Thorsten Stolz und Winfried Ottmann würdigen die Arbeit der Polizei

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In Maintal begrüßte Erster Polizeihauptkommissar Helmfried Deller gemeinsam mit den Mitgliedern der Dienstgruppe für Heiligabend die Delegation auf ihrer Rundreise.

23. Dezember 2021. - Acht Polizeidienststellen gibt es im Main-Kinzig-Kreis. In jedem Jahr kurz vor dem Weihnachtsfest besucht die Kreisspitze all diese Stationen, von Schlüchtern bis Maintal. „Die Weihnachtbereisung, wie sie von der heimischen Polizei genannt wird, ist eine Tradition, auf die wir allergrößten Wert legen“, betonten Landrat Thorsten Stolz und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann im Gespräch mit den jeweiligen Einsatzkräften vor Ort. „Während die Bürgerinnen und Bürger an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen mit ihrer Familie zusammen sein können, leisten die Männer und Frauen der Polizei ihren Dienst – wie an allen Tagen des Jahres rund um die Uhr.“ Dafür gebühre ihnen Dank, Anerkennung und Wertschätzung. Ausdrücklich eingeschlossen wurden dabei auch die Freiwilligen Feuerwehren, Hilfs- und Rettungsorganisationen und weitere Einrichtungen, die über die Feiertage für die Allgemeinheit im Dienst sind.

Aus diesem Grund überreichten die beiden Dezernenten den Dienstgruppen jeweils einen großen Präsentkorb. Dieser ist zwar vor allem für die Polizistinnen und Polizisten gedacht, die in der Heiligen Nacht arbeiten, wird aber mit den Kolleginnen und Kollegen geteilt, wie die Beschenkten versicherten. „Vor allem aufgrund der Corona-Pandemie und deren Folgen hat die Polizei zusätzliche Aufgaben übernommen – sei es die Kontrolle der Maskenpflicht, der Einhaltung der 2G-Regel oder weiterer Auflagen. Wir möchten mit unserem Besuch hervorheben, wie zuverlässig sich die Zusammenarbeit der heimischen Polizei mit den Kommunen und Behörden gestaltet“, erläuterten Thorsten Stolz und Winfried Ottmann diese gelebte Tradition

Auch Jürgen Fehler, Leiter der Polizeidirektion Main-Kinzig, nannte es „einen guten Brauch, dass zum Jahresende ein persönlicher Austausch außerhalb des Tagesgeschäfts möglich ist“. Regelmäßig begleitet wird die Rundreise auch jeweils von der Gewerkschaft der Polizei, in diesem Jahr von Markus Hüschenbett, Vorsitzender der Bezirksgruppe Südosthessen. Gemeinsam formulierten sie den Dank an die Polizistinnen und Polizisten für ihren verantwortungsvollen Einsatz verbunden mit dem Wunsch, immer gesund wieder zurückzukehren.

Ein zentrales Thema war erneut die zunehmende Belastung aufgrund zusätzlicher Aufgaben und Themen und einem spürbaren Bevölkerungswachstum im Main-Kinzig-Kreis. „Die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger sind hoch und das Klima in der Öffentlichkeit zum Teil sehr rau“, beschreibt Wilhelm Schmits, Leiter der Polizeistation Hanau I, die Situation. Auch seien die Umstände und Auswirkungen des Hanauer Gewaltverbrechens vom 19. Februar nicht spurlos an den Einsatzkräften vorüber gegangen und werde teilweise bis heute immer wieder aufgearbeitet.

Vor diesem Hintergrund zeigte Landrat Thorsten Stolz „seinen größten Respekt, mit welcher Motivation sich die Polizistinnen und Polizisten der täglichen Herausforderung stellen“. Sehr häufig könnten die Einsatzkräfte mit ihrem Auftreten auch Probleme lösen, Auseinandersetzungen schlichten, Bürgerrechte verteidigen oder auch Menschen konkret beschützen. Doch „diese täglichen Erfolg finden sich in der Regel nicht in den Schlagzeilen.

Auch in den Gesprächen mit Jörg den Leitern der weiteren Polizeistationen, Jörg Hegner (Großauheim), Frank Geist (Hanau II) und Helmfried Deller (Maintal) erhielt der Landrat einen unmittelbaren Einblick auf die örtlichen Besonderheiten. Zudem konnte er den jeweiligen Dienstgruppen persönlich für ihre Tätigkeit am Heiligabend danken. Zentrales Thema waren auch hier die zahlreichen unbesetzten Personalstellen, die vielen Überstunden sowie zusätzliche Belastungen durch behördliche Hilfeleistungen, Abordnungen oder andere Umstände.

