dein Pflaster“ eine eigene Kampagne aufgelegt, unter der Federführung der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler. Zuerst war ein Impfbus unterwegs, in bestimmten städtischen Quartieren. Dann sind wir mit medizinischen Teams immer häufiger und immer zentraler mit Impf-Aktionen in der Fläche präsent gewesen. Zum Ende der Impfzentren haben wir Anfang Oktober dann Dein-Pflaster-Impfstellen aufgemacht, sieben an der Zahl bis heute. Hier möchte ich im Besonderen die Kreisverbände Hanau und Gelnhausen-Schlüchtern des Deutschen Roten Kreuzes sowie die Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen erwähnen, die dankenswerterweise in die Kampagne mit eingestiegen sind und den Impfbetrieb in vier der Impfstellen sowie bei mobilen Aktionen verantworten. Und wo wir beim Dank sind dürfen die mehr als 300 Freiwilligen nicht vergessen werden, die im Dezember beim Impf-Marathon in der August-Schärttner-Halle Dienst getan haben und für ein sagenhaftes Ergebnis von 4.700 Impfungen binnen zweier Tage gesorgt haben. In diesem Zusammenhang danke ich allen bei uns im Main-Kinzig-Kreis, die durch ihr Zutun einen Beitrag zur Unterstützung der Impfkampagne leisten. Ganz egal ob in den Arztpraxen, den kreiseigenen Impfstellen, bei Betriebsärzten, in unseren Kliniken, den Hilfs- und Rettungsorganisationen oder bei den vielen Sonderimpfaktionen vor Ort. Viele Hände helfen mit und packen ganz selbstverständlich mit an – dafür einfach nur Danke!

Corona hat auch in den zurückliegenden zwölf Monaten vieles überlagert. Und doch haben wir so viel mehr erreicht, als unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger wie auch unseren Alltag und liebgewonnene Traditionen so gut wie möglich zu schützen. Ich erinnere an unsere Fortschritte bei der Digitalisierung. Der Glasfaser-Ausbau der Gewerbegebiete im Main-Kinzig-Kreis, umgesetzt durch unsere Breitband Main-Kinzig GmbH mit dem Kreisbeigeordneten Winfried Ottmann an der Spitze, schreitet voran. Ebenso geht die enorme Erhöhung der Bandbreiten für die Privathaushalte weiter. Immer mehr Privatunternehmen entdecken unsere Kreiskommunen zwar für sich, für die sie noch vor Kurzem den Ausbau als wirtschaftlich zu unattraktiv abgelehnt hätten – und es im Übrigen für die Mehrzahl der Stadt- und Ortsteile auch immer noch tun. Das hindert uns aber nicht daran, am Ziel des bezahlbaren, schnellen Internets in Bürgerhand festzuhalten, und zwar nicht nur nach dem Rosinenpicker-Prinzip in bestimmten Bereichen, sondern flächendeckend. Dafür nehmen wir mit Hilfe von Bund und Land in den nächsten Jahren 200 Millionen Euro in die Hand. Unser Main-Kinzig-Kreis macht den nächsten großen Zukunftsschritt in der Digitalisierung! Gerade der Glasfaserausbau und die Umsetzung einer kreiseigenen Impfkampagne sind einmal mehr positive Beispiele dafür, dass wir als Landkreis in vielen zentralen Handlungsfeldern Verantwortung übernehmen und nicht nach Zuständigkeiten fragen, um das Leben für die Menschen zwischen Maintal und Sinntal besser zu machen.

Zu den Zukunftsherausforderungen gehört auch der Klimawandel. Das ist kein Thema, bei dem sich auch nur einer in unserer Gesellschaft ausnehmen kann, auch keine politische Ebene. Wir im Main-Kinzig-Kreis tun hier von der Nutzung erneuerbarer Energiequellen über die Umrüstung unserer Gebäude und Heizungsanlagen in Verwaltung und Schulen bis hin zu alternativen Verkehrsplanungen eine Menge. Der Main-Kinzig-Kreis gehört zu den Motoren der Energiewende in Hessen: Bereits heute kommen über 9 Prozent des hessischen Stroms aus erneuerbaren Energien aus dem Main-Kinzig-Kreis. Mittlerweile werden pro Jahr über 720 Mio. Kilowattstunden aus Windkraft, Photovoltaik, Biomasse, Wasserkraft oder Deponiegas hier bei uns im Main-Kinzig-Kreis erzeugt. Das bedeutet, dass wir heute bereits den gesamten Stromverbrauch aller privaten Haushalte im Main-Kinzig-Kreis, der bei rund 630 Mio. Kilowattstunden liegt, aus erneuerbaren Energien der Region decken können. Das ist schon einmal ein wichtiges Etappenziel.