Vor diesem Hintergrund zeigte sich Landrat Thorsten Stolz erfreut, dass sich immer noch ausreichend geeignete jungen Menschen finden, die sich für diesen wichtigen Beruf interessieren. Vor allem die Abwechslung, die besondere Verantwortung und der gelebte Teamgeist seien die häufigsten Beweggründe für diese Berufswahl, bestätigte die Hanauer Polizeihauptkommissarin Sandra Schwan. „Motivierte und engagierte Nachwuchskräfte sind im Main-Kinzig-Kreis immer willkommen“, ergänzte Thorsten Stolz.

Während der Landrat den westlichen Polizeistationen im Main-Kinzig-Kreises besuchte, wurde Kreisbeigegeordneter Winfried Ottmann in Gelnhausen in großer Runde empfangen. Neben Dienststellenleiter Kai Gottschalk saßen Michael Betz, stellvertretender Dienststellenleiter, Stefan Hofmann, Dienstgruppenleiter, Kathi Klemann, stellvertretende Leiterin der Polizeidirektion Main-Kinzig, Sabine Spangenberg als Vertreterin des Personalrats sowie weitere Beamtinnen und Beamten am Tisch. Hier wie in allen nachfolgenden Gesprächen in den Dienststellen in Bad Orb und Schlüchtern sowie der Autobahnpolizeidienststelle in Langenselbold stand das Thema Personalbedarf ganz oben auf der Liste der besprochenen Themen. Wie Kai Gottschalk gegenüber Winfried Ottmann ausführte, „sehen wir das pragmatisch“: „Wir leben mit dem Personalmangel, passen uns an, machen das Beste daraus und hadern nicht.“ Die Stimmung unter den Kolleginnen und Kollegen sei gut, ja familiär, so der Dienststellenleiter.

Axel Pauli, seit kurzem Leiter der Dienststelle in Bad Orb, und Dienstgruppenleiter Sven Hämel unterstrichen, dass mehr Personal mehr Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger mit sich bringe. Die Polizeistation im ehemaligen Amtsgericht ist nicht nur für Bad Orb, sondern auch für Jossgrund, Bad Soden-Salmünster und Flörsbachtal zuständig. Zwar haben die Gemeinden insgesamt nur etwa 30.000 Einwohner; hinzu kommen aber noch etwa eine Million Kurgäste jährlich. In dem weiträumigen Gebiet ist in der Regel eine Polizeistreife im Einsatz, die alle eingehenden Aufträge abarbeitet. Die langjährige Streifenpolizistin Kerstin Knöll erläuterte, früher habe es mehr Personal als Streifenwagen gegeben, heutzutage sei es umgekehrt. Die Aufgaben seien vielfältiger, die Arbeit mehr geworden. Zudem seien die Bürgerinnen und Bürger fordernder und mündiger als früher.

Markus Adam, Dienststellenleiter in Schlüchtern, berichtete, die Polizeistation ebendort betreue eine Fläche von 400 Quadratkilometern. Dies bringe längere Fahrtzeiten mit sich als etwa in Hanau oder Maintal und binde zudem Polizeikräfte, auch wenn bei Bedarf Polizeistreifen benachbarter Dienststellen angefragt werden könnten. Ein ebenfalls anwesender Dienstgruppenleiter ergänzte: „Wenn die Streifen in Hanau 500.000 Kilometer pro Jahr fahren, ist es bei uns das Vierfache.“ In der Autobahnpolizeidienstelle Langenselbold wurde Winfried Ottmann von Christian Spangenberg, kommissarischer Dienststellenleiter, und Thomas Maikranz, Direktion Verkehrs- und Sonderdienst/Führungsgruppe des Polizeipräsidiums Südosthessen, sowie weiteren Mitarbeitenden der Dienststelle empfangen. Christian Spangenberg schilderte, ein Fokus der polizeilichen Arbeit liege auf Prävention und Verkehrsüberwachung: „Autobahn und Autobahnverkehr sind ein spezielles Gebiet der Polizeiarbeit. Bei uns sind Spezialisten beschäftigt, die zum Beispiel mit den Themen Schwerverkehr, Gefahrgut, internationaler Kraftfahrzeugverkehr und Abfalltransport befasst sind.“ Auf Nachfrage von Winfried Ottmann erläuterten Christian Spangenberg und Thomas Maikranz, dass die Beamtinnen und Beamten der Autobahnpolizei – genau wie die Kolleginnen und Kollegen der anderen Dienststellen – bei Großdemonstrationen oder Waldbesetzungen wie im Dannenröder Forst über die Alarmhundertschaften der Polizei Dienst tun müssen.

Alle Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner betonten, wie wichtig die Weihnachtsbereisung der Kreisspitze des Main-Kinzig-Kreis sei. Die Kolleginnen und Kollegen würden sich darüber freuen, dass der Main-Kinzig-Kreis die Arbeit der Polizei auf diese Weise wertschätze und in den öffentlichen Fokus rücke.