Aber auch beim Thema Verkehr sind wir auf einem guten Weg: In unserem Leitbild Mobilität, das in den vergangenen Monaten entstanden ist, spielen die Ziele der Nachhaltigkeit und des leichteren Umstiegs vom Auto auf den ÖPNV zentrale Rollen. Diese Ziele werden maßgeblich in den neuen Nahverkehrsplan integriert, der dann im nächsten Schritt 2022 folgen wird. Wir haben mit dem Radverkehrskonzept zudem die Grundlage geschaffen, um unser Radwegenetz im Kreisgebiet auf überörtlicher Ebene zu modernisieren sowie strukturiert und sinnvoll auszubauen. Hier haben wir stark auf die Erfahrungen der Bürgerschaft gesetzt, die sich über Wochen hinweg mit Hinweisen und Anregungen beteiligen konnten. Daraus wird als Nächstes ein zusammenhängendes Konzept mit einem Maßnahmenpaket entstehen, das dem Radverkehr die Bedeutung beimisst, die ihm für den Nahverkehr immer mehr zukommt. Und auch hier geht es letztlich um die Verknüpfung mit bestehenden ÖPNV-Verbindungen. In diesem Zusammenhang spielen auch einige wichtige Verkehrsinfrastrukturprojekte in unserem Landkreis eine zentrale Rolle: Der Ausbau des vierten bzw. dritten Gleises zwischen Hanau und Gelnhausen, der Bau der Nordmainischen S-Bahn, die Erweiterung und Elektrifizierung der Niddertalbahn oder der Neubau der Strecke von Gelnhausen in Richtung Fulda. Dies alles sind Maßnahmen, die den Nah- und Fernverkehr in unserem Landkreis nachhaltig verbessern und stärken werden.

Das alles geht nicht von heute auf morgen. Aber ich bin froh, dass wir im Kreisausschuss und im Kreistag im Angesicht dieser gewaltigen Aufgaben gerade nicht die Hände in den Schoß legen und sagen: Das kann die öffentliche Hand nicht, das kann ein Landkreis nicht, das ist überhaupt nicht zu schaffen... Stattdessen gehen wir die Herausforderungen an, Etappe für Etappe. Das ist den haupt- wie ehrenamtlichen Politikerinnen und Politikern hoch anzurechnen, gerade in einer Zeit, in der es so leicht zu sein scheint, sie und ihre Arbeit zu diskreditieren. Ich schließe ausdrücklich die Verantwortlichen und die Gewählten in den Parlamenten auf kommunaler Ebene mit ein: Sie leisten täglich Großartiges und sind für die Menschen da. Machen Sie weiter so – die Zeiten werden auch mit dem neuen Jahr ganz sicher erst mal nicht leichter.

Und so wie es Menschen braucht, die sich in der Kommunalpolitik ehrenamtlich engagieren, braucht es diese Mutmacherinnen und Mutmacher in allen gesellschaftlichen Bereichen. Ich bin dankbar dafür, dass ich Landrat in einem Landkreis sein darf, in dem sich Zehntausende von Bürgerinnen und Bürgern ehrenamtlich engagieren: im sportlichen, kulturellen, sozialen, kirchlichen und karitativen Bereichen, im Natur- und Umweltschutz, in Feuerwehren sowie Hilfs- und Rettungsorganisationen. Genau dieses Engagement vieler Menschen zwischen Maintal und Sinntal lässt mich auch – bei allen vorhandenen Herausforderungen und Unwägbarkeiten – optimistisch in die Zukunft blicken.

Ich starte jedenfalls mit Hoffnung und Zuversicht ins Jahr 2022. Ich wünsche, dass auch Sie sich diese Hoffnung bewahren, dass Sie gut und gesund in dieses neue Jahr kommen und wir alle erfolgreich an der Rückkehr in unseren ersehnten Alltag arbeiten können.

Herzliche Grüße

Ihr

Thorsten Stolz